Anleger in Kauflaune
Mäßige Bilanzen lassen die Wall Street kalt

Auch die mittelmäßigen Unternehmenszahlen sollten die Wall Street in der kommenden Woche nicht groß beeinflussen - zu gut läuft es in diesem Jahr bisher. Einzig auf Griechenland schauen die Anleger etwas ungewiss.
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New YorkVon bisher nur mittelmäßigen Unternehmenszahlen wollen sich die New Yorker Anleger auch in der neuen Woche nicht die Kauflaune verderben lassen. Dafür läuft es an der Wall Street derzeit einfach zu gut, betonen Börsianer. Fast sieben Prozent hat der S&P-500-Index in diesem Jahr schon zugelegt und fast jede Woche mit einem Gewinn abgeschlossen. Nur in der vergangenen Woche gab es ein ganz leichtes Minus von 0,2 Prozent. Angst machte den Investoren wieder die Krise in Griechenland, wo sich verstärkt Widerstand gegen den von den Geldgebern auferlegten Sparkurs formierte.

Auch deshalb stellen sich einige Experten für die neue Woche durchaus auf turbulente Phasen ein. Gleich an diesem Montag könne es hoch hergehen, sagen Analysten voraus. Darauf deute ein Index hin, der die Nervosität am Markt widerspiegelt. Dieser erreichte am Freitag ein für den Wochenausklang ungewöhnlich hohes Niveau.

Doch trotz dieser angespannten Lage dürften am US-Aktienmarkt weiter die Bullen das Sagen haben. „Der Markt sieht irgendwie über die schwachen Unternehmenszahlen 2011 hinweg und freut sich auf eine bessere Bilanzsaison 2012“, sagte Brian Lazorishak, Portfolio-Manager bei Chase Investment Counsel. „Das wirkt wie grünes Licht für die Investoren, sich in riskantere Anlagen zu stürzen.“ Bisher übertrafen zwar 63 Prozent der Unternehmen die Markterwartungen. Aber in den vier vorangegangenen Quartalen war dies im Schnitt 70 Prozent der Konzerne gelungen. Bliebe es bei der Quote von 63 Prozent, wäre dies die niedrigste seit dem vierten Quartal 2008.

Statt auf starke Firmengewinne verlassen sich die Anleger momentan eher auf Kaufanreize durch Konjunkturdaten und Geldpolitik. So verbesserten sich zur Erleichterung der Investoren die US-Wirtschaftszahlen zuletzt kontinuierlich, und die Notenbank Fed hält dennoch an ihrer Politik extrem niedrigen Zinsen dauerhaft fest. Fed-Chef Ben Bernanke bekräftigte in der vergangenen Woche das Vorhaben, den Leitzins noch bis Ende 2014 auf einem Rekordtief zu halten - obwohl insbesondere der Arbeitsmarkt endlich Zeichen der Besserung zeigte.

Ab Dienstag können sich die Anleger täglich neue Hinweise auf den Zustand der weltgrößten Volkswirtschaft erhoffen: Auf den Einzelhandelsumsatz folgt dann am Mittwoch die Industrieproduktion, am Donnerstag werden die Wohnbaubeginne, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie die Erzeugerpreise veröffentlicht. Am Freitag runden die Verbraucherpreise das Konjunkturbild ab. Unternehmenszahlen werden unter anderem von dem Reifenhersteller Goodyear und dem Versicherer MetLife erwartet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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