Börse Frankfurt
Dax rettet sich ins Plus

Sowohl Ifo-Index als auch der Einkaufsmanager für den Euroraum zeigen, dass es der Realwirtschaft an Substanz fehlt. Dennoch schloss der Dax heute positiv. Getragen wurde der Leitindex von SAP und Volkswagen.
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DüsseldorfKonjunktur runter, Aktienkurse rauf. Das erscheint zuerst einmal paradox, hat jedoch heute seine Berechtigung gefunden. Denn der Dax rettete heute ein Plus von 0,3 Prozent auf 7.193 Punkte über die Ziellinie. Auch die zweite Reihe beendete den Handelstag zufriedenstellend. Der MDax schloss 0,6 Prozent fester auf 11.330 Punkte und der TecDax notierte 0,9 Prozent fester auf 800 Zähler.

Die Indizes gingen mit grünen Pluszeichen aus dem Handel, obwohl sowohl der Einkaufsmanager für den Euroraum als auch der Ifo-Geschäftsklimaindex unerwartet gesunken sind. Letzterer fiel von 101,4 auf 100,0 Punkte.

Möglich gemacht haben das überraschend starke Zahlen von zwei Branchenriesen im Dax, die dem Leitindex den nötigen Schub verliehen. Der Erste war SAP. Der weltweit größte Unternehmenssoftware-Hersteller überraschte am frühen Morgen seine Anleger mit außerordentlich starken Quartalszahlen. Die 3,4 Milliarden teure Übernahme der Beschaffungsplattform Ariba sorgte für eine nach oben korrigierte Geschäftsprognose für das laufende Jahr. Viele Aktionäre nutzten diese Gelegenheit und deckten sich mit SAP-Papieren ein, die heute mit einem Plus von 4,2 Prozent die Dax-Spitze eroberten.

Der zweite große Dax-Gewinner war Volkswagen. Zwar vermeldete Europas größter Autobauer keinen gestiegenen Betriebsgewinn, allerdings stieg der Umsatz von 20 auf 47 Milliarden Euro, womit sie die Erwartungen der Analysten erfüllten. Damit kann man Anleger in Krisenzeiten durchaus beindrucken. Die VW-Papiere verteuerten sich am Mittwoch um 3,1 Prozent und positionierten sich damit direkt hinter den SAP-Papieren.

Im Windschatten von VW konnten die im MDax notierten Papiere von MAN gut 1,5 Prozent zulegen und das trotz schwacher Branchenaussagen seitens Volvo. Der schwedische LKW-Bauer vermeldete einen unerwartet hohen Gewinneinbruch.

Trotz der positiven Entwicklung des Dax darf der heutige Handelstages angesichts der Gründe für das Kursplus nicht überbewertet werden. Denn die Unternehmensgewinne von VW und SAP werden morgen kaum noch eine Rolle spielen. Die Konjunkturprobleme in Europa, den USA und Asien hingegen werden weiterhin Dauerthemen bleiben und für Verkaufsstimmung sorgen.

Alex Friedman, leitender Anlagestratege bei UBS AG, sagte dazu in einem Interview mit Bloomberg TV: “Europa hat negatives Wachstum und spürt enormen Gegenwind. Der wird in den nächsten sechs Monaten nicht verschwinden wie in einer Hollywood-Geschichte”.

Auch die deutsche Wirtschaft wird in nächster Zeit diesen Gegenwind zu spüren bekommen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) rechnet für das laufende Jahr nur noch mit einem Wachstum von einem Prozent. In früheren Prognosen waren sie noch von einem Anstieg um 1,3 Prozent ausgegangen. 2013 soll das Wachstum laut der DIHK sogar nur noch 0,7 Prozent betragen. Dabei ist eine drohende Rezession nicht das größte Problem. Vielmehr fürchten die Unternehmen eine Inflation, ausgelöst durch die Liquiditätsschwemme der Notenbank. Denn dem vielen Geld, welches im Markt schwimmt, steht bei zu geringen Wachstumswerten kein entsprechendes Warenangebot gegenüber.

Dementsprechend schwach zeigte sich heute der Euro. Die europäische Gemeinschaftswährung verlor heute zum Dollar rund 0,3 Prozent und wurde mit 1,2949 Dollar bewertet.

Die Wall Street notierte bis zum europäischen Börsenschluss unauffällig. Der Dow Jones verzeichnete ein Plus von 0,1 Prozent, der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0,1 Prozent während der Nasdaq 0,3 Prozent verlor.

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax rettet sich ins Plus"

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  • Danke, FOMC.

    http://www.federalreserve.gov/newsevents/press/monetary/20121024a.htm

  • Realistisch ist das nicht;

  • @ 1Bart

    Ausgrechnet heute ist das Forum so sauber! Die besonderen "Formationen" der Charttechnik, die neben gewissen selbsterfüllenden Prophezeiungen vor allem humoristische Züge haben, freuen sich sicher über die ganz neue "Formation".

    Beleidigungen finde ich nicht. Sie? Die waren hier übrigens sehr selteen gegen Vernünftige gerichtet. Allenfalls Wirrköpfe oder Provokateure kriegten ihr Fett ab.

    Im Übrigen ist die Zeit des Nachkaufens. Wie Delta will ich nicht auf die 7.000 warten/hoffen. Dennoch sind auch 6.800 nicht ausgeschlossen, wer will das schon aus der Glaskugel lesen?

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