Börse Frankfurt
Dax rettet Mini-Plus ins Ziel

Der Höhenflug an den deutschen Aktienmärkten ist vorerst gebremst. Schwache Konjunktursignale aus den USA dämpften heute die Kauflaune der Anleger. Einen größeren Kursrutsch befürchten Experten allerdings nicht.
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FrankfurtGetragen von immer neuen Wellen billigen Notenbank-Geldes haben sich die europäischen Aktienbörsen am Donnerstag zu neuen Hochs aufgeschwungen. Der Dax markierte dabei mit 8401,28 Punkten eine neue Bestmarke. Unerwartet schwache US-Konjunkturdaten dämpften die Kauflaune der Anleger am Nachmittag aber etwas.

Ein größerer Rücksetzer sei dennoch nicht zu erwarten, betonte ein Börsianer. "Wir leben in einer Welt, in der die üblichen Marktmechanismen ausgehebelt sind. In dieser Welt sind auch schlechte Konjunkturdaten gute Nachrichten, denn sie signalisieren eine Fortsetzung der ultra-lockeren Geldpolitik." Ähnlich bewertete auch Helaba-Analyst Ulrich Wortberg die Zahlen aus den USA: "Die außergewöhnlich niedrige Teuerungsrate spricht dafür, dass die US-Notenbank an ihrer laxen Geldpolitik festhalten kann. Auch der Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie die deutliche Korrektur der Baubeginne sprechen gegen ein voreiliges Handeln der Notenbank."

Der Dax verabschiedete sich knapp im Plus bei 8369,87 Punkten in den Feierabend. Das ist der 15. Tagesgewinn der vergangenen 17 Handelstage und der höchste Schlusskurs seiner Geschichte. Der EuroStoxx50, der in der Spitze auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 2815,77 Stellen gestiegen war, gab am Donnerstag 0,1 Prozent auf 2805,76 Zähler nach. An der Wall Street notierten Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 0,1 bis 0,4 Prozent fester.

Der Euro profitierte nur vorübergehend vom enttäuschenden Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia. Er übersprang kurzzeitig die Marke von 1,29 Dollar, fiel bis zum Abend aber auf 1,2891 Dollar zurück. Der "Philly Fed" sank im Mai auf minus 5,2 Punkte von plus 1,3 Zählern im Vormonat. Analysten hatten mit einem Anstieg auf 2,4 Punkte gerechnet. Einige Anleger nahmen daraufhin Kurs auf den "sicheren Hafen" Staatsanleihen. Der Bund-Future gewann 66 Ticks auf 145,30 Zähler. Sein US-Pendant, der T-Bond-Future, legte sogar um mehr als einen vollen Punkt auf 145 8/32 Stellen zu.

Bei den Unternehmen sorgte unter anderem Beiersdorf für Gesprächsstoff. Spekulationen über einen Verkauf von Anteilen des Großaktionärs Maxingvest an Procter & Gamble trieben die Titel des Konsumgüter-Herstellers zeitweise auf ein Sechs-Wochen-Hoch von 72,30 Euro. Eine Maxingvest nahestehende Person sagte, an den Gerüchten sei nichts dran. Maxingvest selbst wollte zu dem Thema keine Stellung nehmen. Beiersdorf schlossen 2,4 Prozent fester bei 71,62 Euro.

Stark gefragt waren auch Deutsche Telekom, die sich um 2,7 Prozent auf 10,04 Euro verteuerten. Im Kampf gegen die Konkurrenz der Kabelnetz-Betreiber im Internet-Geschäft kooperiert der Bonner Konzern zukünftig mit dem britischen Mobilfunk-Anbieter Vodafone. Dessen Titel gewannen in London 0,9 Prozent. Kabel Deutschland rutschten dagegen um 3,1 Prozent ab.

An der Wall Street schossen Cisco um bis zu 14 Prozent in die Höhe auf ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 24,24 Dollar. Der Netzwerk-Ausrüster hat im ersten Quartal mehr verdient als erwartet und für das laufende Quartal steigende Umsätze in Aussicht gestellt. Wal-Mart rutschten dagegen um 2,2 Prozent auf 78,09 Dollar ab. Der weltgrößte Einzelhändler hatte einen Quartalsgewinn unter Markterwartungen bekanntgegeben. Außerdem gingen die Umsätze auf dem Heimatmarkt zurück.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Serkan Dizbay
Serkan Dizbay
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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  • "JC Penney Earnings: Loss of $1.31 a Share, $2.64 Billion Revenue vs. Expectations of 89-Cent Loss, $2.74 Billion Revenue"

  • Black Friday,,,

  • The storm is brewing ???

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