Börse Frankfurt
Dax stockt zum Jahresende

Auf Jahressicht steht ein dickes Plus – doch auf den letzten Metern in 2016 geht dem Dax langsam die Puste aus. Am Donnerstag bleibt ein marginales Minus. Bankaktien geraten dabei einmal mehr unter Druck.
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FrankfurtKurz vor Jahresschluss haben sich die Börsenanleger am Donnerstag an auf den Gewinnen der letzten Monate ausgeruht und vereinzelt Kasse gemacht. Der Dax fiel um 0,2 Prozent auf 11.451,05 Punkte, der EuroStoxx50 kam ebenfalls kaum vom Fleck. Die andauernde Scheu der Wall Street vor neuen Höchstständen drücke auf die Stimmung, sagte ein Händler. Auch am Donnerstag sah es nicht danach aus, als könnte der Dow-Jones-Index erstmals in seiner über 100-jährigen Geschichte die Marke von 20.000-Punkten knacken. Der wichtigste Börsenindex der Welt notierte zum europäischen Handelsschluss mit 19.832 Zählern kaum verändert. Der S&P500 -Index und der Nasdaq-Composite traten ebenfalls auf der Stelle.

Viele Investoren nutzten die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr für Winterferien. Die Handelsspannen seien deshalb sehr eng. „Seit dem großen Verfall am 16. Dezember ist die Volatilität nahezu zum Stillstand gekommen“, sagte Konstantin Oldenburger, Marktanalyst bei CMC Markets. Der Dax hat auf Jahressicht sieben Prozent gewonnen und schickt sich an, das fünfte Jahr in Folge mit einem Plus zu beenden.

Die Wall Street hat ihren Rekordkurs zuletzt ebenfalls nur noch zögerlich fortgesetzt. Der Dow-Jones-Index hat mit rund 14 Prozent zwar etwa doppelt so viel zugelegt wie der Dax. Zuletzt ist er aber mehrfach vor der 20.000er-Marke zurückgeschreckt. Zweifel über die Nachhaltigkeit der Rally seit der Wahl von Donald Trump zum künftigen US-Präsidenten haben die Kauflaune der Anleger immer wieder gedämpft. Es bleibe abzuwarten, welche Taten Trump seinen markigen Worten folgen lasse, sagte Analyst Oldenburger. „Eine mögliche Steuersenkung, wie bereits vor und nach dem Wahlkampf angekündigt, spielt hier eine wichtige Rolle. Ein interessanter Januar steht uns also bevor. Es wird eine Art Wettkampf zwischen Zweiflern und Optimisten werden, die den neuerlichen Kursanstieg einzuordnen versuchen.“ Trump tritt sein Amt am 20. Januar 2017 an.

Für 2017 sollten sich Investoren daher nach Ansicht vieler Börsianer ein dickes Nervenkostüm zulegen. Wahlen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und wohl auch in Italien könnten Diskussionen über den Zusammenhalt der Euro-Zone wieder hochkochen lassen .

In Europa sorgte zum Jahresende vor allem die Unsicherheit über die Zukunft der italienischen Banken für Zurückhaltung. Die Sanierung der Bank Monte dei Paschi wird teurer als erwartet. Nach Einschätzung der EZB fehlen dem Institut aus Siena 8,8 Milliarden Euro Kapital. Auch der italienische Staat muss noch Milliarden zuschießen. Bis zur Klärung der Rettung sind die Aktien vom Handel in Mailand ausgesetzt.

Europaweit standen ohnehin meist die Aktien von Bankentiteln auf den Verkaufszetteln – genau wie auch am Donnerstag: Die europäischen Bankenindizes verloren aufs Jahr gesehen sieben und acht Prozent. Der Kursverlust bei der Deutsche Bank und der Commerzbank summiert sich auf je über 20 Prozent, womit sie im Dax die Schlusslichter sind. Am Donnerstag verloren sie erneut 2,7 und 1,8 Prozent.

Auf der Gewinnerseite stehen auf Jahressicht wie schon 2015 Adidas mit einem Plus von über 60 Prozent ganz oben. Am Donnerstag legten Adidas gegen den Trend 0,5 Prozent zu.

Im MDax hielten Covestro mit einem Abschlag von 3,3 Prozent die rote Laterne. Die Analysten der DZ Bank hatten die Aktien der Kunststofftochter von Bayer zum Verkauf empfohlen. Auf Jahressicht waren Covestro allerdings ein Renner: Der Aktienkurs hat sich verdoppelt und damit so viel wie kein anderer MDax-Wert gewonnen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @ALLE

    Gott sei Dank fällt der 1.Januar dieses Jahr auf einen Sonntag,stellt Euch vor es wäre Montag, dann könnte man wieder einen Tag weniger kommentieren. :(
    Der erste Feiertag, 26. Dez., war doch schon fürchterlich. :(
    Am schönsten ist es, wenn Heiligabend an einem Freitag ist :)

    "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    "Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
    Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

    es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    SPIEGEL

    Danke

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