Lieferdienste an der Börse
Wer kriegt den größten Bissen vom Burger?

Die niederländische Takeaway-Gruppe, Besitzer der Lieferdienst-Plattform Lieferando, will an die Börse. Eine Kampfansage an den Konkurrenten Delivery Hero, die derzeit größte Hoffnung im Reich von Rocket Internet.
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BerlinWenn Oliver Samwer gefragt wird, welches seiner Start-ups als Nächstes an die Börse geht, fällt irgendwann immer der Name Delivery Hero. Über Lieferheld, wie die Plattform in Deutschland heißt, kann man Burger, Pizza und Sushi nach Hause bestellen. Das Unternehmen ist derzeit eine der größten Hoffnungen im Reich von Rocket Internet.

Jetzt aber kommt ihm ein Konkurrent zuvor: Die niederländische Takeaway-Gruppe, Besitzer der deutschen Plattform Lieferando und härtester Wettbewerber für Rockets Lieferheld, drängt in Amsterdam an die Börse. 175 Millionen Euro will Jitse Groen, Gründer und CEO von Takeaway.com, für sein Unternehmen einsammeln. Mit dem Geld sollen Schulden zurückgezahlt und soll in Wachstum investiert werden - vor allem in Deutschland, sagte Groen dem Handelsblatt.

Zudem wollen die Alteigentümer von Takeaway, neben dem Firmengründer sind das vor allem der australische Investor Macquarie Capital sowie Prime Ventures, Aktien auf den Markt bringen. Finanzkreisen zufolge könnte die Emission damit insgesamt 800 Millionen Euro betragen.

Für Rocket Internet dürfte das eine gute Nachricht sein: Gelingt Takeaway der Börsengang, würde dies ein positives Signal auch an die Rocket-Aktionäre senden, die zuletzt Verluste hinnehmen mussten. Rocket gehören fast 40 Prozent an Delivery Hero, wenn auch kein Sitz im Aufsichtsrat damit verbunden ist. Auf der anderen Seite ist Groens Schritt aber auch eine Kampfansage: Denn der Markt für Essenslieferdienste ist stark umkämpft.

Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg gab sich betont gelassen: „Wir freuen uns für das Takeaway-Team und wünschen viel Glück beim Börsengang. Einfluss auf unsere eigene Strategie wird dies aber nicht haben.“ Bisher lautet diese: abwarten. Der Börsengang sei auch sein Ziel, sagt Östberg stets. Wann, lässt er offen. Insider gehen von 2017 aus.

Delivery Hero ist in 33 Ländern aktiv und machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 198 Millionen Euro. Größer ist in Europa nur Just Eat aus Großbritannien. Die Takeaway-Gruppe ist mit zehn Ländern und einem Jahresumsatz von zuletzt 77 Millionen noch deutlich kleiner.

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„Als Nummer zwei kann man kein Geld verdienen“

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