Börse Frankfurt
Dax schließt mit Gewinnen

Die Dax-Anleger griffen am Donnerstag wieder bei Aktien zu. Dabei hatten sie allen Grund, enttäuscht zu sein. Gleich drei Dax-Unternehmen warten mit einem pessimistischen Ausblick auf. Doch die Zuversicht überwog.

Frankfurt am MainDie Dax-Anleger erholten sich am Donnerstag vom jüngsten Absturz. Nachdem der Index am Vortag gut 2,6 Prozent tiefer bei 9167 Zählern schloss, witterten viele von ihnen nun die günstige Gelegenheit zum Kauf. Bis zu 2,4 Prozent gewann der Index im Verlauf des Tages. Am Ende reichte es für ein Plus von rund 1,8 Prozent und 9331 Zähler. Um die Verluste des Vortags wieder wettzumachen hat es nicht gereicht. Am Mittwoch schloss der Leitindex 2,6 Prozent tiefer bei 9167 Punkten.

Vor allem die Aktien der Deutschen Post profitierten von der Hochstimmung der Anleger. Eine Hochstufung von JP Morgan hat den Aktien des Logistikkonzerns kräftig Rückenwind verliehen. Sie verteuerten sich zeitweise 5,2 Prozent auf rund 22 Euro und standen somit an der Spitze des Leitindex. Am Tagesende standen sie noch 4,3 Prozent höher. Nach Einschätzung der US-Bank ist der Markt hinsichtlich der Gewinnaussichten des Unternehmens zu pessimistisch eingestellt. Die Aktien der Deutschen Post haben seit Jahresbeginn mehr als 19 Prozent an Wert eingebüßt. Ebenfalls Gewinner: Fresenius Medical Care. Der Gesundheitskonzern strotzt nach einem Rekordgewinn vor Optimismus. Bis 2019 will der Konzern seinen Gewinn um 50 Prozent steigern. Die Anleger lassen sich von der Zuversicht anstecken. Die Papiere legten am Nachmittag rund 6,6 Prozent zu, am Tagesende verbuchten sie ein Plus von 4,3 Prozent.

Am anderen Ende der Skala befand sich lange Zeit Bayer. Die Aktien des Pharma- und Chemiekonzerns rutschten bis zu vier Prozent auf 91,08 Euro ab und markierten damit den tiefsten Stand seit fast zweieinhalb Jahren. Am Nachmittag fanden die Anleger aber wohl ihre Zuversicht wieder und schickten die Bayer-Papiere 0,7 Prozent ins Plus. Die Zuversicht ist nicht unbegründet. Schließlich verdienen die Leverkusener operativ so viel wie nie zuvor. Mit seinem Gewinn im vierten Quartal ist Bayer jedoch hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben. Dabei enttäuschte vor allem die Agrar-Sparte. Börsianer verunsichert offenbar zudem der Abgang des Bayer-Chefs Marijn Dekkers. Der verlässt die Leverkusener bereits Ende April. Der 58-Jährige soll neuer Chairman beim britisch-niederländischen Konsumgüterriesen Unilever werden.

Die Prognose für das laufende Jahr hat Henkel am Donnerstag ins Minus gedrückt. Die Aktien des Konsumgüterkonzerns notierten bei Handelsende 0,1 Prozent schwächer und waren damit der einzige Verlierer im Dax. „Die Zahlen für das Gesamtjahr waren weder herausragend noch enttäuschend“, sagte ein Händler. Für etwas Ernüchterung habe allerdings der Ausblick gesorgt. 2016 erwartet der Hersteller vor Pritt und Persil ein geringeres organisches Umsatzwachstum als in der Vergangenheit. Henkel rechnet im laufenden Jahr mit einem organischen Umsatzwachstum von zwei bis vier Prozent, in der Vergangenheit lag diese Spanne bei drei bis fünf Prozent.

Auch die Deutsche Telekom hat ihre Anleger mit ihrem Ausblick enttäuscht. Trotz der Ankündigung einer höheren Dividende drehten die T-Aktien nach einem einprozentigen Plus zeitweise ins Minus, schafften am Nachmittag aber die Wende und notierten zuletzt 2,1 Prozent höher. Insgesamt seien die Zahlen durchwachsen - und auch der Ausblick sei vorsichtiger als gedacht, sagte Equinet-Analyst Adrian Pehl. Darauf fokussierten sich die Investoren. „Der Ausblick liegt zwar leicht unter Erwartungen. Wir erachten diesen aber tendenziell als konservativ“, urteilte DZ-Bank-Analyst Karsten Oblinger.

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