Aktienhandel New York
Kreditsorgen reißen nicht ab

Eine Warnung der Hypothekenbank Countrywide vor einer Rezession wegen der Krise am Immobilienmarkt hat am Donnerstag die US-Börsen belastet. Das Marktumfeld werde „sicherlich nicht besser“, sagte Countrywide-Chef Angelo Mozilo. Daraufhin gaben die Indizes die anfänglichen Gewinne wieder ab.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss unverändert bei 13,235 Punkten. Im Handelsverlauf hatte sich der Index zwischen 13 298 und 13 169 Zählern bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,11 Prozent auf 1462 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,43 Prozent ab auf 2541 Stellen.

„Ich denke nicht, dass die Kreditkrise vorbei ist“, erklärte Alan Lancz von Alan B. Lancz & Associates. Auch Mozilo erteilte Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Krise auf dem US-Häusermarkt eine Absage. Er sprach von einer „sehr ernsten Situation“, in der das Land sogar in die Rezession schlittern könnte. Aktienstratege Phil Orlando von Federated Investors sprach sich für eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed aus. Zwar sei durch den gesenkten Diskontzinssatz Liquidität in den Markt gepumpt worden. Im Verlauf des zweiten Halbjahres müsse der Leitzins von derzeit 5,25 Prozent jedoch um einen Prozentpunkt herabgesetzt werden.

Zu Handelsauftakt hatte ein Einstieg der Bank of America bei Countrywide mit einem Volumen von zwei Mrd. Dollar den Anlegern an der Wall Street noch neue Zuversicht gegeben. Die aktuellen Probleme in der Branche täuschten über den tatsächlichen Wert von Countrywide hinweg, begründete die zweitgrößte US-Bank ihren Aktienkauf. Countrywide-Aktien gingen mit einem Anstieg um 0,92 Prozent auf 22,02 Dollar aus dem Handel, nachdem sie zeitweise acht Prozent höher lagen. Die Titel der Bank of America schlossen 0,35 Prozent im Plus bei 51,83 Dollar.

Die Nachricht gab auch anderen Finanztiteln Auftrieb. Die Papiere des ebenfalls kriselnden Hypothekenfinanzierers Accredited Home Lenders gewannen 4,59 Prozent auf 6,38 Dollar. Die Aktien des Rivalen Thornburg Mortgage kletterten um 4,91 Prozent auf 13,47 Dollar. Unter den Großbanken zählte Bear Stearns mit einem Plus von 1,62 Prozent auf 116,61 Dollar zu den Gewinnern.

Unter den Verlieren war der Kinderbekleidungskonzern Children's Place. Die Titel brachen um fast 17 Prozent auf 27,43 Dollar ein, nachdem das Unternehmen seinen Verlust im Quartal fast verdoppelt hatte.

Auch die Aktien der Baumarktkette Home Depot gaben nach, und zwar 2,16 Prozent auf 34,02 Dollar. Die „Financial Times“ hatte in ihrer Internetausgabe berichtet, dass die geplante Übernahme der Großhandelssparte durch Finanzinvestoren in Schwierigkeiten kommen könnte, weil die Banken keine Kredite zur Verfügung stellten.

An der New York Stock Exchange wechselten etwa 1,38 Mrd. Aktien den Besitzer. 1669 Werte legten zu, 1648 gaben nach und 90 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,63 Mrd. Aktien 1194 im Plus, 1834 im Minus und 110 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 3/32 auf 100-28/32. Sie rentierten mit 4,637 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 15/32 auf 101-0/32 und hatten eine Rendite von 4,934 Prozent.

HB NEW YORK. Für Gesprächsstoff am Markt sorgte eine zwei Mrd. Dollar schwere Kapitalspritze für die in Bedrängnis geratene US-Hypothekenbank Countrywide. Die Transaktion durch die Bank of America lindert Börsianern zufolge Befürchtungen über eine Ausweitung der Probleme am Kreditmarkt.

Der Leitindex Dow Jones Industrial gewann 0,18 Prozent auf 13 259,54 Punkte. Der marktbreite S & P-500-Index stieg um 0,07 Prozent auf 1 465,16 Zähler. An der Nasdaq hingegen ging es für den Composite-Index zuletzt um 0,16 Prozent auf 2 548,71 Punkte nach unten. Der Auswahlindex Nasdaq 100 verlor 0,03 Prozent auf 1936,17 Zähler.

Countrywide-Aktien schossen um 6,51 Prozent auf 23,24 Dollar in die Höhe. Die Bank of America hilft der durch die amerikanische Kreditkrise in Bedrängnis geratenen US-Hypothekenbank aus der Klemme. Bank of America wird zwei Mrd. Dollar in Form nicht stimmberechtigter Wandelvorzugsaktien investieren. Die Aktien können für je 18 Dollar in Stammaktien umgewandelt werden. Anteile der US-Großbank rückten um 0,19 Prozent auf 51,75 Dollar vor.

Papiere von Limelight Networks sprangen um 8,73 Prozent auf 9,20 Dollar in die Höhe. Das Internetunternehmen, das eine Plattform für digitale Medieninhalte betreibt, hat einen Vertrag mit Microsoft unterzeichnet, um die Leistung und Verlässlichkeit seiner Angebote zu erhöhen.

Anteilsscheine von Foot Locker gewannen 3,93 Prozent auf 16,14 Dollar. Die US-Sportartikelkette hat zwar im zweiten Quartal weniger verdient als im Vorjahr und wie erwartet einen Verlust ausgewiesen. Das Minus betrug 18 Mill. Dollar oder 0,12 Dollar je Aktie (EPS), wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Dennoch fiel das Ergebnis Händlern zufolge weniger schlecht aus als von Analysten befürchtet.

Aktien von Abercrombie & Fitch legten nach Quartalszahlen um 0,10 Prozent auf 77,71 Dollar zu. Händlern zufolge übertrafen der Gewinn und die Umsätze des Modeunternehmens die Erwartungen der Experten. Analystin Michelle L. Clark von Morgan Stanley betonte, das Zahlenwerk sei "solide" ausgefallen. Ihrer Meinung nach beurteilen die Marktteilnehmer jedoch den Ausblick von Abercrombie & Fitch derzeit zu positiv, so dass sie die Einschätzung "Underweight" für die Titel beibehalte.

Titel von Rambus gaben hingegen um 2,19 Prozent auf 13,86 Dollar nach. Neben Intel droht nun auch dem US-Computerchipkonzern ein hohes Wettbewerbsbußgeld der EU-Kommission. Rambus nehme nach ersten Erkenntnissen unverhältnismäßige Lizenzgebühren für gewisse Patente auf so genannte Dram-Chips (Dynamic Random Access Memory), teilte die Kommission mit. Solche Chips werden neben Computern unter anderem in Spielekonsolen von Nintendo oder Sony eingesetzt. Auch Intel-Papiere gaben nach und sanken um 0,50 Prozent auf 24,03 Dollar.

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