Börse Frankfurt
Dax-Anleger fassen Mut

Donald Trumps mit Spannung erwartete Pressekonferenz wirkte auf die Märkte nur wenig belebend. Dennoch schloss das deutsche Aktienbarometer erstmals seit dem Sommer 2015 wieder über der Marke von 11.600 Punkten.
  • 2

FrankfurtNach Tagen ohne größere Bewegung haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch neuen Mut gefasst. Die bevorstehende Amtseinführung von Donald Trump im Fokus, erreichte der Dax bei 11.692 Punkten den bisher höchsten Stand im noch jungen Börsenjahr. Allerdings verlor der Leitindex wieder etwas an Dynamik, als der designierte US-Präsident kurz vor Börsenschluss seine erste Pressekonferenz seit dem Wahlsieg begann. Am Ende legte der Dax noch um 0,54 Prozent auf 11.646 Punkte zu. Nach mehrtägigem Ringen schloss er erstmals seit August 2015 wieder über 11.600 Zählern.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann 0,72 Prozent auf 22.364 Punkte. Der TecDax rückte um 0,3 Prozent auf 1.847 Zähler vor – zuvor hatte der Technologiewerte-Index bei fast 1.860 Punkten den höchsten Stand seit über einem Jahr erreicht. Die Kleinwerte im SDax verbuchten im Handelsverlauf einen Rekordstand bei 9.738 Zählern.

Auf Unternehmensseite stand Volkswagen im Rampenlicht. Der Autobauer ist in der Affäre um manipulierte Abgaswerte bei den Vergleichsverhandlungen mit den US-Behörden auf die Zielgerade eingebogen. Einem Insider zufolge nickte der VW-Vorstand die Einigung ab, die Bußgelder und Strafen im Volumen von 4,3 Milliarden Dollar umfasse. VW-Aktien stiegen daraufhin um 3,4 Prozent auf 151 Euro. Anleger seien erleichtert, dass dieses Damokles-Schwert entfernt werde, schrieb Analyst Arndt Ellinghorst von der Investmentbank Evercore ISI. Außerdem sei die wirtschaftliche Belastung beherrschbar.

Zu den Top-Favoriten mit einem Plus von zwei Prozent zählten im Dax auch ProSiebenSat.1, die gleich von zwei Kaufempfehlungen profitierten. Auch RWE legten angesichts eines positiven Analystenkommentars gut drei Prozent zu und zählen damit im Dax zu den größten Gewinnern. Eon setzte sich an die Spitze der Dax-Gewinner mit einem Plus von annähernd fünf Prozent.

Donald Trump schickt Märkte auf Zickzackkurs

Die erste Pressekonferenz Donald Trumps seit seiner Wahl hat die Anleger am Mittwoch in Atem gehalten. Die Äußerungen des künftigen US-Präsidenten schafften es allerdings nicht, dem US-Leitindex Dow Jones über die Marke von 20.000 Punkten zu hieven. Das Barometer legte einen Zickzackkurs ein und lag nach Beendigung der Pressekonferenz unter 19.900 Punkten.

Trump hatte zunächst erneut die Pharmaindustrie für überzogene Preise und die Produktion von Medikamenten im Ausland kritisiert. Der US-Branchenindex drehte daraufhin ins Minus und verlor bis zu 1,8 Prozent.

Der Dollar geriet ebenfalls unter Druck. Im Gegenzug verteuerte sich der Euro binnen Minuten um einen guten halben US-Cent auf 1,0526 Dollar. Einige Anleger griffen daraufhin zu den als sicher geltenden Bundesanleihen. Der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Papieren basiert, gewann 63 Ticks auf 163,75 Punkte.

Die „Antikrisen-Währung“ Gold, die durch Gewinnmitnahmen unmittelbar vor Trumps Auftritt um bis zu ein Prozent ins Minus gedrückt wurde, erholte sich schnell und notierte am Abend kaum verändert bei 1187,30 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax-Anleger fassen Mut"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Es gibt eine Wurst, pro Aktionär, mehr daher steigt die VW-Aktie.

  • Herr Mark Hoffmann11.01.2017, 15:09 Uhr
    Es langt schon, wenn wir mit der Grün-Sozialistischen Merkel wieder in einen grün-linken"Nazi-Deutschland" wieder angekommen sind.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%