Aktien
Deutliche Abschläge an Osteuropas Börsen

Die wichtigsten osteuropäischen Börsen haben am Mittwoch im Einklang mit den übrigen internationalen Aktienmärkten mit deutlichen Abschlägen geschlossen. Ängste vor einer weltweiten Rezession belasteten Händlern zufolge die Märkte.

dpa-afx/apa WARSCHAU/PRAG/BUDAPEST. Die wichtigsten osteuropäischen Börsen haben am Mittwoch im Einklang mit den übrigen internationalen Aktienmärkten mit deutlichen Abschlägen geschlossen. Ängste vor einer weltweiten Rezession belasteten Händlern zufolge die Märkte. Am heftigsten traf es die Warschauer Börse, die um sieben Prozent absackte.

Warschauer BÖRSE Rutscht AB

Der Warschauer WIG-20 brach um 7,60 Prozent auf 1 683,66 Zähler ein. Bedingt durch enttäuschende Quartalsergebnisse diverser US-Unternehmen am Vorabend waren die Vorgaben aus Übersee sehr schwach ausgefallen. Am Mittwochnachmittag wurde die negative Tendenz nochmals zusätzlich verstärkt durch eine Rekordminus im dritten Quartal der US-Bank Wachovia .

Der umfassendere WIG-Index 6,24 Prozent 27 282,25 Einheiten nach. Das Handelsvolumen stieg auf 1,13 (Dienstag: 1,9) Mrd. Zloty.

Nach dem die Bankenwerte am Dienstag noch zu den Tagesgewinnern zählten, erlitten sie heute massive Kursverluste. So sanken die Aktien der Commerzbank-Tochter BRE Bank 10,4 Prozent auf 172,00 Zloty. Bank Zachodni ermäßigten sich um neun Prozent auf 101,00 Zloty, Bank Polski verloren 6,4 Prozent auf 26,70 Zloty und Pekao gaben um 9,8 Prozent auf 117,20 Zloty nach.

Die Anteilsschein der Verlagsgruppe Agora brachen um neun Prozent auf 19,10 Zloty ein und gingen somit auf einem historischen Tiefststand aus dem Handel. Die Analysten von ING haben ihr Anlagevotum von "Buy" auf "Hold" gesenkt. Die Experten der Bank Zachodni haben ihre Kursziel von 29 auf 20 Euro gesenkt und das Anlagevotum "Underweight" bestätigt.

Massive Verluste erlitten auch die Ölwerte in Reaktion auf gesunkene Ölpreise. Polski Koncern Naftowy Orlen verloren 10,5 Prozent auf 24,61 Zloty und Lotus zehn Prozent auf 19,81 Zloty.

Budapester BÖRSE Setzt Kursverluste Fort

In Budapest verlor der Leitindex BUX 3,43 Prozent auf 11 916,03 Punkte und schloss auf dem tiefsten Stand seit dem 16. August 2004. Das Handelsvolumen lag bei 36,54 (Vortag: 24,7 ) Mrd. Forint.

Um der Schwäche des Forints entgegenzuwirken hat die ungarische Nationalbank in einer außerordentlichen Sitzung den Leitzins um 300 Basispunkte auf 11,50 Prozent angehoben. Mit dieser Maßnahme sollen Angriffe von Spekulanten gegen die Landeswährung Forint abgewehrt werden, hieß es in einer im ungarischen Rundfunk verbreiteten Erklärung. In Reaktion auf diesen Schritt konnte der Forint am Nachmittag etwas zulegen. Peter Bodis, Fondsmanager von Pioneer Investments, hält die massiven Spekulationen der vergangenen Tage gegen den Forint als medial überbewertet. Der von Medien aufgestellte Vergleich mit Island erhalte keinerlei Unterstützung durch die Fundamentaldaten, so Bodis. Neben dem Forint sind auch andere Währungen aus der CEE-Region unter Druck geraten, so hat zum Beispiel der polnische Zloty mit den Verlusten beim Forint schrittgehalten. Den heutigen Schritt der Zentralbank beurteilt Peter Bodis sehr positiv, diese drastische Leitzinserhöhung sollte dem Forint mittelfristig aus augenblicklichen Wechselkurstief hinaushelfen.

Trotz der Maßnahmen der ungarischen Zentralbank konnte sich die Budapester Börse nicht von der negativen Entwicklung an den weltweiten Börsen entkoppeln. Die europäischen Börsen haben am Mittwoch stark nachgegeben, auch die US-Börsen kamen nach schwachen Quartalsberichten in den USA und neuen Rezessionsängsten erneut unter Druck.

Weltweit gerieten die Bankenwerte erneut massiv unter Druck. In Budapest gaben FHB Land Credit & Mortgage Bank um 4,36 Prozent auf 680 Forint nach. Nach Verlusten im Tagesverlauf konnten sich die zuletzt arg gebeutelten OTP-Werte in der Schlussauktion jedoch ins Plus vorarbeiten, und mit einem Aufschlag von 1,84 Prozent bei 2 699 Forint aus dem Handel gehen. Nach den Zukäufen am vergangenen Montag, hat das Unternehmen am Dienstag 1 Mill. eigener Aktien zum Stückpreis von 2 650 Forint erworben.

Prager BÖRSE Schliesst MIT Deutlichen AbschlÄGEN

Der Prager Leitindex PX gab um 3,83 Prozent auf 853,90 Zähler nach. Der Umsatz lag bei 2,7 (Dienstag: 4,4 ) Mrd. tschechischen Kronen.

Zu den größten Tagesverlierern zählten Central European Media mit minus 10,11 Prozent auf 599,10 Kronen. New World Resources (NWR) gerieten mit einem Abschlag von 8,92 Prozent auf 94,50 Euro ebenfalls deutlich unter Druck . Marktbeobachter verwiesen auf die sinkenden Rohstoffpreise zur Erklärung.

Danebenstanden Zentiva im Fokus der Investoren. Die Anteilsscheine schlossen um 0,28 Prozent leichter bei 1 086,00 Kronen. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres konnte das Pharmaunternehmen seine Umsätze dank der Akquisitionen in der Türkei um 18 Prozent steigern.

Telefonica O2 stiegen sogar um 0,27 Prozent auf 377,50 Kronen. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge rechnen Analysten für das dritten Quartal mit einem Gewinnanstieg von 7,9 Prozent. Das Unternehmen wird morgen seine Ergebnisse veröffentlichen.

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