Börse Frankfurt
Dax gibt wenige Zähler ab

Der Dax fängt sich wieder. Nach einem kurzzeitigen Sturz auf ein neues Jahrestief notiert er zum Handelsschluss nur leicht im Minus. Vor allem Versorger-Titel und der Erholungskurs der Autobauer stützen das Barometer.

FrankfurtDer deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag nach einer sehr schwachen Eröffnung berappelt. Dazu beigetragen haben Marktexperten zufolge unerwartet gute Wirtschaftsdaten aus der Euro-Zone. Zuvor hatten Konjunkturängste, ausgelöst durch schwache Asien-Börsen, und die Folgen des VW-Skandals für erhebliche Belastung gesorgt. Der stark schwankende Handelsverlauf am Vormittag verdeutliche die gegenwärtige Unsicherheit im Markt, kommentierte ein Händler.

Der Dax war in den ersten Handelsminuten auf ein Jahrestief bei 9.325 Punkten abgesackt. Zum Handelsschluss müssen Anleger dann noch ein leichtes Minus von 0,35 Prozent verkraften. Der Leitindex schließt auf 9.450 Zählern. Die vom Manipulationsskandal um Abgaswerte gebeutelte VW-Vorzugsaktie ging rund 4,13 Prozent schwächer bei 95,20 Euro aus dem Handel.

Der MDax verlor -0,4 Prozent und fiel auf MDax 18.904 Punkte, der TecDax gab -0,1 Prozent nach auf 1.713 Zählern, der EuroStoxx50 verlor 0,2 Prozent und ging auf 3.034 Punkten aus dem Handel. „Die Unsicherheit über das Makrobild – vor allem, aber nicht ausschließlich, wegen China – hat die Investoren wirklich verschreckt“, sagte James Buckley von Baring Asset Management in London.

„Die Fed sieht sich noch nicht in der Lage, die Zinsen anzuheben, und es gibt Bedenken, ob Europa seine sehr langsame Erholung fortsetzen kann. Aber bald geht die Berichtssaison los, und dann liegt der Schwerpunkt wieder mehr auf dem Mikro-Bild. Ich vermute, dass wir den größten Teil der Verkäufe hinter uns haben.“

„Bis zu einem bestimmten Punkt haben Investoren damit begonnen, Rezessionsängste einzupreisen“, sagt Ralf Zimmermann, Leiter Aktienstrategie bei der Bankhaus Lampe in Düsseldorf. „Wenn die Märkte zu der Überzeugung gelangen, dass die Zentralbanken nicht mehr reagieren können, wäre das sehr negativ. Dennoch denke ich, dass die Märkte mittelfristig anziehen und nicht fallen werden, da die Investoren überreagiert haben.“

Versorger zählten zu den größten Gewinnern im Dax. RWE legten 5,1 Prozent zu, Eon gewannen 3,1 Prozent. Die von der CDU in Nordrhein-Westfalen ins Gespräch gebrachte Staatshilfe für RWE gibt den deutschen Versorgern am Dienstag Auftrieb. Continental profitierten von einer Empfehlung durch Goldman Sachs, die Aktie stieg um 4,6 Prozent. Die Aktie von Deutsche Post kletterte über vier Prozent. Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge will der Konzern das Briefporto erhöhen.

Nach Kursverlusten am Vortag von über 29 Prozent erholten sich Glencore in London um zwischenzeitlich bis zu 11,5 Prozent. Citigroup hatte die Marktreaktion als überzogen bezeichnet. Zuletzt allerdings schmolzen die Kursgewinne überwiegend wieder ab und das Plus betrug noch 3,4 Prozent.

Die Europäische Zentralbank steht ebenfalls im Interesse der Märkte. Derzeit spekulieren Investoren, ob die EZB eine Ausweitung des Anleihekaufprogramms in Erwägung ziehen könnte. Auslöser der Spekulationen sind die dauerhaft niedrigen Ölpreise, die die Inflationsprojektionen der Zentralbank unrealistisch erscheinen lassen. So ist die Inflation in Deutschland von 0,2 auf 0 Prozent gesunken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%