Börse Frankfurt
Dax schließt nach Rekordhoch tief im Minus

Die spektakuläre Rekordjagd ging so schnell vorbei, wie sie angefangen hatte. Nach dem Sturm über 9800 Punkte, brachten schwache US-Börsen den Dax in Bedrängnis. Am Ende rutschte der Dax sogar unter 9700 Zähler.
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Nach einem spektakulären Morgen folgte zunächst Stillstand und dann der Ausverkauf. Der Dax schloss am Ende des Handelstages rund ein Prozent im Minus auf 9656 Punkte. In der zweiten Reihe gab der MDax 1,1 Prozent nach auf 16.350 Zähler. Der TecDax ging mit einem Abschlag in Höhe von 0,6 Prozent auf 1232 Punkte aus dem Handel.

Angefangen hatte der Handelstag mit einem urplötzlichen Aufstieg über 9800 Punkte. Zum ersten Mal in seiner Geschichte erklomm der Dax diese Marke. Das neue Allzeithoch markiert der Leitindex nun bei 9810,29 Punkten.

Doch recht schnell machte sich Skepsis breit. Selbst die besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten konnten an der defensiven Haltung am Nachmittag nichts ändern. In den USA fiel die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend auf 297.000. Erwartet wurde eine Zahl zwischen 320.000 und 325.000.

Mit der schwachen Eröffnung der US-Börsen begannen die Anleger hierzulande vermehrt ihre Gewinne einzustreichen. „Der Markt folgt der Wall Street, dem kann man sich nicht entziehen", erklärte ein Händler die Kursverluste europaweit. Zuletzt hatte sich vor allem der Dax noch dem Verkaufsdruck aus den USA entziehen können. „Damit ist es jetzt erst einmal vorbei. Die Umsätze sind erheblich, das deutet auf starke Gewinnmitnahmen hin“, sagte ein Börsianer.

Verantwortlich für den zwischenzeitlichen Sprung auf das neue Rekordhoch waren vor allem Spekulationen um die Europäische Zentralbank. Ein „Insider“ berichtete gestern der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Zentralbanker eine Zinssenkung planen. Der Leitzins könnte beispielsweise von derzeit 0,25 Prozent auf 0,15 oder 0,1 Prozent sinken.

Doch die Zentralbank will noch weiter gehen: Um gegen die Euro-Stärke und die drohende Deflation vorzugehen, soll erstmals ein Strafzins für Banken beschlossen werden, die ihr Geld bei der EZB parken. Dieser Einlagesatz liegt seit November bei null Prozent. Senkt die EZB ihn unter null, würde sie den Banken de facto einen Strafzins auferlegen, wenn diese Geld bei ihr anlegen.

Einige Analysten gehen deswegen davon, dass das Erreichen der 10.000 Punkte im Dax nur noch eine Frage der Zeit ist. „Die Stimmung ist ausgewogen und keinesfalls euphorisch, die Wirtschaftsdaten in Ordnung und die Hoffnung auf frisches Geld der EZB mehr als berechtigt,“ sagte Sarah Brylewski vom Handelshaus Ayondo.

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  • Ja, ich finde das auch recht ansprechend. Bis diese Zahl erreicht wird, wird die Dividende durch das aktuelle Ertragsniveau erwirtschaftet.

  • 500 Mio. Gewinn wäre ja ziemlich prachtvoll. Das wären ja fast 2,50 € pro Aktie.

  • "Aber heute nicht mehr, erst wieder morgen:)"

    Zu welchem Kurs sollen wir sie denn MüRü und Linde morgen kaufen?

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