Börse Frankfurt
Dax behauptet 9000-Punkte-Marke

Der deutsche Leitindex gab zwar leicht nach, schloss zum Ende des Börsentags aber über der wichtigen 9000er Marke. Ein Fondsmanager von Frankfurt Trust rechnet mit einer Abwärtsbewegung bis zum Jahresende.
  • 36

FrankfurtDer Dax hat am Mittwoch abermals im Minus geschlossen. Äußerungen des EZB-Chefvolkswirts Peter Praet sorgten am Nachmittag aber für eine Begrenzung der Verluste. Der Topnotenbanker stellte nach der historischen Zinssenkung aus der Vorwoche weitere Lockerungen in Aussicht. Der Leitindex konnte daraufhin im Schlussspurt seine Abschläge noch kräftig reduzieren und ging mit einem Minus von 0,24 Prozent auf 9054,83 Punkte aus dem Handel. Für Enttäuschung sorgten vor allem einige Bilanzen im MDax, der um 0,91 Prozent auf 15.916,80 Punkte nachgab. Der TecDax verlor 0,18 Prozent auf 1124,27 Zähler.

Praet hatte in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“ betont, alle geldpolitischen Optionen lägen „auf dem Tisch“. Dabei schloss er explizit auch Anleihekäufe als Instrument nicht aus. Gleichzeitig machten am Mittwoch am Markt wieder Spekulationen über den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed die Runde.

„Die Marktteilnehmer haben Angst, dass es schon dieses Jahr einen Richtungswechsel in der US-Geldpolitik geben wird“, sagte Marktanalyst Arkadius Barczynski vom Brokerhaus GKFX. Mit Spannung wird daher an diesem Donnerstag die Anhörung der designierten US-Notenbankchefin Janet Yellen vor dem US-Senat erwartet, die eigentlich als Verfechterin der ultralockeren Geldpolitik gilt.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Eon mit plus 2,07 Prozent auf 13,775 Euro an der Dax-Spitze. Nach Quartalszahlen und gesenkten Jahreszielen hatten die Papiere des von der Energiewende gebeutelten Strom- und Gasversorgers anfangs noch deutlich nachgegeben. Einige Anleger, die in Erwartung schlechterer Zahlen verkauft hatten, hätten dann aber wieder Aktien zurückgekauft, hieß es zur Begründung am Markt. RWE legten im Kielwasser des Wettbewerbers um 1,86 Prozent zu.

Anteilsscheine von Hochtief erklommen nach Zahlen mit plus 3,62 Prozent das Siegertreppchen im MDax. Grund waren die erfolgreichen Quartalszahlen und die guten Aussichten. So will Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes nach einem Jahr im Amt den Umbau des Baukonzerns weiter vorantreiben. Stellenstreichungen in Europa sollen die Kosten drücken. Dafür sei ein entsprechender Tarifvertrag unterzeichnet worden, teilte Hochtief am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalszahlen mit. Im dritten Quartal verdiente der Konzern weniger als noch vor Jahresfrist. Im Gesamtjahr will Hochtief nach dem Verkauf von zwei Sparten vor Steuern 580 bis 660 Millionen Euro verdienen, unter dem Strich sollen es weiter 160 bis 220 Millionen Euro sein.

Seite 1:

Dax behauptet 9000-Punkte-Marke

Seite 2:

Einbruch um sieben Prozent erwartet

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax behauptet 9000-Punkte-Marke"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • DAX 10.000, 12.000, 15.000

  • Vieles hängt meines Erachtens vom US-Weihnachtsgeschäft ab.

    Das könnte 'ne große Enttäuschung werden und QE, etc. interessiert plötzlich keinen mehr.

    Abgesehen davon rührt man bei CNBC noch kranker die Propaganda-Trommel als bei unseren Käseblättern hier und eine Umfrage aus dieser Woche dort zeigt, daß etwa 50% (!) der Investoren noch höhere Indexstände erwarten.
    Scheinbar hat kaum noch einer Angst ... sollte zu Denken geben, oder?

  • Ein gesundes Jahresendziel wäre bei 7.9xx Punkten.

    Danach schaun mer mal.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%