Börse Frankfurt
Dax scheitert knapp an 10.000-Punkte-Marke

Der Dax ist nicht zu stoppen. Starke Bilanzen, positive US-Börsen und die Hoffnung auf neue EZB-Gelder haben den Leitindex in Fahrt gebracht. Noch besser präsentierte sich der MDax. Er erklomm ein neues Allzeithoch.
  • 42

FrankfurtDer Deutsche Aktienindex ist wieder im Angriffsmodus. Die Ängste um den anhaltenden Ölpreisverfall und der Euro-Krise scheinen derzeit keine Rolle mehr zu spielen. Bereits vom Start weg versuchte der Dax einen Gewinnkurs zu etablieren – mit Erfolg. Bis zum Nachmittag näherte er sich auf bis zu elf Zähler an die 10.000-Punkte-Marke. Am Ende ging der Leitindex mit einem Plus von 1,6 Prozent auf 9941 Punkten aus dem Handel. In der zweiten Reihe feierten die Anleger indes einen neuen Rekordstand beim MDax. Mit 17.444 Punkten notierte der Index der mittelgroßen Werte so hoch wie nie zuvor.

Für Hoffnung sorgen neben den starken Unternehmensdaten aus den USA und Deutschland vor allem die Spekulationen rund um die Europäische Zentralbank. Viele Börsianer sind sich sicher, dass die EZB bei der anstehenden geldpolitischen Sitzung massive Eingriffe verkünden wird. Vor allem angesichts des weiter fallenden Ölpreises sorgen sich die Marktteilnehmer um die Teuerungsrate in der Euro-Zone. Daher steigt aus Sicht von Börsianern der Druck auf die EZB, mit Hilfe von Wertpapierkäufen – dem sogenannten Quantitative Easing (QE) – zusätzliches Geld in die Finanzmärkte zu pumpen.

„Der sinkende Ölpreis samt dem damit verbundenen Deflationseffekt ist ein starkes Argument für die Europäische Zentralbank, am 22. Januar einen massenhaften Ankauf von Staatsanleihen bekanntzugeben“, sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. Die Geldflut der Notenbanken treibt seit Jahren die Märkte. „Zugleich wirkt der sinkende Ölpreis auf Konsumenten und Unternehmen wie Steuersenkungen. Die Weltwirtschaft wird angetrieben, da auch China, Japan, Indien und die USA profitieren.“

In Übersee präsentierten sich die Märkte ebenfalls in blendender Verfassung. Nach Frankfurter Börsenschluss notierte der Dow Jones 1,2 Prozent fester auf 17.860 Punkten. Der S&P-500 konnte 1,1 Prozent zulegen. Der Nasdaq lag satte 1,6 Prozent im Plus.

Trotz der Gewinne bleiben die Aktienmärkte aber weiterhin instabil – das hat die Achterbahnfahrt des Dax zum Wochenbeginn gezeigt. Schuld daran ist unter anderem der anhaltende Ölpreisverfall. Am Dienstag gab der Preis für die Rohölsorte Brent aus der Nordsee weiter nach. Zuletzt kostete das Barrel lediglich 45,12 Euro und damit rund 2,8 Prozent weniger.

„Langfristig sind rückläufige Energiepreise zwar eine gute Nachricht für die Konjunktur“, sagte Finanzmarkt-Experte Andrea Tueni von der Saxo Bank. „Aber die Geschwindigkeit, mit der der Ölpreis fällt, macht die Leute nervös.“

Dieser Meinung ist auch John Plassard von Mirabaud von Securities in Genf: „Mit den Erwartungen an die Geldpolitik und wegen der unterstützenden Wirkung des günstigen Ölpreises sollte man in Europa investiert sein“, sagte er. Billigere Energie werde das Wirtschaftswachstum 2015 und 2016 anschieben, aber zugleich die Deflation verstärken. Entsprechend sei mit erhöhter Volatilität zu rechnen.

Seite 1:

Dax scheitert knapp an 10.000-Punkte-Marke

Seite 2:

Energieunternehmen sehen schweren Zeiten entgegen

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax scheitert knapp an 10.000-Punkte-Marke"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Herr Peter Delli@
    Meint der mich, der böze Mann?

  • Herr Erik Wikinger@
    manipulierten DAX ihren Senf abzugeben...
    Heute war der Dax noch nicht dran, danke für den Hinweis.

  • Ich nehm das Milchmädchen und den Eiermann.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%