Börse Frankfurt
Dax schließt mehr als zwei Prozent tiefer

Auch am Donnerstag fliehen Anleger weiter vom Parkett. Die schwache Performance der Schwellenländer wirft die globale Wachstumsfrage auf. Starke US-Daten lassen die Zinswende in den Vereinigten Staaten näher rücken.
  • 6

FrankfurtWeiter geht die Talfahrt an den Aktienmärkten: Der Dax ist am Donnerstag 2,4 Prozent schwächer bei 10.432 Punkten aus dem Handel gegangen. Auch ohne frische Konjunkturdaten mehren sich die Zweifel am globalen Wachstum. Vor allem die Schwellenländer, diese designierten Garanten weltweiten Wachstums, geraten immer mehr ins Stottern. Zuletzt sorgten Unsicherheiten in China für Turbulenzen auf den Rohstoff- und Devisenmärkten.

Doch auch von bekannter Seite droht eine Verschärfung: Die nahende US-Zinswende, bisher von Börsianer eher deswegen so gefürchtet, weil sie die jahrelange Rallye an den Aktienmärkten langsam aber sicher zum erliegen bringen würde, rückt unter dem Vorzeichen unsicheren Wachstums in ein grelleres Licht. Kommt die Erhöhung der Leitzinsen zu früh, könnte sie der anziehenden Konjunktur in den Vereinigten Staaten einen Dämpfer verpassen. Angesichts der schwankenden Lokomotiven der Weltwirtschaft kein schönes Szenario für die Anleger, die sich diese Woche vermehrt vom Parkett verabschieden.

Zwar zeigt das Fed-Führungsgremium um Chefin Janet Yellen, sich dieser Sorgen bewusst, behutsames Fingerspitzengefühl in der „Z-Frage“, und mit einem abrupten Kurswechsel ist nicht zu rechnen. Doch wie angespannt die Lage bei den Anlegern in dieser Hinsicht ist, zeigt der heutige Handel. Gute Konjunkturdaten, wie ein überraschend stark gestiegener Industrie-Index der lokalen Federal Reserve des Großraums Philadelphia ließen den Dow-Jones-Index ordentlich verlieren. Zum Frankfurter Handelsschluss lief der Leitindex an der Wall Street 1,3 Prozent unter Vortagsniveau bei 17.128 Zählern.

Die näher rückende Zinswende, die nicht nur die Kurse in den USA drückt, ließ den Euro in der Spitze um 0,8 Prozent auf 1,12 Dollar steigen. Das sorgte für zusätzliche Probleme auf den europäischen Märkten. Auf Wochensicht kommt der Dax bisher auf einen Abschlag von fast fünf Prozent. Zwischenzeitlich fiel er heute auf sein Januar-Niveau zurück. Auch die zweite Frankfurter Reihe musste Punkte lassen. Der MDax der Mittelwerte verlor ganze drei Prozent bei 19.869 Punkten, der TecDax gab 3,6 Prozent nach auf 1685 Zähler. Der Euro-Stoxx-50 notierte 2,2 Prozent leichter bei 3354 Stellen.

Dabei gerieten die eigentlich guten Nachrichten aus Washington schnell aus dem Blickfeld. Wie die US-Notenbank Federal Reserve in den Protokollen ihrer monatlichen Sitzung bekannt gab, erwägt sie diesen Monat noch nicht die erste Erhöhung der Leitzinsen seit der Finanzkrise. Die obersten Geldpolitiker der Vereinigten Staaten verwiesen auf Verbesserungen am US-Arbeitsmarkt. Sie erwähnten allerdings auch Sorgen wegen der nach wie vor niedrigen Inflation und des schwachen Wachstums der Weltwirtschaft. Entscheidend dürfte, wie schon so oft in der Z-Frage die nächste Sitzung sein, die Mitte September stattfindet.

Mit Blick auf die lahmende Wirtschaft in den Schwellenländern und dem wachsenden Überangebot fiel der Ölpreis heute auf ein Sechseinhalb-Jahres-Tief. Die Oktober-Futures, sprich die Preise für eine Auslieferung des Öls im Oktober, für die in den USA richtungsweisende Sorte WTI konnte die 40-Dollar-Marke für ein Barrel nur knapp halten. Das sorgte vor allem unter den klassischen Standardwerten des Dow-Jones-Index für weitere Kursverluste.

Seite 1:

Dax schließt mehr als zwei Prozent tiefer

Seite 2:

Kein Dax-Titel gelingt ein Plus

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax schließt mehr als zwei Prozent tiefer"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Irgendwann kommt vielleicht noch die Kapitulationsphase, wenn das Börsentier an einem Tag mal 500 Punkte von unsern Algorithmen senkrecht in den Boden gerammt wird mit anschließenden Reversal. Dann ist für den Anleger der Weg nach oben wieder frei. Bis dahin solltet ihr euch zurückhalten.

  • Das ist ein veritabler Sommer-Crash auf Raten. In etwas mehr als 1 Woche über 1000 Punkte abgegeben, verdienen sich alle Börsenhändler während des Sommerlochs, dank steigender Volatilität und sehr guten Volumen im FDAX, jeden Tag eine golden Nase. Der kleine Verfall am morgigen Tag trägt sein übriges dazu bei.

  • Das ist ein veritabler Sommer-Crash auf Raten. In etwas mehr als 1 Woche über 1000 Punkte abgegeben, verdienen sich alle Börsenhändler während des Sommerlochs, dank steigender Volatilität, jeden Tag eine golden Nase. Der kleine Verfall am morgigen Tag trägt sein übriges dazu bei.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%