Börse Frankfurt
Dax so hoch wie seit Mai nicht mehr

Der Dax klettert weiter. Hoffnungen auf Anleihekäufe der EZB und eine gelungene Auktion italienischer Anleihen quittierte der Leitindex am Montag mit Gewinnen. Für Gigaset-Aktionäre war es indes ein Tag zum vergessen.
  • 47

FrankfurtDie Hoffnung auf eine großangelegte Rettungsaktion der Europäischen Zentralbank (EZB) für den Euro und eine Auktion langjähriger italienischer Anleihen hat dem Dax am Montag weiteren Auftrieb gegeben. Bei Börsenschluss notierte der Leitindex bei 6.774 Punkten und damit 1,3 Prozent über dem Schlusskurs von Freitag, wo das Börsenbarometer bereits 1,6 Prozent zulegen konnte. Auch die zweite Reihe fuhr Gewinne ein. Der MDax klettert um 0,8 Prozent auf 10.945 Punkte, der TecDax legt um 0,3 Prozent auf 780 Zähler zu. Der Euro stand bei Börsenschluss bei 1,22 Dollar.

„Die Börsen starten mit einer positiven Grundstimmung in die neue Woche“, sagte Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX Capital und verwies dabei auf den Optimismus vor den Zinsentscheiden in Europa und den USA, die im Laufe der Woche erwartet werden. „Anleger versprechen sich eine aggressive Antwort der EZB am Donnerstag“, so der Experte. Erhofft werde von der Notenbank eine Reaktivierung des Anleihen-Ankaufprogramms, um den Druck von den Anleihemärkten in Spanien und Italien zu nehmen.

EZB-Chef Mario Draghi hatte am vergangenen Donnerstag angekündigt, alles Notwendige zum Erhalt des Euro tun zu wollen. Anleger interpretierten dies als Ankündigung unbegrenzter Käufe von Anleihen schuldengeplagter Staaten wie Spanien oder Italien. Die Bundesbank hat sich bislang vehement gegen eine derartige Staatsfinanzierung durch die Notenbank gewehrt. Am kommenden Donnerstag will sich Draghi im Anschluss an die EZB-Ratssitzung der Öffentlichkeit stellen.

„Angesichts der steigenden Erwartungen an die Ratssitzung am kommenden Donnerstag nehmen die Spekulationen zu, was wir von der EZB bekommen werden“, schrieben die Analysten des Brokerhauses IG Markets in einem Marktkommentar. Zur Auswahl stünden unter anderem eine Zinssenkung, eine Wiederaufnahme der Anleihe-Käufe oder ein neuer Langfrist-Tender.

Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research sieht nur einen Weg: „Es bleibt nur eine Option: Unlimitierte Anleihekäufe. Die große Frage ist nur, wie das ganze politisch umgesetzt wird, ohne dass die Bundesbank ihr Gesicht verliert. Die Messlatte ist hoch. Draghi hat sich und seine Reputation in die Waagschale geworfen.“

Seite 1:

Dax so hoch wie seit Mai nicht mehr

Seite 2:

Gigaset-Aktien schmieren ab

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax so hoch wie seit Mai nicht mehr"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Nein sicher nicht, man muss schon auf den stabilen Mittelstand in Deutschland setzen und die Finger von den DAX-Werten lassen. Weil bei den Großen hat man vor lauter Geldnachwerfen scheinbar schon das Rechnen verlernt und ist beim nächsten Ungemach ganz schnell unten. Welche Branche ist als Nächste dran? Solar war ja schon ganz schmählich im Stich gelassen worden, die Baubranche wurde regierungsseitig hofiert und die Bankenbranche wurde sogar massivst monetär belohnt für Unfähigkeit und Betrug.
    Also, who's next?

  • Hallo zusammen,
    Genau, so hoch wie seit Mai nicht mehr.
    Wie gehts aber weiter?

    Erfolgreich in Börse und Wirtschaft, heute Abend, Webinar, 20.00 Uhr

    Die Zukunft unserer Wirtschaft - mit Socionomics.

    Hier gibts mehr Infos: http://bit.ly/QiIFjS

  • Dank Draghi kann jeder Pessimismus auch blitzartig in Optimismus umschlagen!
    *s. letzter Donnerstag 10/11 Uhr Vormittag - Turnaround Rally im Dax ausgeslößt durch Draghi Statements!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%