Börse Frankfurt
Dax-Anleger warten auf Ben

Der Dax konnte seine Talfahrt beenden. Dennoch überwiegt die Skepsis. Die Anleger bleiben weiterhin von den Fed-Geldern abhängig – und ob diese weiter fließen werden, entscheidet sich erst kommende Woche.
  • 12

FrankfurtDer Dax schließt den letzten Handelstag der Woche mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 8.128 Punkte. Auf Wochensicht machte der Leitindex allerdings keine außerordentlich gute Figur. Die mehrtägige Talfahrt hat Spuren hinterlassen. In Zahlen ausgedrückt steht hinter der Handelswoche ein Minus von etwa 0,5 Prozent.

In der zweiten Reihe ging der MDax mit einem Plus von ein Prozent auf 13.965 Punkte ins Wochenende und der TecDax konnte einen Gewinn von 0,3 Prozent auf 947 Zähler mitnehmen.

Die Aussagekraft des heutigen Handelstage hält sich aber in Grenzen. Händler sprachen vielfach von einer technischen Gegenreaktion auf die gestrigen Verluste. Am Donnerstag fiel der Dax kurzzeitig unter die Marke von 8.000 Punkten, was einige Anleger zum Einstieg nutzten. Auch die niedrigen Umsätzen bezeugen, dass sich heute nur wenige Investoren an den Aktienmärkten tummelten.

Letztlich haben die Kursgewinne am Freitag altbekannte und wiederkehrende Gründe. Anleger kommen auf der Suche nach Renditen einfach nicht an Aktien vorbei. Zu niedrig sind die Zinsen und zu billig das Geld. Dafür sorgen die Notenbanken, allen voran die Federal Reserve. Ihr Anleihekaufprogramm bestimmt seit Wochen das Aktienmarktgeschehen. Investoren auf der ganzen Welt schauen auf die Zentralbank. Fundamentaldaten spielen kaum noch ein Rolle. Und wenn sie mal in den Fokus rücken, dann sorgen sie für Nervosität, weil Börsianer bei einer zu guten Konjunktur- beziehungsweise Arbeitsmarktlage befürchten, dass die Fed ihre Geldpolitik drosseln könnte.

Wie es mit der US-Notenbank weitergeht, wird am Dienstag und Mittwoch verhandelt. Dann treffen sich die Notenbanker um im Rahmen des Offenmarkt-Ausschusses (FOMC) das weitere geldpolitische Vorgehen zu besprechen. Fest steht, dass die Notenbank das Anleihekaufprogramm drosseln wird, sofern der US-Arbeitsmarkt eine signifikante Erholung erfährt. Dies ist bisher noch nicht geschehen, weshalb einige Händler optimistisch in die Zukunft blicken. "Okay, die Fed wird ihre Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur vielleicht etwas reduzieren, aber ich rechne nicht im laufenden Jahr damit", äußerte sich Philippe Gijsels, Chef-Analyst von BNP Paribas Fortis Global Markets, über die Kursaussichten.

Unterdessen zeigt sich, dass zuletzt das Interesse nach europäischen Aktien bei US-Anlegern so groß war, wie nie zuvor. In der Woche zum 12. Juni flossen unter dem Strich über Fonds und börsennotierte Indexfonds (ETFs) 1,2 Milliarden Dollar in europäische Dividendenpapiere, wie am Freitag veröffentlichte Daten von Thomson Reuters Lipper zeigten. Das ist der größte Zufluss seit Beginn der Lipper-Datensammlung 1992. Rund 3,3 Milliarden Dollar zogen Fonds mit Sitz in den USA hingegen in der Woche aus hochverzinslichen Unternehmensanleihen ab. Hintergrund des Wechsels sind Spekulationen, dass die amerikanischen Notenbank den Geldhahn langsam zudrehen könnte, was den Anlegern den Appetit auf riskantere und weniger liquide Anlageklassen verdirbt. Deshalb sind auch Aktieninvestments in Schwellenländern weniger gefragt. Aus den entsprechenden Fonds flossen vergangene Woche 2,1 Milliarden Dollar ab und damit so viel wie seit Februar 2011 nicht mehr.

Seite 1:

Dax-Anleger warten auf Ben

Seite 2:

Allianz kommt mit blauem Auge davon

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax-Anleger warten auf Ben"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Warum? Als Shortie kommt man zur Welt, die Glaskugel erbt man von Sauron.

  • Dann wäre es besser, wenn die bösen Computer auf 10.500 eingestellt werden...

  • Hilfe, ein Orakel,ein Medium, mir wird schwindelig,
    häte gerne Ihre Glaskugel.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%