Aktienhandel Frankfurt
Dax auf Talfahrt

Der jüngste Kursrutsch an der Wall Street hat am Montag auch den Dax mit nach unten gezogen. Der Leitindex schloss deutlich unter seinem Rekordhoch von 8 136 Zählern, an dem er in der Vorwoche knapp vorbeigeschrammt war. Besonders unter Druck gerieten Finanzwerte.

HB FRANKFURT. Kursgewinne an den US-Börsen haben die Talfahrt des Dax am Montag abgebremst. Der Leitindex schloss am ersten Handelstag der Woche 0,24 Prozent tiefer bei 7 930,61 Punkten. Er glich damit in den letzten beiden Handelsstunden ein Minus von 1,5 Prozent fast wieder aus. "Wir haben einen guten Schub über die amerikanische Börse bekommen", begründete ein Händler die Kurserholung am deutschen Aktienmarkt. In den USA notierte der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss 0,7 Prozent im Plus und machte damit einen Teil seiner Verluste vom Freitag wett.

Über weite Strecken des Handels am deutschen Aktienmarkt hatten die Anleger zu Verkäufen geneigt. "Eine Korrektur ist nach den jüngsten Kursgewinnen überfällig und tut auch mal gut", sagte ein Händler. Für den Rückzug der Anleger aus dem Aktienmarkt machten Börsianer auch die Schieflage zweier Hedge-Fonds der US-Bank Bear Stearns verantwortlich. Sie befürchten, dass die Probleme dieser Fonds, die durch die Krise am US-Hypothekenmarkt ausgelöst worden waren, nur die Spitze eines Eisbergs sein könnten.

Zu den Verlierern zählten vor allem Werte aus dem Finanzsektor. Die Aktien des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) gaben 1,3 Prozent nach. Händler begründeten die Verkäufe mit den weltweit steigenden Zinsen, wodurch sich die Zahlungsausfälle bei der Tilgung von Krediten erhöhen könnten. Auch die Aktien des Rückversicherers Münchener Rück zählten mit einem Minus von 1,1 Prozent zu den größten Verlierern bei den Standardwerten. Das Schlusslicht im Dax bildeten aber die Papiere der Deutschen Bank mit einem Abschlag von 1,31 Prozent.

An die Spitze der Gewinnerliste setzten sich die Anteilsscheine des Dax-Schwergewichts EoN mit einem Plus von 1,5 Prozent, gefolgt vom Touristikkonzern TUI, dessen Papiere 1,4 Prozent gewannen.

Im Nebenwerteindex MDax stiegen die Titel von KarstadtQuelle um 1,4 Prozent. Der Handelskonzern leitete den geplanten Verkauf seiner Immobilienbeteiligung ein. Skeptisch reagierten die Anleger der Norddeutschen Affinerie auf deren geplante Übernahme des belgischen Konkurrenten Cumerio für 777 Millionen Euro. Börsianer sehen den Kaufpreis als hoch an. Zudem will die Kupferhütte diesen zum Teil über eine Kapitalerhöhung finanzieren. Die Aktien der Norddeutschen Affinerie verloren 5,4 Prozent.

Verstimmt reagierten die Anleger auch auf die jüngsten Äußerungen von Vossloh-Chef Gerhard Eschenröder zur künftigen Ausrichtung des Verkehrstechnikkonzerns. In einem Zeitungsinterview hatte Eschenröder gesagt, die Lokomotivsparte solle nicht verkauft werden. "Wahrscheinlich sind jetzt einige Anleger, die darauf gehofft haben, enttäuscht worden", sagte der Börsianer. Die Rekorddividende, die Eschenröder in Aussicht gestellt hatte, ließ die Anleger kalt. Vossloh-Aktien fielen um drei Prozent.

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