Börse Frankfurt
Berlusconi drückt Dax unter 6.000 Punkte

Nachdem der Dax zwischenzeitlich deutlich oberhalb der Marke von 6.000 Punkten notierte, machte die Regierungskrise in Italien den Anlegern einen Strich durch die Rechnung. BMW-Aktionäre machten trotzdem ihren Schnitt.
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DüsseldorfDer deutsche Anlegermarkt hat sowohl die Meldungen um die Vorbereitungen zum geordneten Rücktritt des Griechischen Kabinetts als auch die Abstimmung in Italien mit Kursbewegungen honoriert. Der Dax schloss am späten Nachmittag bei geringen Umsätzen 0,6 Prozent höher bei 5.962 Punkten. Bis zum Ergebnis der Abstimmung in Italien war er allerdings bis auf 6.087 Zähler geklettert. Für den MDax ging es 0,4 Prozent auf 9.065 Punkte nach oben und der TecDax rückte um 1,9 Prozent auf 703 Punkte vor.

Der angeschlagene italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat am Dienstag eine wichtige Haushaltsabstimmung gewonnen, die Mehrheit im Parlament aber offenbar dennoch verloren. Lediglich 308 Parlamentarierer des Abgeordnetenhauses stimmten für das Vorhaben, deutlich weniger als die für eine absolute Mehrheit notwendigen 316 Stimmen. „Das gefällt den Märkten überhaupt nicht“, sagte ein Händler. Börsianer hatten auf ein unmittelbares Ende der Amtszeit Berlusconis gewettet.

Jeder am Markt wolle Berlusconi zurücktreten sehen, sagte Stratege Stan Shamu von IG Markets. Das Vertrauen von Investoren in die Zahlungsfähigkeit Italiens ist am Dienstag weiter abgeschmolzen. Vor der Abstimmung gerieten Anleihen aus Rom nochmals unter Druck. Zehnjährige Papiere verloren bis zu 34 Ticks auf 86,58 Zähler und rentierten mit 6,742 Prozent - so hoch wie seit 14 Jahren nicht mehr. Der Staat kann sich zu diesen Sätzen eigentlich schon nicht mehr refinanzieren. Bereits am Montag hatte sich das Gerücht verbreitete, Berlusconi werde zurücktreten. Die europäischen Aktienmärkte hatten daraufhin deutlich zugelegt. Auf das Dementi aus Italien folgte jedoch der Kursabsturz.

Währenddessen lässt in Griechenland eine große Koalition auf sich warten. Sozialisten und Konservative hätten sich noch nicht auf die Bildung einer Übergangsregierung verständigt, sagte ein Regierungsvertreter am Dienstag. „Aber der Ministerpräsident ist überzeugt, dass dies bald der Fall sein wird“, ergänzte der auf Anonymität Wert legende Insider.

Die deutschen Exporteure bieten der Schuldenkrise und der weltweiten Konjunkturabkühlung bisher noch erfolgreich Paroli. Im September setzten sie überraschend 0,9 Prozent mehr um als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Fachleute erwarten jedoch härte Zeiten: „Dass es in diesem Tempo weitergeht, darf bezweifelt werden“, sagte DIHK-Außenhandelschef Volker Treier der Nachrichtenagentur Reuters. Auch Commerzbank-Expertin Ulrike Rondorf bezeichnete das Umsatzplus als „Blick in den Rückspiegel“. Die mageren Auslandsaufträge signalisierten künftig schlechtere Exporte.

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  • @∆: Schön, dass Dir das Spaß macht. Ist in der Tat ne interessante Persönlichkeit!!

  • @Inliner: Und schon wieder "Rom" mit meiner Lieblingsfolge Konstantin:)

  • Jo, delta, auch gerade gelesen. HAb ich echt nicht mit gerechnet!!

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