Aktienhandel Frankfurt
Dax bleibt auf Rekordkurs

Am amerikanischen Unabhängigkeitstag haben auch die Börsianer in Deutschland eine Atempause eingelegt. Der Dax stieg bei extrem geringen Umsätzen um 0,3 Prozent auf 8075 Punkte. VW und BMW konnten von guten Verkaufszahlen aus den USA profitieren.

HB FRANKFURT. Händler sprachen von einem lustlosen und ereignislosen Geschäft. „Ohne die Amerikaner läuft hier gar nichts“, sagte ein Händler. Viele Kursbewegungen seien zufallsbedingt, die Umsätze extrem gering. So schmolz der Umsatz im Dax auf 82 Millionen von 127 Millionen am Vortag. Damit gingen nur drei Millionen Titel mehr um als am Christi Himmelfahrt, einem der drei deutschen Feiertage, an denen die Börse handelt.

In den USA hatten die Börsen am Mittwoch geschlossen. Für die Kursentwicklung in den nächsten Tagen könnte die Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag entscheidend sein, sagten Börsianer. Händler rechneten zwar nicht mit einer Zinsänderung, erwarteten aber Hinweise auf eine Erhöhung für September. Am Freitag stehen in den USA Arbeitsmarktdaten für Juni an.

Größter Gewinner im Dax waren die Henkel-Vorzüge mit einem Plus von 3,6 Prozent, für das Händler keine fundamentale Erklärung hatten. Im ersten Halbjahr zählten Henkel mit einem mageren Plus von fünf Prozent zu den Mauerblümchen im Dax, der 20 Prozent zulegte. Favorisiert waren über weite Strecken des Handels auch Linde, die zeitweise dank charttechnischer Kaufsignale drei Prozent auf ein Rekordhoch von 93,20 Euro zulegten, ehe Gewinnmitnahmen die Aktien auf 91,36 Euro drückten, was einem Tagesgewinn von 0,8 Prozent entsprach. Händler begründeten das Plus auch mit einer Studie der Deutschen Bank, die Linde und Bayer in dieser Woche als Favoriten im Chemiesektor empfohlen hatte. Bayer stiegen um 1,4 Prozent.

VW-Aktien legten um 1,3 Prozent zu und reagierten damit auf ein 15-prozentiges Absatzplus in den USA im Juni. Auch BMW-Aktien profitierten vom Anstieg der Autoverkäufe in den USA und stiegen um 1,2 Prozent. Weniger gut waren nach Einschätzung von Börsianern die Verkaufszahlen von DaimlerChrysler, deren Aktien 0,6 Prozent verloren.

Zu den Verlierern zählten mit einem Abschlag von 0,8 Prozent RWE. Schon im ersten Halbjahr waren die Aktien das Schlusslicht im Dax. „Wenn jemand Versorger in sein Portfolio nimmt, dann entscheidet er sich für Eon, da RWE als anfälliger für staatliche Umweltschutzmaßnahmen gilt“, erklärte ein Händler den Kursrückgang. Eon notierten kaum verändert.

Gerüchte um MLP

Bei der Deutschen Telekom reagierten Anleger Händlern zufolge auf einen Zeitungsbericht, der Konzern werde das iPhone von Apple exklusiv in Deutschland vertreiben. „Ich würde deswegen nicht zur Telekom wechseln“, zweifelte aber ein Händler an den Erfolgschancen. Die Credit Suisse empfahl den gesamten europäischen Telekomsektor. Die T-Aktie legte 0,7 Prozent auf 13,76 Euro zu.

Im Nebenwerteindex MDax schnellte der Aktienkurs des Finanzdienstleisters MLP um sieben Prozent nach oben. Händlern zufolge heizten Spekulationen, der französische Versicherungskonzern Axa sei an MLP interessiert, die Kauflaune der Investoren an. Aus Finanzkreisen hieß es, die Gerüchte entbehrten jeder Grundlage. Händler verwiesen auch auf eine Kaufempfehlung von Sal. Oppenheim, die den Kurs treibe. Die Aktien von IWKA und Depfa profitierten von Analystenempfehlungen, sie legten sechs und 3,4 Prozent zu

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