Börse Frankfurt
Dax steigt „saft- und kraftlos“ um ein Prozent

Ohne wichtige Impulse geht der Dax mit einem ordentlichen Gewinn aus dem Handel. Freundliche US-Börsen und die Stabilisierung des Euro sorgten für verhaltenen Optimismus. Auch wenn die Jahresendrally heute ausbleibt gibt es positive Nachrichten: Vor allem Finanzwerte konnten zulegen.
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HB FRANKFURT. Am deutschen Aktienmarkt haben die Kurse am Donnerstag wieder angezogen. Der Dax stieg um ein Prozent auf 5 709 Punkte. Händler führten die Kursbewegung vor allem auf die Erholung einiger Schwergewichte zurück, mochten aus den höheren Indexstände aber keinen klaren Trend ablesen. "Das ist saft- und kraftlos", fasste ein Händler die Stimmung zusammen. Vor allem die extrem geringen Umsätze machen den Börsianern zu schaffen. So fiel der Umsatz mit Dax-Titeln auf 2,3 (2,7) Milliarden Euro. Das Handelsvolumen betrug 80 (Vortag 97) Millionen Aktien.

Die Stabilisierung des Euro zum Dollar seit dem Vortag und die in der Folge freundlichen US-Börsen hätten die Marktstimmung verbessert, sagten Börsianer. Sorgen über die Kreditentwicklung von Dubai bis Spanien seien dagegen in den Hintergrund gerückt. Immerhin: Nach drei Handelstagen mit Verlusten von insgesamt knapp drei Prozent stieg der deutsche Leitindex wieder merklich an. Der TecDax gewann 0,99 Prozent auf 814 Punkte. Der MDax mittelgroßer Werte ging mit minus 0,01 Prozent auf 7 227 Zähler nahezu unverändert aus dem Handel.

"Die Nachrichtenlage war dünn", sagte Marktanalyst Mark Rohles von IG Markets in Düsseldorf. Im Blick auf die Einzelwerte im Dax sei das Börsenbarometer vor allem vom Bankensektor gestützt worden. "Nach den Verlusten am Mittwoch standen die Zeichen für die Finanzwerte europaweit auf Erholung."

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Auch der Wochenbericht vom US-Arbeitsmarkt hatte Börsianern zufolge keine klaren Erkenntnisse gebracht. Zwar stieg in der vorigen Woche die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mit 474 000 stärker als erwartet. Zugleich ging aber die Zahl der fortlaufenden Anträge auf 5,157 Millionen von 5,460 Millionen überraschend deutlich zurück. "Ich würde zwar nicht zu euphorisch werden, aber mittelfristig könnte man sogar von einer Stabilisierung am Arbeitsmarkt sprechen", sagte ein Händler.

Am vergangenen Freitag hatte ein überraschend geringer Stellenabbau in den USA die Hoffnungen auf eine raschere Erholung der US-Wirtschaft geweckt. Die Probleme in Dubai sowie die Herabstufung von Griechenland durch die Ratingagentur Fitch und der gesenkte Ausblick für die Bonität Spaniens durch Standard & Poor's sorgten seither aber für Gewinnmitnahmen an den Aktienmärkten. Die Chancen für eine Jahresendrally haben sich daher in dieser Woche nach Einschätzung der meisten Börsianer verschlechtert. Während einige die Rally schon abgeschrieben haben, schließen andere einen neuerlichen Angriff auf das bisherige Jahreshoch von 5888 Punkte aber noch nicht völlig aus. "In einem so dünnen Markt sind hundert oder zweihundert Punkte ja gar nichts", sage ein Händler. In der Absage der Börsenpläne von Scan Energy sahen Börsianer aber ein Signal für das weiter schwierige Marktumfeld.

Die Bankenwerte erholten sich, nachdem eine Rückzahlung von Staatshilfen durch die Citigroup erwartet wurde. So stiegen Deutsche Bank um 1,5 Prozent und Commerzbank um ein Prozent. Allianz gewannen 1,8 Prozent und Münchener Rück 1,9 Prozent.

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