Börse Frankfurt
Dax schließt mit Gewinnen

Der Freitagshandel verlief unbeschwert. Für gute Stimmung sorgten solide Bilanzen von US-Großbanken. Auch die Aktien deutscher Geldhäuser stiegen. Am Ende verbuchte der Dax ein Plus von rund 0,9 Prozent.
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Frankfurt/DüsseldorfNach den Verlusten am Vortag haben einige Investoren die Chance zum Wiedereinstieg in den Markt genutzt. Nach einem ruhigen Handel zum Tagesbeginn gewann der deutsche Leitindex im Laufe des Tages an Fahrt und schloss 0,9 Prozent fester bei 11.629 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen rückte am Freitag ebenfalls um 0,9 Prozent auf 22.498 Punkte vor. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,6 Prozent auf 1841 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,1 Prozent hoch auf 3321 Stellen.

Experten sehen einen positiven Börsentrend: „Das Jahr ist noch jung und dennoch könnte es an den Aktienmärkten zu einer ersten Belastungsprobe kommen“, glaubt Helaba-Analyst Markus Reinwand. Die Frage sei, wie realistisch die mittlerweile in den Aktienkursen enthaltenen, von Trump ausgelösten Hoffnungen seien. Mit seiner Amtseinführung müsse dieser den Ankündigungen jedenfalls erst einmal Taten folgen lassen. Angesichts der hohen Erwartungen könne es durchaus zu einer gewissen Ernüchterung kommen, so Reinwand. Eine Wende des positiven Aktientrends sieht er aber noch nicht. Auch die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sehen vorerst kein Ende des jüngsten Aufwärtstrends. Die immer noch niedrigen Zinsen und die weiter attraktiven Dividendenrenditen sollten zu weiteren Umschichtungen von Anleihen in Aktien führen. Auch der jüngst auf ein 13-Jahres-Tief gesunkene Euro, der vor allem den exportorientierten Unternehmen hilft, dürfte für Rückenwind sorgen.

Vor allem die guten Bankbilanzen verhalfen den Börsen nach oben. JPMorgan und Bank of America profitierten in den vergangenen drei Monaten deutlich von steigenden Aktienkursen und einer Belebung am Anleihemarkt. Die Nummer eins und zwei nach der Bilanzsumme übertrafen die Gewinnprognosen der Experten im vierten Quartal 2016. Für das neue Jahr setzen sie zudem auf steigende Leitzinsen und die Maßnahmen des künftigen Präsidenten zur Ankurbelung der US-Konjunktur. An den Aktienmärkten gewannen die Papiere der beiden Banken zwar kaum. Die Nachricht von Quartalsgewinnen färbte dennoch auch auf den deutschen Aktienmarkt ab. Die Deutsche Bank und die Commerzbank zählten mit einem Plus von rund vier und 2,8 Prozent zu den Favoriten im Dax.

Zudem gehörte Fresenius Medical Care mit einem Kursplus von 1,2 Prozent zu den bei Anlegern gefragten Papieren. Der Dialysekonzern erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen eine Anordnung der Gesundheitsbehörde CMS, der zufolge Wohltätigkeitsorganisationen Dialyse-Patienten keine Behandlungszuschüsse mehr zahlen dürfen. Die Versorger Eon und RWE, am Vortag noch an der Dax-Spitze, bildeten mit leichten Verlusten von jeweils 0,2 Prozent die Schlussreihe der ersten Börsenliga, ebenso Henkel-Papiere, die rund 0,3 Prozent verloren.

Im deutschen Nebenwerteindex MDax waren Anteilsscheine von Fuchs Petrolub Spitzenreiter. Der Schmierstoff-Produzent hob nach einem unerwartet starken Zuwachs im vierten Quartal die Prognose für das Geschäftsjahr 2016 an. Die Aktien gewannen 3,7 Prozent.

In Mailand legten Fiat Chrysler bis zu 7,6 Prozent zu. Am Donnerstag waren die Papiere des Autobauers allerdings um gut 16 Prozent eingebrochen - so viel wie noch nie. Auslöser war die Anschuldigung der US-Umweltbehörde EPA, Fiat habe eine illegale Software zur Manipulation der Abgaswerte eingesetzt. Fiat wies den Vorwurf zurück. Außerdem bekräftigte Firmenchef Sergio Marchionne die Geschäftsziele.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Leonidas Exuzidis
Leonidas Exuzidis
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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