Börse Frankfurt
Dax kommt nicht in Schwung

Noch Monate nach der Wahl des neuen US-Präsidenten vergeht keine Woche, an der sich die Börse nicht mit dieser Personalie beschäftigen muss. Mittlerweile macht sich Ernüchterung breit, was den Dax eindeutig bremst.
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FrankfurtDer Dax glich letzte Woche einer Achterbahnfahrt und so ging es am ersten Tag der Börsenwoche weiter. Nach mehreren Abstechern in den positiven und auch negativen Bereich beendete er den Handel mit 0,15 Prozent Minus und notierte bei 12.619 Zähler. Der Euro Stoxx 50 lag 0,2 Prozent im Minus bei 3579 Zählern. „Beim Dax fehlt das Eigenleben. Anleger haben noch einiges zu verdauen aus Amerika“, sagte ein Aktienhändler. „Es gibt genügend Gründe, sich an die Seitenlinie zu stellen.“

Erstmals seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten im November vorigen Jahres ist der Euro nach kurzer Schwäche über die Marke von 1,12 Dollar gestiegen. Die Gemeinschaftswährung legte zuletzt 0,37 Prozent auf 1,1246 Dollar zu. Der Auslöser der Käufe: Aussagen von Bundeskanzlerin Angela Merkel Käufe zum deutsch-französischen Verhältnis, zu den Gründen für den hohen Exportüberschuss Deutschlands und zum Euro-Kurs. „Die Reaktion halte ich für übertrieben“, sagte Commerzbank-Analystin Analystin Thu Lan Nguyen.

„Auch Monate nach der Wahl des neuen US-Präsidenten vergeht keine Woche, an der die Börse sich nicht mit dieser Personalie beschäftigen muss“, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Spekulationen auf Steuererleichterungen für Firmen und Milliardeninvestitionen in den Bau von Straßen und Krankenhäusern hatten die Kurse getrieben. Die Hoffnung, dass es wirklich dazu kommt, schwindet allerdings fast täglich. „Nun macht sich Ernüchterung darüber breit, wie viel der mit jeder Menge Vorschusslorbeeren ausgestattete Trump am Ende tatsächlich bewegen kann und wird.“

Der MDax beendete den Handel mit minus 0,2 Prozent. Hier legte aber Innogy zuletzt um gute 2,15 Prozent zu. Vergangene Woche waren RWE und Innogy schon in die Höhe geschossen, nachdem Insidern zufolge RWE ein milliardenschweres Bündnis mit dem französischen Versorger Engie prüft. „Die Fusionswelle in der Branche scheint in die nächste Runde zu gehen,“ sagte ein Händler. RWE könnte seine Beteiligung an der Ökostromtochter Innogy an Engie abgeben und würde im Gegenzug an dem französischen Versorger beteiligt, sagten mehrere Investmentbanker der Nachrichtenagentur Reuters. Bislang gebe es aber keine direkten Gespräche der Konzerne.

„Die Spekulationen auf einen Engie-Deal treiben die RWE-Aktien weiter in die Höhe“, sagte ein Händler. RWE notierte erneut fester und lag zuletzt mit einem guten Plus von 2,4 Prozent an der Spitze der Dax-Liste, gefolgt von Vonovia mit 1,6 Prozent im Plus. Merck landete mit minus 1,1 Prozent zuletzt auf dem letzten Platz der Dax-Liste, gefolgt von Siemens mit knapp ein Prozent.

Der SDax notierte zuletzt 0,24 Prozent fester mit dem Spitzenreiter Borussia Dortmund mit satten 4,75 Prozent im Plus. Die erfolgreiche direkte Qualifikation für die Champions League sorgte damit für einen Wert von 6,25 Euro, was den höchsten Stand seit 2002 bedeutete.

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