Börse Frankfurt
Dax geht mit über 12.600 Punkten ins Wochenende

Auch am Freitag ging es für den Leitindex runter. Gründe für ein weiteres Engagement finden sich nur wenige, Argumente gegen selbiges schon eher. Wenigstens die Hundertemarke kann der Leitindex verteidigen.
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FrankfurtDie Frankfurter Börse ist vor dem Wochenende noch einmal eingeknickt. Der Dax ging 0,2 Prozent leichter bei 12.602 Punkten ins Wochenende. Im Späthandel hatten die Anleger den Leitindex immerhin noch über die Hundertermarker hieven können. Der Euro-Stoxx 50 gab ebenfalls 0,2 Prozent nach auf 3577 Zähler. Nach der wochenlangen Rally mit ihren Rekordhöhen, finden die Anleger aktuell nur wenig gute Gründe weiterzuzukaufen. Dementsprechend vorsichtig agiert man auf dem Parkett. Fondsmanager Thomas Altmann vom QC Pertners brachte es auf den Punkt: „Börsianer wollen weder kaufen noch verkaufen.“

Zum Wochenausklang schlug das Pendel erneut in Richtung Verkaufen. Die Stimmung trüben taten gleich mehrere Sachen. Vor den richtungweisenden Notenbankentscheidungen Anfang bleiben die Anleger lieber in Lauerstellung, die Fed dürfte in Washington den nächsten Zinschschritt wagen, das ist fast ausgemacht. In Europa aber könnte die EZB einen Kurswechsel einläuten. Es wird mit Spannung erwartet, ob die Zentralbank erste Signale auf eine Straffung ihrer ultralockeren Geldpolitik gibt, zumindest so, dass von weiteren expansiven Maßnahmen abgesehen wird.

Und im Hintergrund schwelt die Sorge um eine Eskalation im Konflikt um Nordkoreas Atomprogramm. Das Regime in Pjöngjang zündelt weiterhin mit seinen international geächteten Raketenstests. US-Präsident Trump zeigte sich am Rande es G7-Treffens in Italien erneut handlungsbereit: „Es ist ein Weltproblem und wird gelöst. Es wird irgendwann gelöst. Darauf können Sie wetten.“ Die US-Regierung versucht unter allen Umständen zu verhindern, dass das Landesgebiet von nordkoreanischen Atomwaffen erreicht werden kann, und rüstet daher verbal auf.

Der US-Präsident war es auch, der am Freitag für Verkaufsdruck bei deutschen Autotiteln sorgte. Am Rande des G7-Treffens in Italien schimpfe Trump auf deutschen Fahrzeugbauer, sie seien wegen ihrer massiven Exporte in die Staaten „böse“. Mit Abschlägen von knapp einem Prozent gehörten Volkswagen, BMW und Daimler zu den schlechtesten Papieren im Leitindex.

Rückenwind für den europäischen Handel kam am Nachmittag aus dem Westen. Die Wall Street trat zwar größtenteils auf der Stelle, konnte das hiesige Minus aber verringern. In Washington erschienen die revidierten Zahlen zum Wirtschaftswachstum. Demnach ist die amerikanische Volkswirtschaft in den ersten drei Monaten des Jahres um 1,2 Prozent gestiegen – und nicht nur um 0,7 Prozent, wie es in einer ersten Schätzung ermittelt worden war. Dennoch: Eine Abschwächung der Dynamik gegenüber 2017.

Der Dow-Jones-Index versuchte ins Plus durchzubrechen, das geling ihm aber nur zeitweise und im sehr begrenzten Rahmen. Mit 21.079 Punkten lief er nahezu unverändert. Der S&P-500 machte mit einem Stand von 2416 Zählern ebenfalls nur wenige Punkte gut. Die Technologiebörse Nasdaq gewann 0,2 Prozent auf 5789 Punkte. Es fehlte der Schwung, auch weil am Montag die New Yorker Börsen geschlossen bleiben – genauso die in London. In den vergangenen sechs Tage war es dem Dow gelungen jeweils über Vortagsniveau aus dem Handel zu gehen.

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