Asiens Aktienmärkte im Plus
Nikkei gewinnt über 200 Punkte

Die Börse in Tokio hat am Dienstag ihre Rally fortgesetzt. Nach dem Feiertag am Montag schloss der Aktienindex Nikkei erstmals seit vier Jahren über der 13 000-Punkte-Marke. Auch die anderen Aktienmärkte Asiens verzeichneten Gewinne. Getrieben wurden sie vom Vertrauen in die Wirtschaft.

HB TOKIO/SINGAPUR. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,47 % im Plus bei 13 148 Zählern und damit auf dem höchsten Stand seit Juni 2001. Der breiter gefasste Topix-Index legte bis Handelsschluss 1,78 % auf 1352 Zähler zu. Der japanische Markt hat dabei weiter von allgemeinem Optimismus bezüglich der Konjunkturentwicklung in Japan, dem schwächeren Yen und anziehenden Rohstoffpreisen profitiert. Die 13 000-Punkte-Marke sei aus technischer Sicht aber nun als eine Unterstützungslinie für den Nikkei anzusehen, hieß es.

Händler berichteten von starken Käufen ausländischer Adressen und Umschichtungen aus dem Euro-Raum nach dem unklaren Wahlausgang in Deutschland. Aber auch aus den USA habe es Fondszuflüsse gegeben angesichts einer dort erwarteten Konsolidierungsphase vor dem Hintergrund der erwarteten neuerlichen Zinserhöhung durch die US-Notenbank im Tagesverlauf.

Daneben hätten weiter der Erdrutsch-Wahlsieg der Regierungspartei am 11. September und deren Erhöhung der BIP-Prognose am Vortag für Kauflaune gesorgt. Zur Stimmungsaufhellung habe schließlich auch beigetragen, dass Nordkorea angekündigt habe, sein Nuklearprogramm unter bestimmten Voraussetzungen fallen zu lassen, hieß es weiter. Angesichts der Vehemenz des jüngsten Kursanstiegs gab es aber auch warnende Stimmen, dass eine Korrekturphase kurzfristig unvermeidlich erscheine, auch mit Blick auf den 30. September, an dem die erste Hälfte des Fiskaljahres in Japan endet. Zu diesem Termin werden viele Bücher zwischenzeitlich geschlossen.

Analysten zufolge bremste allein die Ungewissheit vor der für Dienstag erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) höhere Gewinne. „Die Investoren achten sehr auf Ölpreise und ihre Auswirkung auf die US-Wirtschaft, genau so wie auf die Fed (...) gleichwohl hegen sie große Erwartungen an die heimische Wirtschaft“, sagte Toshihiko Matsuno von SMBC Friend Securities. Nach einer Reuters-Umfrage gehen 18 der 22 befragten US-Primärhändler davon aus, dass der Offenmarktausschuss (FOMC) der Fed den Leitzins zum elften Mal in Folge um wieder 25 Basispunkte auf dann 3,75 % anheben wird. Höhere Zinsen gelten als belastend für die Börse, weil sie die Kosten für die Geldbeschaffung für Verbraucher und Unternehmen erhöhen.

Auch der zuletzt gestiegene Ölpreis könnte sich negativ auf den Aktienmarkt auswirken. „Die Wirtschaft bewegt sich in eine gute Richtung, aber der Ölpreis ist ein Risikofaktor“, warnte der japanische Wirtschaftsminister Heizo Takenaka. Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl sank zwar um 38 Cent auf 67,01 Dollar, war jedoch am Montag um mehr als vier Dollar gestiegen. Nippon Oil-Aktien legten in Folge um 2,13 % auf 910 Yen zu, die Ölfirma AOC Holdings gewann 5,62 % auf 2255 Yen.

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