Börse Frankfurt
Dax-Plus macht Vortagesverlust nicht wett

Schwache Zahlen der US-Bank Goldman Sachs und verunsichernde Zitate von Bundeskanzlerin Merkel konnten die Erholung des Dax nur kurzzeitig stören. Am Ende sollte das Plus bei über einem Prozent liegen.
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Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag zur Erholung angesetzt und ist dabei von erfreulichen Quartalszahlen des US-Konzerns IBM gestützt worden. Zudem waren Daten zum US-Immobilienmarkt positiv ausgefallen. Enttäuschende Geschäftsergebnisse der US-Bank Goldman Sachs und die Nervosität vor dem Sondergipfel in Brüssel konnten somit einigermaßen wettgemacht werden. Der deutsche Leitindex schloss um 1,2 Prozent fester bei 7.193 Zähler, erholte sich damit aber von seinem Vortagsverlust von 1,55 Prozent nicht vollständig. Der MDax legte um 0,5 Prozent auf 10.631 Punkte zu und der TecDax kletterte 2,4 Prozent auf 839 Punkte.

Die Hoffnung des Marktes auf einen Befreiungsschlag zur Lösung der griechischen Schuldenkrise erhielt durch Bundeskanzlerin Angela Merkel am Nachmittag einen Dämpfer: Es könne nicht einen einzigen spektakulären Schritt zur Lösung der Eurokrise geben, sagte Merkel. Laut einem Entwurf der Arbeitsgruppe der Euro-Länder werden derzeit drei Optionen zur Beteiligung des Privatsektors an dem neuen Hilfspaket untersucht: ein Schuldenrückkauf, ein Vorschlag gemäß dem französischen Modell eines Zahlungsaufschubs für Griechenland und eine Steuer für den Finanzsektor.

Für zusätzliche Ernüchterung sorgte Goldman Sachs. Die größte US-Investmentbank verfehlte im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen der Analysten und rutschte vorbörslich daraufhin um mehr als drei Prozent ab. Die Aktien der Commerzbank drehten, nachdem sie zeitweise als Spitzenwert im Dax vertreten waren, ins Minus und verloren zuletzt 1,2 Prozent. Marktteilnehmer wiesen darauf hin, dass die Commerzbank der größte Griechenland-Gläubiger unter den deutschen Banken sei.

Im TecDax kletterten Phoenix Solar nach einem Großauftrag um 2,3 Prozent. Der für die Solarindustrie produzierende Anlagenbauer hatte am Morgen mitgeteilt, Solarkraftwerke mit insgesamt 24 Megawatt Spitzenleistung in Frankreich zu bauen. Nach Unternehmensangaben ist das der bisher größte Auslandsauftrag. „Gute Nachrichten für Solarunternehmen sind derzeit selten, das dürfte den Anlegern also gefallen“, sagte ein Händler.

ZEW-Konjunkturerwartungen sinken den fünften Monat in Folge

Die Schuldenkrise in Europa und den USA dämpft den Optimismus der Finanzmarktexperten für die deutsche Wirtschaft. Die ZEW-Konjunkturerwartungen fielen im Juli bereits den fünften Monat in Folge und überdies stärker als erwartet. Das Barometer sank von minus 9,0 auf minus 15,1 Punkte, teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter rund 300 Analysten und Anlegern mit. Analysten hatten lediglich mit minus 12,4 Zählern gerechnet. Der Index für die aktuelle Lage stieg dagegen um 3,0 auf 90,6 Punkte. „Vor dem Hintergrund des instabilen weltwirtschaftlichen Umfeldes stellt sich die Frage, wie lange der Konjunkturmotor noch mit der derzeitig hohen Drehzahl laufen wird“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Die Schuldenprobleme in einigen Euro-Ländern dämpften nach wie vor die Stimmung. Auch die wirtschaftliche und finanzpolitische Situation der USA werden von den Finanzmarktexperten mit zunehmender Sorge betrachtet. Der ZEW-Index hat einige Anleger wieder zum Euro-Kauf animiert, obwohl er nicht eindeutig ausfiel. Die Gemeinschaftswährung kletterte auf ein Tageshoch von 1,4217 Dollar von zuvor 1,4180 Dollar.

Die Schuldenkrisen auf beiden Seiten des Atlantiks bleibt auch heute das Thema Nummer Eins auf den Aktienmärkten. In den Verhandlungen über die Anhebung der US-Schuldengrenze gibt es noch immer keine Anzeichen für eine nennenswerte Annäherung von Republikanern und Demokraten.

In Europa suchen Politiker und Experten unterdessen weiter nach einer Lösung der Schuldenkrise und einer Einigung im Streit über neue Hilfen für Griechenland. Sie wollen eine Ansteckung weiterer Länder wie Spanien oder Italien unbedingt verhindern. Dass die Krisen zur selben Zeit kommen, beunruhige die Anleger, sagte Paul Nolte von Dearborn Partners in Chicago. „Es ist schwer zu sagen, ob wir schon den Boden erreicht haben.“

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  • Das ist auch schön!

  • wie schoen,kurz vor abflug noch n verkaufslimit von der long position gestern abend reingestellt,kaum sitz ich im flieger wirds ausgeloest....
    schoenen Tag von der Metropole am Meer,Kriegskasse heute fast schon im Duty free gepluendert.so lang meine begleitung unter der dusche ist kann ich mich den wichtigen sachen widmen,hehehehe
    aber da strandzeit ist,nehm ich kurse nur wahr und lass einfach laufen

  • Das ist schön!

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