Börse Frankfurt
Anleger hoffen auf Notenbanken

Positive Signale aus Italien sorgen am Montag auch in Frankfurt für steigende Kurse. Der Dax setzt seinen Aufwärtstrend aus der Vorwoche fort. Im Laufe der Woche könnten weitere Impulse von den Notenbanken kommen.
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FrankfurtIn der Hoffnung auf Fortschritte bei der Überwindung der Schuldenkrise sind Anleger am Montag in die europäischen Finanzmärkte eingestiegen. Sie griffen vor allem bei italienischen Aktien und Anleihen zu, weil sie nach der Regierungsbildung vom Wochenende auf ein Ende des politischen Stillstands in dem hoch verschuldeten Staat spekulierten.

In Frankfurt notierte der Dax bei Börsenschluss 0,75 Prozent im Plus bei 7873 Punkten. Der MDax beendete den Präsenzhandel 0,35 Prozent fester bei 13.395 Zählern, der TecDax gewann ebenfalls 0,35 Prozent auf 924 Stellen und der EuroStoxx 50 zog um 1,2 Prozent auf 2715 Punkte an. Den Experten von Sentix zufolge bleibt das stabile Grundvertrauen der Anleger eine Stütze für den Aktienmarkt.

Eine insgesamt sechs Milliarden Euro schwere Auktion italienischer Staatsanleihen bestärkte Anleger in ihrer positiven Einschätzung der Aussichten für Italien. Die Renditen der neuen fünf - und zehnjährigen Titel fielen jeweils auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2010. Der Euro profitierte hiervon ebenfalls und kostete am Abend 1,3098 Dollar. Am Rentenmarkt stieg der italienische Anleihe-Future um 97 Ticks auf 115 Punkte. Im Gegenzug ging die Rendite der zehnjährigen Titel auf 3,95 Prozent von 4,1 Prozent am Freitag zurück.

Kursstützend wirkte auch die anhaltende Hoffnung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins am Donnerstag um 25 Basispunkte auf 0,5 Prozent senken könnte. Von 76 befragten Volkswirten tippten 43 auf einen solchen Schritt. David Thebault, Chef-Händler des Brokerhauses Global Equities, warnte jedoch vor überzogenen Erwartungen. „Die Leitzinsen sind bereits extrem niedrig.“ Für eine deutliche Belebung der europäischen Konjunktur müssten jedoch die Steuern gesenkt und die Kreditvergabe an die Unternehmen angekurbelt werden.

Bereits am Mittwoch verkündet die US-Notenbank Fed ihren Zinsentscheid. Da die US-Wirtschaft im Frühjahr an Fahrt verloren hat, dürfte es nach Meinung von Experten keine Signale für eine Verringerung des Anleihekaufprogrammes geben. „Die Fed kauft weiter ohne Abstriche“, ist sich die Commerzbank sicher. Dies gelte umso mehr, als die Inflationsrate in den USA deutlich unter dem Ziel der Fed liege. Analysten gehen auch davon aus, dass sie den Leitzinskorridor von null bis 0,25 Prozent beibehält

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  • Sollte sich diese Hoffnung zerschlagen,kann´s schnell abwärts gehen.

  • Meines Erachtens liegt das viele günstige Geld einfach nur
    in den falschen Händen. Die EZB sollte Unternehmen, die von
    ihr Geld annehmen, dafür einen anständigen Zins (> 5%) zahlen. Weiterhin sollte jedem Bürger eines €-Landes ein
    anständiger Geldbetrag (>100.000 €) ohne Rückzahlungspflicht
    ausgezahlt werden. Der Konsum dürfte ungeahnte Höhen erreichen und die Unternehmen werden so stark investieren,
    dass die Schwarte kracht.

  • Und so ganz nebenbei wird auch noch vom Verbraucher erwartet das er das Geld, was er nicht mehr hat bzw. ihm per Steuererhöhung genommen wird, in den Konsum investiert. Vielleicht hab ich ja einfach in der Schule nicht aufgepasst um das alles zu verstehen zu können.

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