Börse Frankfurt
Dax fällt fast auf 11.000 Punkte

Ein Mix aus Griechenland, steigenden Anleiherenditen und einem starken Euro machen dem Dax zu schaffen. Seit seinem Allzeithoch hat er über zehn Prozent verloren. Doch es gibt auch einen Gewinner: Die Deutsche Bank.
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FrankfurtDer Dax beginnt die neue Handelswoche genau so, wie er die vergangenen beendete hatte. Nach einem wechselhaften Start baute der Leitindex seine Verluste am Nachmittag deutlich aus. Am Ende lag der Dax bei 11.065 Zählern 1,2 Prozent im Minus. Damit notierte er über zehn Prozent tiefer als bei seinem Allzeithoch von 12.391 Punkten im April. Börsianer sprechen dann von einer „Korrektur“.

Für Verkaufsdruck sorgen mehrere Faktoren. Zum einen ist weiterhin ungewiss, wann die Federal Reserve in den USA die Zinsen anheben wird. Zum anderen treiben der starke Euro, der am Abend bei 1,1213 Dollar 0,9 Prozent höher bewertet wurde, sowie Griechenland die Anleger aus den Aktienmärkten.

Noch immer ist unklar, wie das krisengeplagte Land die 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds bis Ende Juni zurückbezahlen möchte. Eigentlich hätte Griechenland bereits am vergangenen Freitag eine erste Tranche von 300 Millionen Euro bezahlen müssen. Doch IWF und Athen konnten sich darauf einigen, dass diese zusammen mit den 1,6 Milliarden Euro erst am Ende des Monats fällig werden.

Der Zahlungsaufschub der Gläubiger im Schuldenstreit macht eine schnelle Lösung wenig wahrscheinlich. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker lehnte am Wochenende ein Telefonat mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras ab und zeigte sich verärgert. Tsipras hatte ein von der Euro-Zone und dem IWF vorgelegtes Kompromisspapier, das ihm Juncker Mitte der Woche erläutert hatte, im Parlament als „absurd“ zurückgewiesen.

Im Hintergrund sorgt auch die Inflation in der Euro-Zone für Unruhe und für eine anziehende Verkaufsdynamik bei Aktien. Denn der überraschend starke Anstieg der Teuerungsrate hat die Attraktivität von Staatsanleihen dramatisch erhöht. Bundesanleihen, die Anfang des Jahres lediglich mit 0,05 Prozent rentierten, verzeichnen derzeit eine Verzinsung von 0,862 Prozent. Einen so steilen Anstieg hat es bei den Staatspapieren seit 1999 nicht gegeben. Selbst die in diesem Zeitraum fallenden extremen Ereignisse wie die Dotcom-Blase, der 11. September, die Subprime-Krise und die Anfänge der Griechenland-Krise haben die Anleihemärkte nicht derart aus der Bahn geworfen.

Dass der Dax nicht noch tiefer im Negativen notiert, hat er vor allem den Aktien der Deutschen Bank zu verdanken. Nach massiver Kritik von Investoren und Mitarbeitern haben die beiden Vorstandschefs der Deutschen Bank am Sonntag überraschend das Handtuch geworfen. Der Aufsichtsrat nahm die Rücktrittsangebote von Anshu Jain und Jürgen Fitschen an und ernannte John Cryan zur neuen Nummer eins. Die Aktie reagierte prompt. Am Montag schossen bis zu acht Prozent ins Plus. Am Ende notierten die Papiere 3,6 Prozent fester.

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Wenn Du jemanden brauchst, ich meine für die first Lady, damit du die DB retten kannst....lass dich von meinem Namen nicht abschrecken.

    Hein Bloed
    Musensammler

  • Der einzige der die Deutsche Bank retten könnte wäre ich. Ich hege keinen Groll mehr gegenüber dem Haus, dass mich zu dem gemacht hat was ich bin, auch wenn sie mich gefeuert hatten.

    Aber die junge first Lady will nonstop bespasst werden,tja leider keine Zeit für die Wiege meines Erfolges und Bescheidenheit.

    Grüße aus Downtown- Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope and HQ of Super- Mario.

    Ralph

    Investmanbanker (CFA, Eurex- und Xetra- Lizenz)
    -selbst. Börsenhändler-
    Algo- und System-Trading

    Handelsbuch mit 5,0 Mio € Handelslimit, genehmigt durch die hinterlegte Sicherheit in physischem Gold auf dem Margin - Konto

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