Börse Frankfurt
Dax leidet unter Nachrichtenentzug

In Frankfurt ließen sich heute nur wenige Anleger blicken. Der Grund: Weder Zahlen noch irgendwelche Meldungen standen heute auf dem Tagesplan. Der Dax verlor dennoch. Verantwortlich für die Verluste waren die US-Börsen.
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FrankfurtMit einem behäbigen Start begrüßte der Dax den heutigen Handel. Lange kreiste der Leitindex um seinen Vortagsschlusskurs. Zum Nachmittag setzten dann die ersten Gewinnmitnahmen ein. Mit der schwachen Eröffnung der Wall Street weitete der Dax seine Verluste auf bis zu 0,6 Prozent aus. Am Ende verlor er 0,5 Prozent auf 9712 Zähler. Allerdings kamen die Umsätze auf kein aussagekräftiges Niveau.

Die zweite Börsenliga verzeichnete ähnliche Verluste wie der Dax. Der Index der mittelgroßen Werte schloss den Handel mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 16.281 Punkten ab. Der TecDax lag 0,5 Prozent im Minus auf 1259 Zähler.

Die US-Börsen lagen nach Frankfurter Börsenschluss leicht im negativen Bereich. Der Dow Jones verzeichnete ein Minus von 0,4 Prozent auf 17.051 Punkte. Der S&P-500 und der Nasdaq gaben jeweils 0,3 Prozent nach.

Insgesamt hielten sich die Anleger allerdings weitestgehend zurück. Fondsmanager Ivo Weinöhrl von Deutsche Asset & Wealth Management in Frankfurt sprach von „einigen Wenigen, die zunehmend kaufen. Aber es gibt andererseits keine Verkäufer“. Angesichts der extrem niedrigen Bondrenditen blieben die Anleger derzeit lieber auf ihren Aktienbeständen sitzen.

Allerdings bleibt in den Hinterköpfen der Börsianer weiterhin die Ukraine-Krise, die in der vergangenen Woche für größere Kursbewegung gesorgt hatte. Investoren müssen jederzeit mit kurzfristigen Rückschlägen durch die angespannte Situation im Osten der Ukraine rechnen.

Spekulationen auf eine baldige Straffung der US-Geldpolitik haben dem Dollar Auftrieb gegeben. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen wie Euro oder Yen widerspiegelt, notierte mit 84,52 Punkten so hoch wie zuletzt im Juli 2013.

In einer Studie der Fed-Bank von San Francisco fordern die Experten eine zügigere Zinsanhebung als von den Märkten verlangt. In dem Paper heißt es, die US-Notenbank peile für Ende 2015 einen Leitzins von einem (derzeit: null bis 0,25) Prozent an, der bis Ende 2016 auf 2,5 Prozent steigen soll. Börsianer rechneten dagegen im Schnitt mit Schlüsselsätzen von 0,75 (2015) und 2,13 Prozent (2016).

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