Aufholjagd
Anleger werfen Sorgen über Bord - Dax gewinnt 2,7 Prozent

Der Dax überwindet eindrucksvoll die Dubai-Krise und geht mit einem satten Plus aus dem Handel. Der Leitindex konnte heute rund 2,7 Prozent zulegen. Der Grund: Die angeschlagene Dubai World beruhigt die Märkte mit einem Sanierungsplan. Die MAN-Aktie bricht trotzdem ein.
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HB FRANKFURT. Die Anleger haben am Dienstag wieder Mut gefasst und dem deutschen Aktienmarkt zu einem kräftigen Kursplus verholfen. Abebbende Sorgen um Dubai beflügelten den Dax, der an den positiven Trend aus dem November anschließen konnte. Gemischt ausgefallene US-Konjunkturdaten hatten am Nachmittag die Gewinne nur kurzzeitig etwas geschmälert. Zum Handelsschluss verabschiedete sich der Dax bei 5 776 Zählern mit einem Plus von 2,68 Prozent auf seinem Tageshöchststand, nachdem er im Vormonat um 3,59 Prozent hinzugewonnen hatte. Der MDax mittelgroßer Werte gewann 3,22 Prozent auf 7 328 Punkte und für den TecDax ging es um 2,54 Prozent auf 801 Zähler hoch auf den höchsten Stand seit September 2008. Das Handelsvolumen im Dax stieg auf 116,6 (Montag: 104,9) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf unverändert auf 3,2 Milliarden Euro.

"Die nachlassenden Sorgen um Dubai haben dem Markt sicher geholfen", sagte Niklas Breckling, Händler bei der Schnigge Wertpapierhandelsbank. "Allerdings dürften auch einige Marktteilnehmer mit einer weiteren Schockreaktion gerechnet haben und entsprechend auf fallende Kurse gesetzt haben. Die sind auf dem falschen Fuß erwischt worden und müssen nun Leerverkaufspositionen eindecken (short covering)." Gleichzeitig räumte der Experte ein, dass die Übertreibung nach unten möglicherweise zu groß gewesen ist. "Die Impulse aus den USA sind nach den eher gemischten Daten auch erst einmal verhalten." Börsianer werteten den Rückgang des ISM-Index für die Industrie allerdings nicht als sonderlich dramatisch, da er auch auf dem aktuellen Niveau auf eine anhaltende Konjunkturerholung hinweise.

Die Investoren seien erleichtert, dass das Thema Dubai zunächst abgeschlossen sei, sagte Oliver Roth, Händler bei Close Brothers Seydler Bank. Ein weiterer Börsianer äußerte sich zurückhaltender. "Der Markt ist volatil und bleibt anfällig für negative Nachrichten."

Größter Dax-Gewinner waren die Aktien von K+S mit einem Plus von 6,6 Prozent. "Es gibt Gerüchte, dass Yara Anteile an K+S kauft", sagte ein Händler. Yara ist ein norwegischer Konkurrent des Düngemittel- und Salzherstellers. Yara-Aktien stiegen in Oslo um vier Prozent. Beide Unternehmen wollten zu den Spekulationen keine Stellungnahme abgeben. Henkel-Aktien verhalf eine Kaufempfehlung der Societe Generale zu einem Kursplus von gut fünf Prozent. Die zuletzt unter Druck stehenden Daimler-Papiere verteuerten sich um 4,1 Prozent.

Zu den wenigen Dax-Verlierern zählten die Aktien des Maschinen- und Anlagenbauers MAN mit einem Minus von 4,4 Prozent. Händler begründeten die Abschläge mit Gerüchten über ein erzwungenes Angebot für den schwedischen Konkurrenten Scania, dessen Aktien um 3,1 Prozent stiegen. Händler mutmaßten, VW könnte den Zwang ausüben. Die Wolfsburger sind bereits mit knapp 30 Prozent an MAN und 70 Prozent an Scania beteiligt. In einem Medienbericht hatte es kürzlich geheißen, VW wolle eine neue Konzernstruktur mit einer eigenen Lkw-Sparte schaffen. Analysten brachten den MAN-Kursrückgang in Zusammenhang mit dem Rücktritt von drei MAN-Vorständen innerhalb nur weniger Tage.

Henkel-Vorzüge gewannen 5,10 Prozent auf 35,26 Euro. Die Societe Generale stufte die Papiere von "Hold" auf "Buy" hoch und hob das Kursziel von 25 auf 40 Euro. T-Aktien legten um 3,87 Prozent auf 10,20 Euro zu. Händlern zufolge spekulieren Experten auf einen iPhone-Vertrag für T USA-Mobile im kommenden Jahr, wenn die Exklusivvermarktungsrechte von AT&T auslaufen. "Das wäre sicher positiv für die Deutsche Telekom und unterstützt die Hoffnung auf Gewinne dank der umfangreicheren Datennutzung im Mobilfunk", sagte ein Händler. Börsianern zufolge sorgte der wieder erweckte Optimismus dafür, dass vor allem jene Unternehmensanteile gefragt waren, die von einer Konjunkturerholung profitieren würden. Siemens rückten um 3,72 Prozent auf 67,69 Euro vor.

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