BIP-Zahlen für Japan revidiert
Tokioter Börse rutscht ins Minus

Japans Wirtschaft ist im ersten Quartal etwas stärker gewachsen als zunächst angenommen. Diese Entwicklung wurde aber durch eine Revision der Investitionen nach unten überschattet. An den Märkten wurden die revidierten Konjunkturdaten eher mit Enttäuschung aufgenommen.

HB SINGAPUR. Insbesondere die Titel von Banken wie UFJ Holdings und Einzelhandelsunternehmen gaben nach. An den Handelstagen zuvor waren die Kurse in Japan noch nach oben geklettert. Obwohl der Ölpreis weiter nachgab und zwischenzeitlich mit 36,75 Dollar je Barrel (ein Barrel = 159 Liter) auf den tiefsten Stand seit Ende April sank, war die Kauflust der Anleger etwa durch die Aussage des Chefs der US-Notenbank Fed, Alan Greenspan, getrübt. Dieser hatte am Vortag für den Fall einer unerwartet stark anziehenden Inflation eine kräftige Zinserhöhung nicht ausgeschlossen.

Der Euro notierte mit 1,2238 Dollar kaum verändert zum Handelsschluss in New York, nachdem er zuvor in Folge der Greenspan-Äußerungen zum Dollar Verluste verzeichnet hatte. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 0,63 % tiefer bei 11 449 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,44 % nach auf 1152 Punkte. Die übrigen asiatischen Märkte tendierten uneinheitlich. Während die Börsen in Singapur und Hongkong im Plus lagen, notierte die in Taiwan schwächer.

Die japanische Regierung revidierte am Mittwoch den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf 1,5 % von 1,4 % nach oben. Auf das Jahr hochgerechnet habe der BIP-Anstieg 6,1 % betragen. Ursprünglich hatte die Regierung einen Anstieg um 5,6 % errechnet. Die japanische Wirtschaft wächst damit im achten Vierteljahr in Folge.

Das höhere Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2004 basiere allerdings auf Aufbau von Lagerbeständen, hieß es. Der Anstieg der Investitionen wurde auf 1,7 % von 2,4 % nach unten revidiert. Der Anstieg der Konsumausgaben von 1,0 % wurde nicht geändert. „Die Entwicklung der Investitionen ist etwas überraschend“, sagte Richard Jerram, Volkswirt bei der Bank ING. „Es ist allerdings kaum zu klagen bei einem aufs Jahr hochgerechneten Wirtschaftswachstum von 6,1 %“, fügte er hinzu.

Anleger reagierten auf die Daten mit Enttäschung, zumal der Anstieg der Investitionen nach unten revidiert wurde. Die Details hätten unter den Erwartungen gelegen, sagte Kazunori Jinnai von Daiwa Securities SMBC. Anleger reagierten mit Gewinnmitnahmen, wodurch insebesonder Banken, Einzelhändler und Versicherungen am härtesten betroffen waren. Die Titel der viertgrößten Bank Japans, UFJ Holdings, gaben um mehr als zwei Prozent nach. Die Werte des Konkurrenten Mizuho Financial verloren ebenfalls über zwei Prozent.

Die US-Börsen hatten am Dienstag im Plus geschlossen. Der Dow-Jones-Index verließ den Handel 0,4 % höher mit rund 10 432 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 0,15 % auf etwa 1142 Zähler. Der Index der US-Technologiebörse Nasdaq zog um 0,14 % auf rund 2023 Punkte an.

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