Börse Frankfurt
Dax schafft es nur kurz über die 10.000

Nur gucken, nicht anfassen! Stabile US-Arbeitsmarktdaten lassen den Dax kurz Höhenluft schnuppern, doch die bekommt den Anlegern anscheinend nicht. Der Dax verabschiedet sich mit moderaten Gewinnen ins Wochenende.
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Frankfurt10.000 Punkte sind für den Dax am Freitag nicht zu stemmen gewesen. Als am Nachmittag solide US-Arbeitsmarktdaten aus Washington kamen, hielten die Anleger neugierig den kleinen Zeh ins Wasser, doch die 10.000 Punkte waren ihnen zu kalt. So schnell wie der Kurs auf 10.000 Punkte gestiegen war, so schnell war er dann auch schon wieder drunten. Am Ende schloss der Dax in einen freundlichen aber trägen Umfeld mit 9987 Punkten 0,4 Prozent fester, was einen neuen Schlussrekord bedeutete.

In der zweiten Reihe rückten die Indizes von der neuerlichen Geldflut durch die Europäische Zentralbank getrieben stärker vor. Der MDax legte ein Prozent zu auf 17.115 Punkten - ein neuer Rekord. Der TecDax zeigt sich mit 0,9 Prozent ebenfalls in starker Verfassung und verabschiedete sich mit 1316 Stellen.

Tendenziell notierten andere Euro-Börsen etwas stärker als der Dax. Der Eurozone-Leitindex Euro-Stoxx-50 stieg um 0,8 Prozent auf 3291 Zähler. Die Wall Street kam dank robuster Jobzahlen zu moderaten Gewinnen. Zum Frankfurter Börsenschluss legte der Dow-Jones-Index 0,4 Punkte zu auf 16.900 Punkte und erreichte einen neuen Rekord.

Am Nachmittag war aus Washington die Nachricht gekommen, dass die US-Wirtschaft - zumindest was die Beschäftigungssituation betrifft - wieder ihr Vorkrisenniveau erreicht hat. Die während der Rezession verlorenen Arbeitsplätze sind wieder aufgebaut worden. Im Mai entstanden 217.000 neue Jobs, Ökonomen hatten einen Zuwachs in dieser Größenordnung erwartet, nachdem im April sogar 282.000 Stellen hinzugekommen waren.

Seit Februar 2010 entstanden damit 8,8 Millionen Jobs, nachdem zuvor als Folge der Finanzkrise 8,7 Millionen abgebaut worden waren. Die Arbeitslosenquote stagnierte im Mai bei 6,3 Prozent. Niedriger war sie zuletzt vor fünfeinhalb Jahren. Ökonomen hatten hier einen leichten Anstieg auf 6,4 Prozent vorausgesagt.

Die US-Konjunktur war zuletzt wieder besser in Schwung gekommen, nachdem die weltgrößte Volkswirtschaft im ersten Quartal wegen des extrem kalten Winters mit einer Jahresrate von 1,0 Prozent geschrumpft war. Die Industriestaaten-Organisation OECD traut den USA in diesem Jahr ein Wachstum von 2,6 Prozent zu - mehr als doppelt so viel wie der Euro-Zone.

Dass in Europa die Wirtschaft ebenfalls Fahrt aufnimmt, dafür will die Europäische Zentralbank sorgen. So hat die EZB auf ihrer langerwarteten Ratssitzung am Donnerstag ein ganzes Bündel an geldpolitischen Maßnahmen beschlossen, um der sehr geringen Inflation im Euro-Raum entgegenzutreten.

Sie senkt den Leitzins von 0,25 auf 0,15 Prozent. Zudem müssen Banken künftig einen Strafzins bezahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Dafür wird der Einlagezins erstmals unter die Nulllinie auf minus 0,10 Prozent reduziert. Ökonomen hatten das erwartet. Hinzu kommen jedoch weitere Liquiditätsprogramme: Im September und Dezember sollen zwei neue, milliardenschwere Geldspritzen die stockende Kreditvergabe.

Am Morgen wurden aktuelle Wirtschaftsdaten aus Deutschland veröffentlicht, die Händlern zufolge gemischt ausfielen. Die deutsche Industrie hat im April weniger produziert als erwartet. Die deutschen Exporte haben im April hingegen deutlich stärker Fahrt aufgenommen als prognostiziert.

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  • Um 11:50 Uhr schom mal schönes Wochenende gewünscht,jetzt
    wieder,was ist denn jetzt?
    AB in Schattenmarkt bei der Hitze.

  • Alles richtig, nur hege ich Zweifel ob er wirklich akademische Weihen hat.

  • @deltaone

    Wenn es um Fussball oder Formel 1 geht, vergleicht sich ja auch kaum ein Privatmann mit Messi oder Vettel, aber beim Thema Finanzen wollen Leute wie Sie Anlegen wie ein Profi.

    In die Zukunft kann keiner gucken. Wenn es wieder mal 20 % runter geht, na und? Die einen kaufen nach, die anderen warten ab. Nur die, die verkaufen, realisieren ihre Verluste. Nicht vergessen, eine Aktie ist ein Sachwert.
    Wenn man sich an der Börse rumtreibt, dann muss man das verkraften können.

    Anstatt diesen ganzen Short-ETF-Schrott zu kaufen, sollten Sie sich lieber mal Qualitätstitel kaufen, das Vermögen streuen und einfach liegen lassen.

    Das entspannt ungemein & spart Ihnen eine Menge Frust.

    Trotz der heftigsten Börsencrashs der letzten 100 Jahre steigen Börsen nun mal - das sollte doch einem studierten Mann wie Ihnen nicht entgangen sein, oder?

    Vielleicht nutzen Sie das Wochenende mal, um basale Lektüre zu studieren. Auch, wenn Sie keine richtige Arbeit haben, können Sie ja mit kleinen Beträgen anfangen. Das wird schon!

    Schöne Pfingsten!

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