Börse Frankfurt
Dax schließt mit leichtem Plus

Unsicherheit über die anstehenden Weichenstellungen in der Weltpolitik und über den Kurs der US-Notenbank (Fed) haben die Anleger an den europäischen Aktienmärkten gelähmt. Trotzdem schloss der Dax 0,1 Prozent höher.
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FrankfurtSeit Wochenbeginn bewegt sich der Dax in einer engen Spanne von rund 100 Punkten. Diesem Trend blieb der deutsche Leitindex am Mittwoch treu: Er schloss 0,1 Prozent über dem Vortageskurs bei 12.453 Punkten. Unterstützung erhielt der Dax dabei vom Eurokurs, der nach dem Höhenflug der Vorwoche weiter zurückfiel. Ein zu starker Euro könnte die Exportaussichten der Unternehmen der Eurozone beeinträchtigen.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax stieg um 0,5 Prozent auf 24.750 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,8 Prozent auf 2224 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte moderat zu.

Europäische Aktien bewegen sich seit dem Tief des Abverkaufs vergangener Woche seitwärts. „Der Markt hat einmal kräftig ausgeatmet aber ich erwarte, dass es das im Großen und Ganzen war“, sagt Andre Koppers von Oberbanscheidt & Cie. Die reduzierte Aktienquote direkt wieder hochfahren möchte der Fondsmanager aber nicht. „Ich erwarte einen seitwärtsgerichteten Verlauf über den Sommer. In Summe sehe ich noch keinen Grund im großen Stil wieder Position neu aufzubauen.“

Am Abend werden die FOMC Minutes veröffentlicht, in denen die Marktteilnehmer nach weiteren Hinweisen zu den jüngsten hawkishen Tönen der Zentralbankchefin Yellen suchen werden. US-Treasuries tendieren in der US-Eröffnung seitwärts, während europäische Staatsanleihen in der Breite etwas schwächer gehen. Die Bundrendite testete am Morgen mit einem Hoch von 0,495 Prozent den wichtigen Bereich um 0,5 Prozent ohne die Unterstützung dabei zu durchbrechen, aber eine echte Erholung hat bisher ebenfalls nicht stattgefunden.

Bei den Einzelwerten katapultierte eine Kaufempfehlung der britischen Großbank HSBC die Aktien von Adidas an die Spitze von Dax und EuroStoxx50: Sie stiegen um 4,9 Prozent auf 176,60 Euro und näherten sich damit ihrer am 4. Mai markierten Bestmarke von 188,95 Euro. Die Analysten spekulierten über eine mögliche Prognoseanhebung nach der Vorlage der Quartalsergebnisse Anfang August.

Bayer blieb hingegen nach der Gewinnwarnung in der vergangenen Woche mit einem Abschlag von 0,5 Prozent im Minusstecken. Die im MDax gelisteten Aktien von Stada kamen nach dem Kursplus vom Dienstag im Schlepptau des Chefwechsels kaum vom Fleck. Die Finanzinvestoren Advent und Permira, die zuletzt von den Konkurrenten Bain und Cinven überboten worden waren, sollen einen neuen Anlauf zur Übernahme des Arzneimittelherstellers erwägen.

Am MDax-Ende verloren die Anteilscheine von Zalando bis zu 0,6 Prozent. Letztendlich schloss die Aktie aber 0,2 Prozent im Plus. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte die Gewinnschätzungen gesenkt und damit den geplanten Investitionen des Online-Modehändlers Rechnung getragen. Im TecDax gab es für die Anteilsscheine von Nordex ein Plus von 3,5 Prozent. Der Windkraftanlagenbauer erhielt im zweiten Quartal aus Deutschland Aufträge für den Bau von 13 Projekten.

Klarer Spitzenreiter im Kleinwerteindex SDax waren die Papiere von Hypoport mit einem Gewinn von 7,7 Prozent. Der Eurokurs sank auf 1,1333 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,1353 (Montag 1,1369) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8808 (0,8796) Euro.

Auf die Stimmung am Aktienmarkt drückte auch der Rückgang der Ölpreise, die unter einem steigenden US-Dollar sowie wachsenden Exporten der Opec litten. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligt sich um 3,5 Prozent auf 47,86 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl WTI kostet mit 45,20 Dollar vier Prozent weniger.
In London geriet der Aktienkurs von Worldpay ins Wanken, nachdem sich der Bezahldienst-Anbieter mit dem US-Rivalen Vantiv auf die Konditionen für eine Übernahme einigte. Die Worldpay-Papiere sollen nach Vollzug von der Börse genommen werden. Ein Bietergefecht um den Zahlungsdienst wird es wohl nicht geben: Die ebenfalls an dem Unternehmen interessierte Großbank JP Morgan will keine Gegenofferte vorlegen.

Die Bestätigung von Übernahmegesprächen hatte Worldpay-Aktien am Dienstag um fast 28 Prozent nach oben getrieben. Am Mittwoch markierten sie bei 435,20 Pence zunächst ein Rekordhoch, fielen dann aber um mehr als acht Prozent auf 408 Pence.

In Amsterdam löste eine Kooperation mit dem chinesischen Internetriesen Baidu einen Ansturm auf die Aktien des Navigationsgeräte-Herstellers TomTom aus, die um 3,8 Prozent zulegten. Die in New York gelisteten Baidu-Papiere lagen 2,4 Prozent höher.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich habe den Dax mit einer Luftmatratze gesehen, wer zieht den Stöpsel ?

  • .......und so wird gerade in den Medien......eine verzweifelte Anfrage gestellt.......ob der Dax überhaupt schwimmen kann.....weiß die Botanik.....daß der Dax in Höhlen.....vielfach unter toten Bäumen lebt und nächtigt.....

    und jetzt Wasser?

    ....nein.....nein der kann nicht schwimmen......der geht unter......so die Stimmen.....und so ist ein heftiger Streit entstanden.....zwischen Ja- und Neinsager.....und so will man ein Exempel statuieren......einen Dax aus dem Zoo ins Wasser legen......daneben zwei Retter.....die ihn notfalls aus dem Wasser nehmen......damit das arme Tier nicht untergeht......

    ein wahrhaft......anrühendens und wissenschaftlich interessantes Projekt.....

    .....werden ..wir also sehen......was draus wird.....

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