Aktienhandel Frankfurt
Dax klettert über 7500-Punkte-Marke

Noch am Morgen hatten die Skeptiker die Oberhand behalten. Doch im Schlepptau der Wall Street konnte dann auch der Dax am Donnerstag deutliche Kursgewinne verbuchen.

HB FRANKFURT. Der Dax legte den dritten Handelstag in Folge zu und übersprang wieder die 7500-Punkte-Marke. Mit plus 0,84 Prozent auf 7535,97 Zähler ging er knapp unter seinem Tageshoch aus dem Handel. Am Morgen lag der Dax zeitweise noch unter 7500 Punkten. Die Gemengelage aus einem Euro auf Rekordniveau, einem Ölpreis von über 80 Dollar und der anhaltenden Angst vor einer Ausweitung der US-Immobilienkrise hatte den Markt belastet. Der MDax verringerte seine Verluste und gab nur noch um 0,07 Prozent auf 10 066,11 Punkte nach. Der TecDax verlor 0,60 Prozent auf 908,07 Zähler.

Händlern zufolge fiel den Investoren am Nachmittag mit Veröffentlichung der wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten ein Stein vom Herzen. Zwar hatten mehr US-Bürger als noch eine Woche zuvor Arbeitslosenhilfe beantragt, aber es waren nicht so viele, wie Analysten erwartet hatten. Nach dem Schock vom vergangenen Freitag, als der US-Arbeitsmarktbericht katastrophal ausgefallen sei, seien schlechtere Daten befürchtet worden, sagte ein Händler.

Größter Gewinner im Dax war die Aktie der Deutschen Börse, die sich um 3,3 Prozent auf 80,93 Euro verteuerte. Zum einen profitierte der Titel von der Nachricht, dass der Börsenkonzern nicht an den zum Verkauf stehenden Anteilen am Londoner Konkurrenten LSE interessiert sei. Einem Sprecher der Börse zufolge will sich das Unternehmen nicht am Poker um die von der Nasdaq angebotenen LSE-Anteile beteiligen. "Die Unsicherheit über die weitere Strategie der Börse in diesem Punkt ist damit raus aus dem Markt", sagte ein Händler. Zum anderen wurde berichtet, dass die Konkurrenz Probleme habe: Der Start der von sieben europäischen Investmentbanken geplanten gemeinsamen Aktienhandelsplattform "Turquoise" müsse wegen technischer Probleme bis in den nächsten Sommer verschoben werden, berichtete das "Handelsblatt". "Das ist natürlich eine gute Nachricht für die Deutsche Börse", sagte ein Händler.

Auch Aktien aus dem Energie- und Versorgungssektor waren gefragt. Diese Aktien profitierten Börsianern zufolge von der Risikoscheu der Anleger. "Aktien aus diesem Sektor so wie Eon und RWE sind in einer solchen Situation häufig ein sicherer Hafen, in den sich die Anleger zurückziehen und warten, bis der Sturm vorüber ist", sagte ein Händler. RWE legten 1,4 Prozent zu, Eon verteuerten sich um 1,1 Prozent. Auch die Daimler-Chrysler-Aktie gehörte zu den Gewinnern. Sie verteuerte sich angesichts des Medienrummels um die IAA um 1,2 Prozent.

Die meisten Finanztitel waren weniger beliebt. Vor allem die Aktie der Münchener Rück stand auf den Verkaufslisten der Anleger, nachdem sich die Analysten von Goldman Sachs negativ zu dem Titel geäußert hatten.

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