Angst löst Verkäufe deutscher Aktien aus
Anschläge erschüttern den Dax

Die Angst vor weltweiten Anschlägen hat die Anleger nervös gemacht und damit den Dax belastet. Die Aktienkurse begrenzten ihre Verluste allerdings in der letzten Handelsstunde auf Grund besser als erwarteter Konjunkturdaten aus den USA.

HB FRANKFURT. Auslöser der Unsicherheit im Markt waren zwei Bombenanschläge, die Istanbul nur fünf Tage nach Attentaten auf zwei Synagogen in der türkischen Metropole erschütterten. „Die Attentate haben die Anleger wieder für das Thema Terrorismusgefahr sensibilisiert“, sagte ein Aktienhändler in Frankfurt. „Im Moment hängt der Markt an Nachrichten wie an einem Tropf.“ Die Verunsicherung des Marktes verschlechterte nach Einschätzung von Händlern die Chancen auf eine Rally der deutschen Aktien zum Jahresende.

Am Donnerstagmorgen starben mindestens 26 Menschen bei zwei Explosionen in Istanbul. Die türkische Regierung sprach ebenso wie die Regierungen von Großbritannien und den USA von einem gezielten Terroranschlag. „Die Anschläge sorgen für extreme Verunsicherung am Markt“, sagte Händler Raed Mustafa von der BW Bank. Nach Einschätzung von Volkswirten könnte nun die Angst vor Anschlägen Investoren und Verbraucher verunsichern und damit die begonnene Konjunkturerholung bremsen.

Wie groß die Verunsicherung an den Märkten ist, zeigte sich am Nachmittag nach der Nachricht einer Evakuierung des US-Präsidialamtes. Die Kurse der deutschen Aktien weiteten ihre Verluste rasch aus. Als wenige Minuten später klar wurde, dass es sich bei der Notfallsituation um einen Fehlalarm handelte, gingen die Kursverluste wieder zurück. Der Deutsche Aktienindex beendete den Handelstag mit einem Abschlag von 0,4 % auf 3638 Zähler.

Im späten Parketthandel haben sich die so genannten „Late-Indizes“ an der Deutschen Börse dann kaum noch verändert. Der L-Dax ging mit 3650,70 Zählern aus dem Handel. Das war ein Minus von 0,18 Prozent. Der L-MDax gab 0,39 Prozent auf 4 212,57 Punkte ab und stand damit auf ähnlichem Niveau wie der MDax des elektronischen Handels, der 0,42 Prozent auf 4215,65 Zähler verloren hatte. Der L-TecDax stieg um 0,45 Prozent auf 549,34 Punkte nach einem TecDax- Schluss von 546,50 Zählern. Das war ein Plus von 0,13 Prozent.

„Die Wahrscheinlichkeit einer Jahresendrally im Dax hat in den vergangenen Tagen deutlich abgenommen“, stellte ein Händler fest. „Abgehakt ist das Thema aber noch nicht, schließlich haben am Donnerstag trotz schlechter Nachrichten einige wichtige technische Marken gehalten.“ Am Freitag werde aber auf jeden Fall weiter die Unsicherheit im Markt dominieren. Seit Ende vergangener Woche büßte der Leitindex mehr als vier Prozent ein. In der letzten Handelsstunde am Donnerstag nutzten einige Anleger indes ihre Erleichterung über das Ende der Evakuierung des US-Präsidialamtes und sorgten wegen besser als erwarteter Konjunkturdaten aus den USA für eine leichte Erholung des Dax.

Vor dem Hintergrund der Ereignisse in der Türkei setzten sich die Aktien von Tui und Lufthansa mit Einbußen von mehr als drei Prozent an die Spitze der Dax-Verlierer. Die Papiere von Tui beendeten den Xetra-Handel mit 15,00 €, die der Lufthansa mit 12,58 €. Diese beiden Unternehmen leiden traditionell unter Meldungen von Anschlägen, weil Investoren rückläufige Buchungen befürchten. Die übrigen europäischen Fluggesellschaften verbuchten ebenfalls Kursverluste.

Die anhaltende Stärke des Euro belastete zusätzlich die Aktien exportorientierter Unternehmen. Besonders die Automobilaktien hatten bereits im frühen Handel gegen den Trend des Gesamtmarktes im Minus gelegen. In der Nacht zum Mittwoch war der Euro nach Reuters-Daten zeitweise auf 1,1977 Dollar geklettert. Ein starker Euro verteuert die Exporte von Unternehmen aus dem Währungsraum und macht diese Güter damit auf dem Weltmarkt unattraktiver. Am frühen Abend kostete ein Euro knapp 1,1915 Dollar. Die Papiere von BMW verloren 0,7 % auf 35,95 €, die von Daimler-Chrysler büßten 0,8 % auf 31,19 € ein. Die Anteilsscheine von Volkswagen gaben 1,3 % auf 41,99 € ab.

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