Börse Frankfurt
Dax schließt trotz Endspurt mit Verlusten

Chinas Konjunktur kämpft mit starkem Gegenwind. An den Börsen machen sich deswegen Konjunkturängste breit. Einziger Lichtblick: Die USA. Dort nimmt die Wirtschaft allmählich Fahrt auf. Der Dax verliert trotzdem.
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FrankfurtÜber die Börsenwelt bricht das „Konjunkturgewitter“ wieder ein. Lange hatte ein Großteil der Anleger die Federal Reserve und ihr Anleihekaufprogramm im Blick. Die neuesten Meldungen aus China haben ihren Blick auf die Realwirtschaft erweitert – wenn auch ungewollt.

Der Dax präsentiere sich über den gesamten Handelstag hinweg in einem labilen Zustand. Erst kurz vor Handelsschluss sorgten positive US-Börsen für eine Unterstützung, in deren Folge der Deutsche Aktienindex seine Verluste eingrenzen konnte. So ging dieser am Donnerstag mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 9619 Punkten aus dem Handel. Sein Tagestief markierte er am Nachmittag bei einem Kurs von 9504 Punkten.

In der zweiten Reihe arbeiteten sich die Indizes ebenfalls nach oben, für ein positives Abschneiden reichte es aber auch dort nicht. Der MDax beendete den Handelstag mit einem Minus von 0,5 Prozent auf 16.775 Zählern. Der TecDax gab 0,8 Prozent nach auf 1260 Punkte.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt scheint konjunkturell immer mehr ins Abseits zu driften. Der heute veröffentlichte HSBC-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe tendiert zwar immer noch über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, allerdings ist der Index im Februar zum zweiten Mal in Folge gesunken und befindet sich derzeit auf dem niedrigsten Stand seit sieben Monaten. Investoren dürften solche Zahlen überhaupt nicht schmecken. Sie deuteten auf ein weniger starkes Wachstum im Reich der Mitte hin, schrieben die Analysten der NordLB in einem Kommentar.

Die US-Wirtschaft kann sich im Gegensatz zur chinesischen Konjunktur kontinuierlich verbessern. Der Datenanbieter Markit hatte vermeldet, dass der US-Einkaufsmanagerindex nach vorläufigen Berechnungen bei 56,7 Punkten liegen werde – das wäre der höchste Stand seit vier Jahren.

Die Wall Street konnte vor diesem Hintergrund leicht zulegen. Der Dow Jones notierte nach Frankfurter Börsenschluss 0,5 Prozent im Plus auf 16.111 Punkte. Der Nasdaq-100 verzeichnete einen Aufschlag von 0,1 Prozent auf 3656 Zählern.

„Das Gewinne werden stark sein“

Trotz der Volatilität im Dax und die sich teilweise widersprechenden Wirtschaftszahlen, sind sich die meisten Analysten allerdings einig, dass der Dax mittelfristig weiterhin steigen wird. Der Raum für Gewinnsteigerungen werde unterschätzt. „Ein paar Tage Volatilität, wie wir sie im Januar erlebt haben, werden dem Dax nicht erheblich schaden“, sagte Emmanuel Cau, Aktienstratege bei JPMorgan im Interview mit Bloomberg News. Seiner Einschätzung nach wird der deutsche Leitindex in diesem Jahr um 5,6 Prozent zulegen. „Das Wachstum wird stark sein, die Gewinne werden stark sein. Wir sind nicht der Ansicht, dass sich die Grundlagen beim Dax in den letzten paar Wochen wirklich verändert haben.“

Für viel Gesprächsstoff hat heute an den Börsen die jüngste Übernahme von Facebook sorgen. Das soziale Netzwerk kauft den Nachrichtendienst WhatsApp für 19 Milliarden Dollar. WhatsApp hat in wenigen Jahren 450 Millionen Nutzer für den Dienst begeistert, davon 30 Millionen in Deutschland. Für die Facebook-Aktie ging es trotz dieses Coups heute trotzdem nach untern. Die Papiere verbilligten sich um 2,2 Prozent.

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  • "Mein bevorzugtes Szenario: Stetig steigende, aber keine galoppierende Inflation, in den nächsten zehn Jahren geschätzt 4-5%. Das entwertet die Hälfte der Staatsschulden. Angebot und Nachfrage regelt den Preis - die Staaten werden sich refinanzieren können, Geld gibt es genug, das Anlageziele sucht, und bei höheren Zinsen wird die Nachfrage nach Anleihen auch da sein. Daher ist es wie immer: Diversifikation über alle Anlageklassen mit Gewichtungen, die ein ansprechendes Chance/Risikoverhältnis aufweisen und der individuellen Risikoneigung und -tragfähigkeit des Anlegers entsprechen."

    Wünschenswert, weil weniger brachial als die von mir geschilderten Szenarien. Quasi Reformation statt Revolution.

    Vorstellbar. Ich würde mir nicht zutrauen, bestimmten Abläufen Wahrscheinlichkeiten zuzuordnen.

  • Mein bevorzugtes Szenario: Stetig steigende, aber keine galoppierende Inflation, in den nächsten zehn Jahren geschätzt 4-5%. Das entwertet die Hälfte der Staatsschulden. Angebot und Nachfrage regelt den Preis - die Staaten werden sich refinanzieren können, Geld gibt es genug, das Anlageziele sucht, und bei höheren Zinsen wird die Nachfrage nach Anleihen auch da sein. Daher ist es wie immer: Diversifikation über alle Anlageklassen mit Gewichtungen, die ein ansprechendes Chance/Risikoverhältnis aufweisen und der individuellen Risikoneigung und -tragfähigkeit des Anlegers entsprechen.

  • Das Spiel hat sich wohl wie immer gelohnt, morgen gibt's neue Möglichkeiten
    da ist noch mehr Spead drin, Verfall und technisch wieder auf UP.

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