Börse Frankfurt
Dax kann 7.400-Punkte-Marke retten

Die Profis sind uneins über den Verlauf der Aktienkurse. Das Kursniveau bleibt hoch, obwohl der Ifo-Index eine andere Sprache spricht. Am Montag fällt der Dax zeitweise unter 7.400 Punkte - die Risiken sind da.
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DüsseldorfDie Anleger am deutschen Aktienmarkt haben zum Wochenstart den Rückwärtsgang eingelegt. Der Dax schloss am späten Nachmittag nach schwachen deutschen Wirtschaftsdaten 0,5 Prozent tiefer bei 7.413 Zählern, nachdem er zeitweise bis auf 7.388 Punkte gefallen war. Am Freitag hatte der Leitindex noch 0,8 Prozent fester bei 7.452 Punkten geschlossen. Der MDax sackte um ein Prozent auf 11.104 Punkte ab. Der TecDax ging um 0,4 Prozent auf 816 Punkte zurück.

Der am Vormittag veröffentlichte Ifo-Geschäftsklimaindex zeigte sich auch im September rückläufig und sank auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2010. „Es ist keine Stimmungsaufhellung in Sicht“, sagte Analyst Bernd Hartmann von der VP Bank in Vaduz. Selbst die Ankündigung eines unlimitierten Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank EZB habe es nicht geschafft, das Geschäftsklima zu verbessern.

Auch der Kurs des Euro gab nach. Die Gemeinschaftswährung fiel auf 1,2915 Dollar und lag damit mehr als einen halben US-Cent unter dem New Yorker Freitagsschluss.
Das Dauerthema Schuldenkrise stand ebenfalls am Montag im Fokus. Die Euro-Länder wollen die Schlagkraft des künftigen Euro-Rettungsfonds um ein Vielfaches über die vorgesehenen 500 Milliarden Euro hinaus erhöhen.

In Spanien lässt sich die Regierung mit einem Hilfsantrag zur Finanzierung ihrer Schulden weiter Zeit. "Spanien wird das tun, was es tun muss, aber ohne Eile", antwortete Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Samstag auf die Frage, ob die Regierung in den kommenden Tagen einen solchen Antrag stellen werde.

Den Dax-Aufsteigern Continental und Lanxess wurden am Montag die kalte Schulter gezeigt. Die Aktien des Autozulieferers und des Chemiekonzerns verloren 2,5 und 0,4 Prozent. Die beiden Papiere verdrängten MAN und Metro in den MDax, wo sie um 0,6 beziehungsweise 1,2 Prozent nachgaben.

Größter Verlierer im Dax waren die Papiere der Commerzbank mit einem Minus von 3,7 Prozent. Händler verwiesen auf einen negativen Analystenkommentar sowie neuerliche Gewinnmitnahmen. Die Titel waren zuletzt besonders gut gelaufen und hatten seit Anfang September knapp ein Viertel an Wert hinzugewonnen.
ThyssenKrupp-Papiere rutschten um knapp zwei Prozent ab. Händler sprachen von einer anhaltend schlechten Stimmung im Stahlsektor angesichts der negativen Entwicklung bei Eisenerz und der Sorge um eine weltweite Wachstumsabschwächung.

Gefragt waren dagegen defensive Aktien wie Fresenius und FMC mit Gewinnen von 1,2 beziehungsweise 0,5 Prozent. Bayer-Aktien verteuerten sich um 0,3 Prozent, nachdem der Pharma- und Chemiekonzern eine weitere US-Zulassung für das Augenmedikament Eylea erhalten hat.

Deutlich zulegen konnten die Aktien des TecDax -Neulings LPKF. Sie kletterten mit einem Plus von 4,2 Prozent auf ein Rekordhoch von 16,20 Euro. TecDax-Aufsteiger BB Biotech rückte um 0,5 Prozent vor.

Im MDax wurden Deutz durch Tag Immobilien ersetzt und notierten 0,5 Prozent schwächer. Deutz lagen mit einem Abschlag von 2,5 Prozent ebenfalls im Minus. Der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse hatte die seit dem heutigen Montag gültigen Veränderungen Anfang September bekanntgegeben.

Die Aktien der Biotechfirma Morphosys haben ihren jüngsten Höhenflug auch am Montag fortgesetzt. Sie verteuerten sich im TecDax um bis zu 9,4 Prozent auf 24,40 Euro. "Das sind die Nachwirkungen vom Freitag, als das Unternehmen seinen großen Studienerfolg veröffentlicht hat ", sagte ein Händler. Seitdem haben die Aktien um gut 25 Prozent zugelegt. Die Analysten der Commerzbank erhöhten das Kursziel für Morphosys auf 30 von 27 Euro und bekräftigten ihre Kaufempfehlung.

Die Bundesregierung hat eine Reihe schwerwiegender Bedenken gegen die geplante Fusion von EADS und BAE zu einem neuen Luftfahrt- und Rüstungskonzern. Das geht aus einem Bericht des Wirtschaftsministeriums für den Wirtschaftsausschuss des Bundestages hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darin wird unter anderem kritisiert, dass der Anteil der Airbus-Mutter EADS in dem neuen Konzern nur 60 Prozent betragen soll. Deutschland und Frankreich seien sich zudem einig, dass die angebotenen Goldenen Aktien „keine völlige Sicherheit“ böten und eventuell europarechtlich angreifbar seien. Auch die Standortgarantien seien nicht belastbar. An der Börse sacke die Aktie von EADS um 2,7 Prozent ab.

Stimmung kommt an den Aktienmärkte derzeit nicht auf. Vor allem die Maßnahmen der Notenbanken treiben anhaltend die Kurse: die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), unbegrenzt Staatsanleihen der Krisenländer aufzukaufen und der Beschluss der US-Notenbank Fed, eine weitere Runde "quantitativer Lockerung" einzuläuten ("QE3").

Nach den zuletzt kräftigen Kurszuwächsen zeigen sich Experten nun uneins über den weiteren Verlauf. Zu den Skeptikern zählt der Chefvolkswirt der DZ-Bank, Stefan Bielmeier: Die Nachfrage nach Aktien sei neben der "ultra-expansiven" Geldpolitik eher dem Mangel an alternativen Anlagen geschuldet als einer Verbesserung der Gewinnaussichten. "Der Kursaufschwung steht daher zunehmend auf schwachem Unterbau."


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  • So ein Mist,bei gut 7400 finden sich keine nachfolgenden Käufer, die bereit sind die Kurse weiter hochzutreiben.Dabei haben die meisten Analysten doch schon die 8000 als ausgemachte Sache am Horizont erblickt.
    Schade,Schade vielleicht müssten sie die Leute zwingen immerzu zu kaufen,aber das geht ja nicht...

  • Geil, geiler, Dow...

  • Da ist die Korrektur.
    Danke ;)... Bitte nicht einsteigen!

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