Aktienhandel Frankfurt
Notenbank-Aktion zieht Dax nach oben

Eine konzertierte Aktion führender Notenbanken zur Bewältigung der Kreditmarktkrise hat den Dax zum Handelsschluss deutlich ins Plus gehoben. Der Leitindex stieg um 0,8 Prozent auf 8 076 Punkte. Vor allem Finanzwerte konnten von der Ankündigung profitieren. Vergessen war die Skepsis vieler Investoren nach der Zinssenkung der Fed vom Vortag.

HB FRANKFURT. Eine konzertierte Aktion führender Notenbanken zur Bewältigung der Kreditmarktkrise hat am Mittwoch die Kurse am deutschen Aktienmarkt nach oben getrieben. Der Dax beendete den Handel 0,8 Prozent im Plus bei 8076 Punkten. Zu Handelsbeginn hatte der Leitindex noch rund ein Prozent im Minus gelegen. Ebenfalls zulegen konnte der MDax, er gewann 0,09 Prozent und stieg auf 10 047,28 Punkte. Der TecDAX verringerte zwar seine Verluste, schloss jedoch mit einem Abschlag von 0,23 Prozent auf 993,52 Zähler.

Zentralbanken wie die US-Notenbank (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) hatten am Nachmittag überraschend angekündigt, den Märkten zusätzliche Liquidität zur Verfügung zu stellen. "Man unterstützt sich gegenseitig und verbessert damit die gesamte Liquiditätslage", sagte Folker Hellmeyer, Stratege bei der Bremer Landesbank. "Für die Märkte ist das ein Zeichen, die Zentralbanken nehmen die Entwicklung ernst." Für Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus & Burkhardt zielt die Maßnahme darauf ab, "die Anspannung an den Geldmärkten zu reduzieren."

Ein anderer Börsianer ergänzte: "Es geht darum zu vermeiden, dass sich die Banken über den Jahreswechsel kein Geld untereinander leihen. Letzten Endes soll verhindert werden, dass etwas ähnliches passiert wie bei Northern Rock, nämlich dass einer Bank die Liquidität ausgeht."

Vergessen war damit die Skepsis vieler Investoren nach der Zinssenkung der Fed am Dienstagabend um einen viertel Prozentpunkt auf nunmehr 4,25 Prozent. Dies hatte Anleger zu Handelsbeginn noch zu Verkäufen bewogen, da einige auf einen größeren Zinsschritt zur Stützung der von der Hypothekenkrise gebeutelten US-Wirtschaft gehofft hatten.

Nach Einschätzung von Börsianern hat der Dax nach dem Überwinden der charttechnisch als wichtig geltenden 8064 Punkten weiteres Potenzial nach oben. "Das nächste Ziel im Dax ist das Rekordhoch aus dem Sommer bei 8151 Punkten", sagte ein Händler.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten Bayer mit einem Kursanstieg von 2,7 Prozent auf 60,44 Euro. "Viele Analysten haben Kursziele von 70 Euro und mehr ausgegeben, die Aktie hat viel Raum nach oben", sagte ein Händler. JPMorgan nahmen Händlern zufolge ihr Kursziel für den Chemie- und Pharmakonzern um einen Euro auf 75 Euro nach oben. Zudem sprach ein Börsianer von erneut aufkommenden Gerüchten, der Schweizer Pharmariese Novartis habe Interesse an Bayer. "Die Gerüchte kommen immer wieder einmal hoch", sagte er. Auch die in den vergangenen Tagen unter Druck geratenen Versorger waren wieder gefragt. E.ON und RWE gewannen jeweils mehr als ein Prozent.

Die Finanzwerte wurden nach der Ankündigung der Notenbanken ebenfalls wieder ins Depot gelegt. Die Titel der Hypo Real Estate stiegen um 2,6 Prozent, Postbank legten 1,4 Prozent und Deutsche Bank 0,5 Prozent zu. Auf der Verliererseite standen dagegen wegen des hohen Euro-Kurses und der unsicheren Konjunkturerwartungen die Autowerte. BMW verloren 0,8 Prozent, Daimler 0,4 Prozent.

Scharenweise flohen die Anleger aus den Aktien von Conergy, die zweitweise mehr als 20 Prozent an Wert verloren. "Die Titel waren ja schon angeschlagen, aber jetzt verkommen sie gerade zu reinen Zockeraktien", sagte ein Händler. Der Solaranlagenbauer rechnet nunmehr für 2007 mit einem operativen Verlust von bis zu 200 Millionen Euro. Die bisherige Prognose lag bei einem Minus von bis zu zehn Millionen Euro. Den Handel beendete Conergy mit einem Minus von 11,8 Prozent.

Dagegen schossen im MDax die Titel der Norddeutschen Affinerie um 16 Prozent nach oben. "Das sind die Nachwirkungen der guten Geschäftszahlen vom Vortag", sagte ein Händler. Er verwies zudem auf die Ankündigung des österreichischen Industriellen Mirko Kovats, seinen Anteil an Europas größter Kupferhütte auf mindestens 20 Prozent aufzustocken. Gildemeister legten an ihrem ersten Tag im MDax vier Prozent zu. Am Dienstag war die Aktie stark gefallen, nachdem einige Anleger die Gewinne der Vortage eingesteckt hatten.

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