Analysten erwarten Gewinnmitnahmen
Euro auf Acht-Monats-Hoch

Der Euro hat sich zum Wochenschluss auf dem Niveau seines am Vortag markierten Hoch über 1,26 Dollar stabilisiert.

HB FRANKFURT. Die Gemeinschaftswährung lag am Vormittag mit 1,2630 Dollar etwas über dem New Yorker Schlusskurs vom Donnerstag bei 1,2615 Dollar. Im Wochenverlauf hat der Euro rund 1,3 Prozent zur US-Währung zugelegt. Kurzfristig erwarteten Experten nach dem mit 1,2651 makierten Acht-Monats-Hoch am Donnerstag keinen weiteren deutlichen Ausbruch nach oben. Der Markt werde sich vorerst wohl bis zur Marke um die 1,2670 Dollar stabilisieren, hieß es bei mehreren Analysten. Zunächst seien Gewinnmitnahmen zu erwarten. „Der Markt hat gelernt, dass es durchaus vernünftig ist, Profite mitzunehmen und nicht darauf zu vertrauen, dass es so gut weitergeht“, sagte Devisenanalyst Michael Klawitter von der WestLB. „Mittelfristig werden die Probleme beim Dollar aber sicher anhalten.“

Auslöser für den Ausbruch des Euro über die enge Handelsspanne der vergangenen Monate waren Analysten zufolge unter anderem stark rückläufige Nettokapitalzuflüsse in die USA. „Die sehr schwachen Kapitalflussdaten haben gezeigt, dass das Leistungsbilanzdefizit nicht länger durch ausländisches Kapital abgedeckt werden kann“, sagte Klawitter. Das Außenhandelsdefizit hatte sich im August auf rund 54 (Juli: 50,55) Milliarden Dollar erhöht, die Anlagen ausländischer Investoren verringerten sich gleichzeitig auf 59 (63,1) Milliarden Dollar. Das Leistungsbilanzdefizit der USA muss durch ausländisches Kapital finanziert werden; die Furcht vor einem Nachlassen der Kapitalströme hatte den Dollar in den vergangenen Monaten immer wieder belastet.

Erhebliche Risiken durch hohen Ölpreis

Konjunkturdaten aus der weltgrößten Volkswirtschaft bestätigten Anleger zudem in ihren Befürchtungen, dass sich die Konjunktur der weltgrößten Volkswirtschaft eintrübe. Auch besser als erwartete Daten am Donnerstag konnten die Sorgen nicht ausräumen. Der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia war im Oktober überraschend stark auf 28,5 Punkte gestiegen nach einem Einbruch im September auf 13,4 Zähler. Experten verwiesen jedoch auf deutliche Rückgänge bei den Einzelkomponenten zu Beschäftigung und der Erwartungshaltung für das nächste halbe Jahr.

Erhebliche Wachstumsrisiken ergeben sich nach Expertenansicht zudem durch den hohen Ölpreis. Seit Jahresanfang hat sich der Preis für leichtes US-Rohöl bis auf einen Höchststand von 55,33 Dollar je Barrel (Fass zu rund 159 Litern) zu Wochenanfang fast verdoppelt. Am Freitagmittag kostete US-Öl der Sorte WTI 54,77 Dollar je Barrel. Im Vergelich zur Schweizer Währung pendelte der Dollar mit 1,2180 Schweizer Franken um das Niveau vom Vortagesschluss.

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