Aktien
Wall Street schließt im Plus

Der New Yorker Aktienmarkt schloss am Dienstag angesichts wachsender Hoffnung von Investoren auf eine Zinssenkung der Notenbank nächste Woche deutlich fester. Lediglich weitere schlechten Nachrichten über die bereits angeschlagenen Hypothekenbanken dämpften die Stimmung etwas.

HB NEW YORK. Die US-Aktienmärkte haben dank wachsender Hoffnungen auf sinkende Zinsen am Dienstag deutlich höher geschlossen. Obgleich US-Notenbankchef Ben Bernanke bei einer Rede in Berlin keine weiteren Hinweise über die künftige US-Geldpolitik lieferte, spekulierten viele Anleger auf eine Zinssenkung bei der für nächsten Dientag geplanten Fed-Sitzung. Zusätzliche Unterstützung bekam der Markt durch positive Nachrichten aus der Technologiebranche und von McDonald's.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,4 Prozent höher bei 13 308 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 13.129 und 13 325 Punkten gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte ebenfalls 1,4 Prozent zu auf 1471 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,5 Prozent auf 2597 Punkte.

Hauptthema der von den Finanzmärkten mit Spannung erwarteten Bernanke-Rede war das US-Außenhandelsdefizit. Seiner Einschätzung nach ist dies zwar kurzfristig keine große Belastung für die US-Wirtschaft, dürfte aber dauerhaft nicht bestehen bleiben. Auf die Krise am US-Hypothekenmarkt ging Bernanke nicht ein. Am Montag hatten mehrere Fed-Vertreter noch vor den Folgen der Kreditmarktkrise für die Wirtschaft gewarnt. Auch dies hatte bei den Börsianern die Hoffnung auf eine Zinssenkung geschürt.

Zu den größten Gewinnern an der Wall Street gehörte ImClone. Das Biotech-Unternehmen profitierte von einer neuen Studie zu seinem Krebsmittel Erbitux. Der Darmstädter Pharmakonzern Merck hatte zuvor berichtet, dass Erbitux den neuen Studienergebnissen zufolge das Leben von Lungenkrebspatienten verlängert. Merck hatte 1998 die Rechte zur Entwicklung von Erbitux sowie zur Vermarktung außerhalb der USA und Kanadas von ImClone erworben. ImClone-Papiere verteuerten sich um gut 18 Prozent auf 44,90 Dollar.

Kursanstiege verzeichneten auch die Aktien von Western Digital Corp. Der weltweit zweitgrößte Hersteller für CD- und DVD-Laufwerke hatte am Montagabend wegen erhöhter Nachfrage seine Gewinn- und Umsatzprognose angehoben. Die Aktie stieg 4,4 Prozent auf 23,40 Dollar. Auch die Titel von McDonald's legte um 3,2 Prozent auf 51,76 Dollar zu. Die Schnellrestaurantkette konnte dank neuer Angebote und guter Geschäfte in Australien, Japan und China bessere Umsätze im August erzielen. General-Motors-Papiere gewannen 4,6 Prozent auf 30,54 Dollar. Die Citigroup-Aktie legte um 1,6 Prozent auf 46,01 Prozent zu.

Aktienkurse der Energiebranchen stiegen, da die Ölpreise am US-Terminmarkt auf einem Rekordhoch schlossen, obwohl die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ab 1. November mehr Öl fördern will. Einen Tag vor der Veröffentlichung der neuesten US-Lagerbestände verteuerten sich das Barrel (159 Liter) Rohöl zur Lieferung im Oktober um knapp ein Prozent auf 78,23 Dollar. Exxon Mobil-Papiere gewannen 2,5 Prozent auf 86,94 Dollar.

Unter den Verlierern war die angeschlagene Hypothekenbank Countrywide. Der US-Branchenführer bemüht sich einem Zeitungsbericht zufolge um eine weitere Finanzspritze. Die neue Investition solle dem im vergangenen Monat vereinbarten Engagement der Bank of America über zwei Milliarden Dollar ähneln. Als Reaktion gab die Countrywide-Aktie knapp zwei Prozent auf 16,88 Dollar nach. Der Baufinanzierer hatte erst vergangene Woche angekündigt, angesichts seiner prekären Finanzlage bis zu 12 000 Stellen zu streichen.

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