Börse Frankfurt
Dax setzt seine Erholungsrally fort

Die Anleger sind sich sicher: Die EZB wird im Zweifelsfall eingreifen und je schlechter die Konjunkturlage, desto eher wird sie aktiv. Ob sich das grenzenlose Vertrauen der Anleger auszahlt, wird sich schon bald zeigen.
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FrankfurtSchwache Konjunkturdaten, miese Stimmung in Deutschlands Chefetagen und unbeständige US-Börsen schienen heute überhaupt keine Rolle zu spielen. Der Dax konnte das schwere Fahrwasser ohne Probleme durchschiffen und verzeichnete am Ende einen Aufschlag von 1,3 Prozent auf 7.759 Punkte. Bereits gestern konnte der Dax satte 2,4 Prozent zulegen.

Die zweite Reihe tat sich über den ganzen Handelstag etwas schwerer als der Dax. Erst kurz vor Schluss schafften sie den Sprung ins Plus. Der MDax schloss den Mittwoch 0,3 Prozent fester auf 13.380 Punkte und der TecDax ging mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 921 Zähler aus dem Handel.

Die Anleger schienen heute wie hypnotisiert von einer möglichen Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank zu sein. Der schwache ifo-Geschäftsklimaindex gab diesen Spekulationen heute zudem neue Nahrung. Viele Marktteilnehmer vertrauen scheinbar blind der "unsichtbaren Hand" der Europäischen Zentralbank. Laut einer Pressemitteilung der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim sorgt die freigiebige Geldpolitik der Zentralbanken in Europa, Japan und den USA für eine stabile Marktentwicklung. Außerdem kaschieren die niedrigen Zinsen und Anleihekaufprogramme der EZB die negativen Tendenzen in der Realwirtschaft.

"Von allen Akteuren sind die Notenbanken derzeit die handlungsfähigsten", erläuterte Martin Moryson, Chefvolkswirt der Kölner Privatbank. "Die geldpolitische Beruhigung der Märkte nimmt der Politik den akuten Handlungsdruck. Damit bleiben viele Risiken bestehen, aber auch die kurzfristig guten Entwicklungspotenziale." Der EZB-Rat entscheidet am 2. Mai in Bratislava über die künftige Zinspolitik.

Klaus Wohlrabe, Koordinator für ifo-Umfragen, hält eine Zinssenkung durch die EZB allerdings für unwahrscheinlich. Seiner Meinung nach hätte eine Leitzinssenkung keine größeren Effekte auf die deutsche Konjunktur. Er sieht die Wirtschaft hierzulande zudem auf einem guten Weg, auch wenn die heutigen Daten enttäuschend ausfielen. Das Institut rechnet im zweiten Quartal 2013 mit einer stärker wachsenden deutschen Wirtschaft. Vor allem in der Baubranche freuen sich die Manager über volle Auftragsbücher.

Bei den Einzelwerten standen heute die Papiere von Daimler im Fokus der Anleger. Der Autobauer aus Stuttgart hat nach einem heftigen Gewinneinbruch zum Jahresstart am frühen Morgen seine Prognose für 2013 kassiert – das zweite Mal binnen sechs Monaten. Die Aktie reagierte unbeständig. Nach mehrmaligem Vorzeichenwechsel am Morgen schlossen die Daimler-Papiere 0,8 Prozent tiefer. "Dass Daimler die Gewinnprognose erneut zusammengestrichen hat, kam nicht überraschend," erklärte ein Börsianer. DZ-Bank-Analyst Michael Punzet bezeichnete die Quartalszahlen als enttäuschend, bestätigte wegen der attraktiven Dividendenrendite von fünf Prozent jedoch seine "Halten"-Empfehlung für die Aktien.

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Deutsche Post trotzt den Warnstreiks

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  • @Arthur

    In Deutschland nicht ganz so interessant aus steuerlichen Gründen im Vergleich zu USA/CAN.

    Trotzdem eine gute Strategie. Gibt ja sogar mittlerweile ETFs auf den Global Stoxx Dividend mit über 5% DivRendite.

  • @Foristen: Dividenden sind Trumpf. Man muss sich nur bescheiden können auf Renditen (nach Steuern) von ca. 6-7 %.

    Und dann in den $ diversifiziert: Alles wird gut - Oder auch nicht.

  • Was machen die Kontakt zur Commerzbank Realist ;)
    HeidelbergCement macht´s besser.


    Hahahahahaha

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