Börse Frankfurt
Dax kehrt endgültig zur Normalität zurück

Die Euphorie zum Jahresauftakt ist verflogen. Auch positive US-Arbeitsmarkdaten konnten den Dax heute nur kurzzeitig ins Plus hieven. Zu viel Sorgen bereitet die Schuldenkrise. Besonders Finanzwerte spürten das.
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FrankfurtDie noch zu Jahresbeginn herrschende Euphorie unter den Börsianern scheint endgültig verflogen zu sein. Nach einem insgesamt durchwachsenen und weitestgehend ereignislosen Handelstag geht der Dax mit 6.095 Punkten und einem Minus von 0,25 Prozent zum zweiten Mal in diesem Jahr mit Verlusten in den Feierabend. Nach guten Nachrichten vom US-Arbeitmarkt legte der deutsche Leitindex am Nachmittag noch um 0,12 Prozent auf 6.119 Punkte zu, nachdem er zuvor, belastet durch schwache Bankentitel, bis auf 6.040 Punkte abgerutscht war und in der Spitze 1,5 Prozent verlor.

Die positiven Signale aus Übersee beförderten auch die Werte aus der zweiten Reihe aus ihrem Mittagstief. Nach einer Talfahrt schloss der MDax mittelgroßer Werte 0,2 Prozent schlechter bei 9.170 Punkten, der TecDax beendete den heutigen Börsentag mit 707 Punkten knapp im Plus.

In den USA ist die Beschäftigung im Privatsektor im Dezember erheblich stärker als erwartet gestiegen. Die vom unabhängigen Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (ADP) ermittelten Daten gelten als Indikator für den großen Arbeitsmarktbericht am Freitag. Helaba-Analyst Ulrich Wortberg prognostizierte, dass der Bericht ein deutliches Beschäftigungsplus aufweisen dürfte.

Auch die Zahl wöchentlicher Erstanträge von Amerikanern auf Arbeitslosenhilfe ging zurück. Dies fing am Nachmittag die europaweit an den Börsen spürbare Schwäche des Bankensektors ab, der Börsianern zufolge weiter unter dem hohen Abschlag bei der geplanten Kapitalerhöhung der italienischen Großbank Unicredit leidet.Bei der weitestgehend ruhigen Nachrichtenlage bewegten den Dax insbesondere Analystenkommentare.

Beflügelt von den exzellenten Absatzzahlen in den USA legten die Aktien von Volkswagen und Daimler zu. Die Papiere des Wolfsburger Automobilkonzerns stiegen um 2,6 Prozent auf 126,20 Euro. Die Aktien des Schwäbischen Autobauers schraubten sich um 1,4 Prozent auf 36,89 Euro. Insgesamt hat Daimler im vergangenen Jahr so viele Wagen abgesetzt wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte. Der Dax-Konzern verkaufte von Januar bis Dezember 1.362.908 Fahrzeuge der Pkw-Marken Mercedes-Benz, Smart, AMG und Maybach. Zugpferd für die gute Entwicklung ist seit vielen Monaten die enorme Kaufkraft in Amerika und Asien.

An die Spitze des Leitindex setzten sich außerdem Fresenius Medical Care (+1,2 Prozent) und Fresenius SE (+1,7 Prozent). Die Analysten von JP Morgan hatten das Kursziel für die Papiere des Gesundheitskonzerns angehoben. Zulegen konnten auch die Papiere von BASF (+1,1 Prozent), Bayer (+1,5 Prozent) und Infineon (+1,7 Prozent).

Erneut hart straften die Anleger hingegen den Finanzsektor ab. Der europäische Bankenindex Stoxx Europe 600 Banks gab um 3,2 Prozent nach und damit stärker als am Vortag. Aktien der Commerzbank notierten 4,5 Prozent schlechter bei 1,21 Euro, Papiere der Deutschen Bank büßten 5,6 Prozent ein und kosteten 27,94 Euro. Am Markt kursierten Gerüchte über eine bevorstehende Kapitalerhöhung bei Deutschlands größtem Finanzhaus. In den vergangenen Wochen war dort allerdings mehrfach betont worden, die verschärften Kapitalanforderungen auch ohne die Ausgabe neuer Aktien zu erfüllen. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte, das Institut kommentiere Marktgerüchte nicht.

Einen Tag nach der für die italienische Großbank Unicredit enttäuschend verlaufenen Kapitalerhöhung stürzten auch die Aktien des Instituts um weitere zehn Prozent ab, nachdem sie bereits gestern 14,5 Prozent eingebüßt hatten. Der Handel der Aktien wurde teilweise ausgesetzt.

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  • Klar das der DAX zur alten schwäche zurück findet, hat sich irgendwas geändert abgesehen von Wullfosconi Auftritt vor der Presse?
    Hautsache Angela ist zufrieden mit sich selbst! Gel?
    Uns deutsche geht es gut!

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