Börse Frankfurt
Dax schließt über 11.000 Punkten

Die Anleger blenden die Krise in Griechenland aus und freuen sich über die europäische Konjunktur. Die Kauflaune hat sich dort stärker aufgehellt als erwartet. Der Index schließt erstmals über 11.000 Punkten.
  • 51

FrankfurtDie Dax-Anleger haben heute eine Achterbahn der Gefühle hinter sich. Nachdem es am Morgen noch so aussah, als würden sich Griechenland und seine Gläubiger schnell einig werden, zerschlug Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wenige Stunden später diese Hoffnung. Deutschland lehnte einen Antrag Griechenlands auf eine Verlängerung des Kreditprogramms in seiner gegenwärtigen Form ab. Das Bundesfinanzministerium teilte am Nachmittag mit: „Der Brief aus Athen ist kein substantieller Lösungsvorschlag.” Die Börsianer reagierten sofort und schickten den Index ins Verlusttal. Und das, nachdem das Börsenbarometer am Morgen erneut über die 11.000-Punkte-Marke sprang.

Doch am Ende des Tages ging alles gut. Gute Konjunkturdaten aus Europa hellten die Anlegerlaune auf. Die Kauflaune der Verbraucher im Euro-Raum hat sich im Februar etwas stärker aufgehellt als erwartet. Das Barometer für die Stimmung der Konsumenten kletterte auf minus 6,7 Punkte von minus 8,5 Zählern im Januar, wie die EU-Kommission heute Nachmittag mitteilte. Die Börsianer reagieren mit Freude und schickten den Leitindex 0,37 Prozent fester bei 11.001 Punkten in den Feierabend.

Als weitere Kursstütze nannten Börsianer Aussagen der US-Notenbank Fed vom Vorabend, wonach eine Zinserhöhung in den USA noch auf sich warten lassen könnte. Niedrige Zinsen begünstigen Aktien gegenüber festverzinslichen Wertanlagen, die in einem solchen Umfeld kaum eine Rendite abwerfen.

Neben den Querelen um Griechenland blickten die Anleger heute auch auf die Europäische Zentralbank. Sie gewährte Einblick in ihre Bilanz. Die EZB hat im vergangenen Jahr deutlich weniger Gewinn erzielt. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 989 Millionen Euro, wie die EZB am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. 2013 hatte sie noch einen Nettogewinn von 1,44 Milliarden Euro ausgewiesen. Grund für den Rückgang sind unter anderem die extrem niedrigen Zinssätze sowie gestiegene Verwaltungskosten durch den Aufbau der neuen europäischen Bankenaufsicht. Dazu gehört auch die Schaffung einer Vielzahl neuer Stellen für die Bankenkontrolleure.

Gute Nachrichten hielt OECD bereit. Die Organisation blickt etwas optimistischer auf die seit langem lahmende Konjunktur in Italien. Die nach Deutschland und Frankreich drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone werde in diesem Jahr um 0,6 Prozent wachsen und damit drei Mal so stark als noch im November angenommen, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria am Donnerstag in Rom. Grund für die besseren Aussichten seien der Ölpreisverfall und der niedrigere Euro-Kurs, der die Exporte anschiebe, teilte die Industriestaaten-Organisation weiter mit. Auch die extrem lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte zur Erholung beitragen.

Seite 1:

Dax schließt über 11.000 Punkten

Seite 2:

Im Fokus: Adidas und K+S

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax schließt über 11.000 Punkten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

  • Herr A. Schneider@
    Ich glaube nicht, daß es mich ernsthaft interessiert wo der Mogel-Dax steht,
    schon gar nicht, wenn ich einer Ihrer "Mächtigen" wäre. Der Index ist einfach wurscht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%