Börse Frankfurt
Dax vertagt Aufstieg auf 7000 Punkte

Die EZB-Geldspritze zeigt doch noch Wirkung. Nach einem zögerlichen Handelsbeginn können nur US-Konjunkturdaten den Dax am Reißen der 7000er-Marke hindern. Für Freenet-Aktionäre war es dennoch ein guter Tag.
  • 27

FrankfurtDie milliardenschwere Geldspritze der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Vortag hat den europäischen Aktienmärkten am Donnerstag doch noch Auftrieb gegeben. Nachdem sich die Anleger in der ersten Tageshälfte noch zögerlich zeigten, griffen sie ab dem Nachmittag beherzter bei Aktien zu. Der Dax beendete den heutigen Handelstag 1,3 Prozent im Plus bei 6941 Punkten. Der EuroStoxx legte 1,5 Prozent auf 2548 Zähler zu. Der MDax notierte rund ein Prozent fester bei 10.528 Stellen, der TecDax gewann 0,2 Prozent und schloss bei 773 Punkten.

Laut Gregor Kuhn von IG Markets hätten letztlich nur durchwachsene US-Konjunkturdaten den direkten Durchmarsch des deutschen Leitindex auf 7.000 Zähler verhindert. Dem Marktexperten zufolge stehe im Fokus der Anleger nun der beginnende EU-Gipfel. Investoren erwarteten vor diesem Hintergrund konkrete Schritte zur Lösung der europäischen Schuldenmisere.

Zunächst hatten noch hoffnungsvolle Zahlen vom US-Arbeitsmarkt den Dax auf knapp 6.950 Zähler getrieben. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel in der vergangenen Woche um 2000 auf saisonbereinigt 351.000, wie aus Daten des Arbeitsministeriums in Washington am Donnerstag hervorging. Für die vergangenen vier Wochen ergab sich im Durchschnitt ein Rückgang um 5500 auf 354.000 Erstanträge. Das ist der niedrigste Stand seit März 2008. Experten rechnen damit, dass die US-Arbeitslosenquote im Februar auf dem Drei-Jahres-Tief von 8,3 Prozent geblieben ist. Die Wall Street reagierte positiv und notierte 0,2 Prozent im Plus.

Kuhn zufolge konnte besagtes Preisniveau aber angesichts schwacher Daten zu den US-Bauausgaben sowie eines fallenden ISM-Einkaufsmanagerindex nicht gehalten werden. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager gab auf 52,4 von 54,1 Punkten im Vormonat nach, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Donnerstag mitteilte. Experten hatten im Schnitt hingegen mit einem Anstieg auf 54,5 Punkte gerechnet. Zuletzt war der Industrie-Konjunkturindex drei Monate in Folge gestiegen. Ab Werten von 50 Punkten wird Wachstum signalisiert.

Laut eines Börsianers helle sich die Stimmung an Europas Börsen dennoch auf, weil immer mehr Investoren davon ausgingen, dass die europäische Schuldenkrise gelöst werden könne. Daher werde es sicher nicht mehr lange dauern, bis der Dax zum Sprung über die Marke von 7000 Punkten ansetzen werde, fügte er hinzu. Der Markt habe die am Vortag negativ aufgenommene Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke inzwischen verdaut und konzentriere sich nun wieder voll auf die positiven Liquiditätseffekte des EZB-Dreijahrestenders, sagte Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel. „Für die ohnehin hohe Liquidität im Markt gibt es reichlich Anlagebedarf“, so der Experte. Bernanke hatte einer erneuten Lockerung der Geldpolitik eine Absage erteilt.

Die EZB hatte am Mittwoch 800 Euro-Banken gut eine halbe Billion Euro zum historischen Niedrigzins von einem Prozent für drei Jahre zugeteilt. Die Banken dürften damit zum einen ihre Bilanzen weiter säubern und zum anderen das Geld in den Kauf von Staatsanleihen stecken. Allerdings dürfte auch viel Geld in risikoreichere Anlagen wie eben Aktien gehen, vermuten Analysten. Nach dem ersten Drei-Jahres-Tender im Dezember hatte der Dax zugelegt und seit Jahresbeginn gut 16 Prozent gewonnen.

Am Morgen standen zunächst Unternehmenszahlen im Mittelpunkt des Interesses. In Deutschland legten unter anderem Beiersdorf, Continental und Audi ihre Bilanzen vor. Während der Reifenhersteller aus Hannover und der Autobauer aus Ingolstadt Rekordergebnisse vorlegten, ließen Umstrukturierungen und das defizitäre China-Geschäft den Überschuss des Kosmetikkonzerns Beiersdorf 2011 auf 259 Millionen Euro schrumpfen. Nachdem der Dax-Konzern Einzelheiten seiner Bilanz veröffentlichte kam kaum Bewegung in die Papiere. Nach anfänglich leichten Verlusten verbuchten die Beiersdorf-Titel bei Börsenschluss ein Plus von 1,2 Prozent auf 47,55 Euro. Der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr sei unkonkret, aber im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, schrieb Analyst Thomas Maul.

Seite 1:

Dax vertagt Aufstieg auf 7000 Punkte

Seite 2:

Viel Bewegung im TecDax

Kommentare zu " Börse Frankfurt : Dax vertagt Aufstieg auf 7000 Punkte "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Und was jetzt. Gestern die Mission Dax 7000 ist gescheitert und nun ist das Überschreiten dieser ominösen Marke nur verschoben ! Einfach lachhaft diese "Experten". Nach dem Motto: Was geht mich mein Geschwätz von gestern an. Ich denke das ist eher Kaffeesatzleserei. Aber anscheinend kann man auch damit Geld machen.

  • Man kann ja vieles über KeepCool sagen, aber Zertis gehören definitiv nicht dazu.

  • Ein trottel der mit Zertis "arbeitet" punkt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%