Börse Frankfurt
Dax schließ mit leichtem Minus

Am US-Unabhängigkeitstag schaffte der Dax nur kurzzeitig den Sprung ins Plus. Zum Handelsschluss stand der deutsche Leitindex mit 0,3 Prozent im Minus. Doch trotz des schwachen Gesamtmarktes gab es einige Gewinner.
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FrankfurtAm amerikanischen Independence Day blieben die Börsen in New York geschlossen. Dass bekamen die Märkte in Europa zu spüren: Es fehlten die Impulse aus Übersee, der Umsatz blieb gering und die Kurse kamen kaum vom Fleck. Der Dax schloss bei 12.437 Punkten 0,3 Prozent niedriger. Der EuroStoxx50 ging ebenfalls leichter aus dem Handel. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gab um minus 0,3 Prozent auf 24.634 Zähler nach, der Technologiewerte-Index TecDax schloss unverändert. Dafür wurde die „Krisenwährung“ Gold wieder etwas stärker nachgefragt.

Denn am Morgen hatte ein Raketentest Nordkoreas für Verunsicherung gesorgt. „Der Konflikt mit Nordkorea ist nichts Neues für die Börsen, aber es schwingt immer die Sorge mit vor einer Eskalation“, sagte Handelschef Stephen Innes vom Brokerhaus Oanda. Nordkorea testete nach eigenen Angaben erfolgreich eine Interkontinentalrakete, die möglicherweise den US-Bundesstaat Alaska erreichen könnte.

Dass der Raketentest am US-Unabhängigkeitstag stattfand, wurde auch am Markt als besondere Provokation gewertet. „Mit Spannung wird nun darauf geachtet, wie Donald Trump reagiert“, sagte ein Händler. Der US-Präsident griff Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bereits über Twitter an: „Hat dieser Typ nichts Besseres zu tun mit seinem Leben?“ Es sei schwer zu glauben, dass sich Südkorea und Japan „das noch sehr viel länger bieten lassen“. Vielleicht werde China einen „erheblichen Schritt“ unternehmen, „und diesen Unsinn ein für allemal beenden“.

Aus Sorge vor einer Zunahme der politischen Spannungen suchten einige Anleger Zuflucht im „sicheren Hafen“ Gold: Das Edelmetall verteuerte sich zeitweise um ein halbes Prozent auf 1226 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Zudem wuchs die Unsicherheit darüber, ob Bundeskanzlerin Angela Merkel bei dem G20-Gipfel am Freitag und Samstag in Hamburg mit Trump Streitthemen wie internationale Handelsabkommen und Sicherheitsfragen aus dem Weg räumen könne, sagte Analyst John Sharma von der Bank NAB.

Bei den deutschen Einzelwerten ragten die Stada-Aktien im MDax mit einem Kursplus von 2,2 Prozent heraus. Der Arzneimittelkonzern tauscht inmitten der Spekulationen um einen erneuten Übernahme-Anlauf der Finanzinvestoren Bain und Cinven überraschend seine Vorstandsspitze aus. Stada-Chef Matthias Wiedenfels und Finanzchef Helmut Kraft müssen ihren Hut nehmen.

Zuvor war bekannt geworden, dass der Übernahmekampf um den hessischen Pharmakonzern bald in eine neue Runde gehen könnte. Die Finanzinvestoren Bain und Cinven erwägen nach Stada-Angaben einen Antrag auf Befreiung der einjährigen Sperrfrist zur Abgabe eines neuen Übernahmeangebots. Der Arzneimittelhersteller prüft jetzt, ob er dem Antrag zustimmen würde und will dann die Öffentlichkeit weiter informieren.

Falls Stada und die Finanzaufsichtsbehörde dem Antrag zustimmen würden, wäre der Weg für eine neue Offerte von Bain und Cinven frei. Beide waren erst vor wenigen Tagen mit dem ersten Gebot über 66 Euro je Aktie, das Stada inklusive Schulden mit etwas mehr als 5,3 Milliarden Euro bewertet hatte, knapp gescheitert.

Übernahmespekulationen trieben auch die europäische Energiebranche um. Der spanische Gas- und Stromversorger Gas Natural ist Insidern zufolge an dem portugiesischen Rivalen EDP interessiert – es wäre eine Fusion im Volumen von 35 Milliarden Euro. EDP-Aktien legten in der Spitze 4,3 Prozent zu und gingen mit einem Plus von 1,6 Prozent aus dem Handel. Gas-Natural-Papiere verloren etwa ein halbes Prozent. Die Aktien der deutschen Energieversorger Eon und RWE rutschten jeweils ebenfalls um ein halbes Prozent ab.

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