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Wall Street drückt Europas Börsen ins Minus

Die europäischen Börsen haben am Dienstag ihre Verluste aus dem Mittagsgeschäft etwas ausgeweitet und deutlich schwächer geschlossen. Sorgen über die Kreditkrise drückten Händlern zufolge unter anderem den Bankensektor nach der Erholung in der vergangenen Woche wieder nach unten.

HB PARIS/LONDON. Die europäischen Börsen haben am Dienstag ihre Verluste aus dem Mittagsgeschäft etwas ausgeweitet und deutlich schwächer geschlossen. Sorgen über die Kreditkrise drückten Händlern zufolge unter anderem den Bankensektor nach der Erholung in der vergangenen Woche wieder nach unten. Zudem startete die Wall Street erneut mit Verlusten und drücke zusätzlich auf die Stimmung. Ohne Konjunkturdaten aus den USA gebe es auch nur geringe Impulse, hieß es am Markt.

Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 verlor zum Handelsschluss 0,75 Prozent auf 4 339,10 Zähler. Der auch Schweizer und britische Werte umfassende Stoxx 50 gab 1,26 Prozent auf 3 690,82 Punkte ab. Der Euronext 100 verlor 1,32 Prozent auf 981,11 Zähler. In Paris fiel der CAC 40 um 1,46 Prozent auf 5 547,21 Punkte. Der Londoner Ftse 100 gab 1,12 Prozent auf 6 315,20 Zähler ab.

Bankenwerte zeigten sich angesichts der übergreifenden Sorgen europaweit schwach. Zudem litten sie unter Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Kurserholungen. Societe Generale gaben im Eurostoxx 50 um 3,33 Prozent auf 101,05 Euro nach. Belastend wirke bei den Titeln auch eine Cheuvreux-Studie, in der die Analysten das Kursziel für die Titel von 145 auf 130 Euro senkten. BNP Paribas verloren 1,75 Prozent auf 74,00 Euro und Credit Agricole 2,74 Prozent auf 23,04 Euro.

UBS verloren im Swiss-Market-Index (SMI) 2,23 Prozent auf 54,90 Franken. Die Schweizer Großbank erwartet ähnlich wie die Citigroup durch die Subprime-Krise unterm Strich ein Minus.

Northern Rock gaben als einer der schwächsten Werte im "Footsie" 5,50 Prozent auf 103,00 Pence ab. Presseberichte, denen zufolge der US-Finanzinvestor JC Flowers Gespräche im Bieterprozess um die angeschlagene Hypothekenbank eine bevorzugte Stellung einnehmen will, halfen den Titeln nicht nach oben. JC Flowers will den gleichen Rang wie die Virgin Group erhalten oder sogar an ihre Stelle rücken, berichtet die britische Tageszeitung "The Times" unter Berufung auf Kreise.

In London sorgten aber auch neue Übernahmefantasien für Bewegung. Der größte chinesische Stahlhersteller Baosteel könnte einem Zeitungsbericht zufolge ein Angebot für das anglo-australische Minenunternehmen Rio Tinto abgeben. Rio Tinto hatte zuletzt ein Angebot von BHP Billiton mit der Begründung abgelehnt, der Preis spiegele nicht den wahren Wert des Unternehmens wider. Rio Tinto gewannen im schwachen Gesamtmarktumfeld an der Indexspitze 1,32 Prozent auf 5 511,00 Pence.

British Airways rutschten um 6,18 Prozent auf 322,50 Pence ab. Händlern zufolge hat Delta Air Lines aufgrund der hohen Ölpreise vor schwächeren Ergebnissen im vierten Quartal gewarnt. Zudem habe ABN Amro die Aktie zwar auf "Hold" hochgestuft, blieb aber mit der Einschätzung vorsichtig. Es sei zu früh, um auf Schnäppchenjagd zu gehen, so die Analysten.

Aktien von Nokia gehörten im Eurstoxx 50 trotz einer Erhöhung der Ziele zu den größten Verlierern und gaben 2,10 Prozent auf 27,00 Euro ab. Der Markt ließ sich von einer Erhöhung der Ziele nicht beeindrucken. Der finnische Mobilfunk-Konzern peilt eine operative Marge von 16 bis 17 Prozent in den kommenden ein bis zwei Jahren an. Bislang lag das Ziel bei 15 Prozent. Die Analysten von Bear Stearns und der Deutschen Bank äußerten sich positiv zu den neuen Zielen. Für den Experten der SEB reichten diese jedoch nicht für eine Revision seiner Gewinnschätzungen aus.

In Amsterdam fielen die Aktien von Tomtom um 5,87 Prozent auf 59,00 Euro. Der Markt reagiert damit auf die Ankündigung des Navigationsgeräte-Hersteller vom Vortag, für die Finanzierung seines Übernahmeangebots für den Straßenkarten-Produzenten Tele Atlas neue eigene Aktien im Wert von 500 Mill. Euro auf den Markt zu bringen. Die Aktionäre stimmten unterdessen der Übernahme zu.

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