Börse Frankfurt
Dax schließt über 10.000 Punkten

Die Aussicht auf weiterhin niedrige Zinsen in den USA hat am Mittwoch den Dax beflügelt. Der deutsche Leitindex legte deutlich zu und schloss abermals über 10.000 Punkten.

FrankfurtZurückhaltende Äußerungen der US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen zur Geldpolitik haben dem Dax zum Sprung über die Marke von 10.000 Punkten verholfen. Der deutsche Leitindex schloss am Mittwoch 1,6 Prozent im Plus auf 10.046 Punkten. Allerdings pendelt das Börsenbarometer bereits seit rund zwei Wochen um die psychologisch wichtige Marke, ohne sie dauerhaft zu überwinden.

Vor allem die Aussicht auf eine umsichtige Geldpolitik in den USA stützen die Börsen in Europa. Am Dienstag versicherte Fed-Chefin Janet Yellen, dass bei weiteren Zinsschritten eine vorsichtige Vorgehensweise garantiert sei. Die Notenbankerin machte zudem klar, dass die Fed einen „erheblichen Spielraum“ für stimulierende Maßnahmen habe, falls dies notwendig werden sollte. Bereits Mitte März hatte die Fed das Tempo aus ihrer im Dezember begonnenen Zinswende herausgenommen, eine Zinsanhebung im April aber nicht ausgeschlossen. Das dürfte Experten zufolge nun aber im Grunde vom Tisch sein.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax stieg zur Wochenmitte um 1,86 Prozent auf 20.495 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 1,77 Prozent auf 1627 Punkte vor. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es ebenfalls nach oben.

Bei den Einzelwerten standen die Aktien des Metro-Konzerns im Fokus. Die Aktien schossen zwischenzeitlich um mehr als 12 Prozent in die Höhe und setzten sich an die Spitze des Nebenwerteindex MDax, weil der Konzern seine Aufteilungspläne veröffentlichte. Metro prüft eine Aufteilung des Konzerns in zwei unabhängige, börsennotierte Geschäftseinheiten.

Spekulationen über politischen Rückhalt für die deutsche Stahlbranche im Kampf gegen billige Importe aus China haben die Aktien von ThyssenKrupp am Mittwoch kräftig angeschoben. Die Papiere von Thyssen setzten sich mit einem Plus von mehr als 8 Prozent an die Spitze der Dax-Gewinner.

Es gebe Spekulationen, dass Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine entsprechende Initiative plane, sagten Händler. „Wir wollen globalen Wettbewerb auch im Stahlsektor - aber der muss fair sein“, sagte Gabriel (SPD) der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ).

Die Aussicht auf eine Gewinnausschüttung lockte Anleger auch bei SMA Solar. Die Titel gewannen zwischenzeitlich mehr als neun Prozent und waren damit stärkster Wert im TecDax. SMA Solar will nach der Rückkehr in die Gewinnzone erstmals seit Jahren wieder eine Dividende zahlen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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