Börse Frankfurt
Der Dax geht erneut mit einem Minus aus dem Tag

Der deutsche Leitindex verliert den zweiten Tag in Folge und setzt damit seinen Konsolidierungskurs fort. Der ZEW-Konjunkturindex überzeugte zwar mit positiven Zahlen, verhalf dem Dax aber auch nicht auf die Sprünge.
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DüsseldorfNach den kräftigen Kursgewinnen der vergangenen Wochen haben Aktienanleger in Europa Kasse gemacht. Das Marktbarometer näherte sich zeitweise sogar der Marke von 7.300 Punkten. Am Dienstag haben Dax und EuroStoxx50 jedoch jeweils 0,8 Prozent auf 7.348 beziehungsweise 2.562 Punkte verloren.

"Irgendwann muss der Markt auch einmal durchatmen", sagte ein Börsianer. "Es ist ja nicht so, dass wir mit positiven Konjunkturdaten zugeschüttet werden." Die US-Börsen tendierten zum Handelsschluss in Europa uneinheitlich. Der am Vormittag veröffentlichte ZEW-Index der Konjunkturerwartungen, der die Stimmung der Börsenprofis widerspiegelt, fiel mit minus 18,2 Punkten zwar etwas besser aus als gedacht (Prognose: minus 19,0 Zähler). Bei der Einschätzung der aktuellen Lage waren die Befragten aber pessimistischer. Das Stimmungsbarometer lag bei plus 12,6 (Prognose: plus 17,7) Punkten.

"Wenn man sich die Reaktion der Finanzmärkte auf die angekündigten Maßnahmen der EZB anschaut, hätte man etwas mehr erwarten können", kommentierte HSBC-Trinkaus-Volkswirt Rainer Sartoris die Lage-Erwartung. Offenbar zweifelten einige Börsianer daran, dass die geplanten EZB-Käufe von Anleihen kriselnder Euro-Staaten bald griffen. Seit Bekanntgabe der Details zu diesem Kaufprogramm hat der Dax rund 500 Punkte zugelegt.

Auch der Devisenmarkt gab nach. Gestern setzte der Euro noch seinen Höhenflug der vergangenen Wochen ungezügelt fort. Als bekannt wurde, dass der viel beachtete Empire-State-Konjunkturindex weitaus schlechter als erwartet ausgefallen war, zog die Gemeinschaftswährung auf rund 1,31 Dollar an. Das war der höchste Stand seit Anfang Mai. Allein in diesem Monat hat sie damit rund sieben Cent an Wert gewonnen. Börsianer führten dies weniger auf das gestiegene Vertrauen in die Euro-Zone als auf die deutlich gesunkene Angst vor deren Zusammenbruch zurück. Der Euro fiel im Laufe des Tages wieder unter die Marke von 1,31 Dollar.

Auch die Preise für Rohöl und Industriemetalle gingen heute erneut zurück. Ein Barrel der US-Ölsorte WTI kostete zwischenzeitlich mit 96,30 Dollar 0,3 Prozent weniger als am Montag. Brent-Öl verbilligte sich in der Spitze um 0,7 Prozent auf 113,01 Dollar. Beim Rohöl lastete zudem die erneute Diskussion um ein Anzapfen der strategischen US-Ölreserven auf den Preisen, sagten Börsianer.

Zu den Verlierern des Tages zählten vor allem die Bankaktien. Die Titel machten es dem deutschen Leitindex gleich und gaben kräftig nach. Commerzbank-Anteilsscheine verloren in der Spitze gut 4,8 Prozent, die der Deutschen Bank sogar 4,9 Prozent. Die Papiere der Commerzbank konnten einen Teil ihres Verlustes wieder gutmachen und schlossen bei 3,4 Prozent im Minus. Die Titel der Deutschen Bank schlossen dagegen auf dem Tiefststand.

Unter Verkaufsdruck gerieten auch die Titel von Merck. Die Aktien des Pharma- und Spezialchemiekonzerns rutschten angesichts eines Rückschlages für sein Krebsmittel Erbitux ab und wurden zum Tagesende ein Prozent günstiger gehandelt. Das Unternehmen hatte seinen EU-Zulassungsantrag zur Behandlung der Lungenkrebsart NSCLC mit Erbitux zurückgezogen. Der Rückzieher von Merck sei angesichts der niedrigen Erwartungen an eine Zulassung von Erbitux für diese Krebs-Indikation sicher nur eine kleine Enttäuschung, schrieb Analystin Claudia Lakatos von Silvia Quandt Research in einem Kommentar. Einige Anleger nähmen diese Nachricht aber sicher zum Anlass, um Gewinne mitzunehmen. Merck haben in den vergangenen drei Monaten knapp 25 Prozent zugelegt und gehören damit zu den Favoriten im Dax.

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  • Achja guru... 1000pkt hast auch nochmal raufgelegt...
    erstma sind die 7500-8000 zum jahresende dran

  • Guru du dummkopf bis ende 2013. hirn wien sieb...
    schon wahnsinn... sone krasse performance und solche unterstellungem xD

  • @ Realist

    Servus, ein komplexes Thema,das viel Hintergrundwissen und midestens 5000 Zeilen hätte. Haftungsvolumen war dreideutig.
    Ich verkürze:

    Je höher der Zählerstand des Dax`umso höher die Eigenkapitalquote bzw. die liquiden Mittel?

    Und

    Je höher der Dax umso geringer die Ausweitung der Bilanz der Notenbank?

    Und

    no comment

    Seit nunmehr fast drei Jahren stört mich die Nicht-Beachtung der Proportionalität der Bankenkrise ( im drei Jahresvergleich EU-Banken zwischen Minus 22% bis -33% ), die Proportionalität in vielen Bilanzen der Dax-Unternehmen,die Proportionalitäten innerhalb der EZB, die Proportionalitäten im Europäischen Rat,die Proportionalitäten im europäischen Parlament.

    Wo ist die gesellschaftliche oder historische oder ökonomische Ursache,einerlei der Denkungsweise von Merkel?

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