Börse Frankfurt
Der Dax steigt – das Risiko auch

Lange ließen sich die Anleger von der Ankündigung des Referendums beeindrucken. Doch eine starke Eröffnung der US-Börsen und die näher rückende Krisensitzung zur Rettung Griechenlands machte den Anlegern wieder Mut.
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Frankfurt/DüsseldorfDie Märkte sind wieder volatil: Nach einem wechselhaften Morgen und einem Stillstand zur Mittagszeit konnte der Dax am Ende doch noch deutlich zulegen. Der Leitindex beendete den heutigen Handelstag mit einem Plus von 2,3 Prozent auf 5.966 Punkte. Die zweite Reihe ging ebenfalls stark aus dem Handel. Der MDax lag 1,7 Prozent im Plus auf 8.880 Punkte und der TecDax gewann 1,4 Prozent hinzu auf 683 Zähler.

Der Mittwoch war geprägt von der gestrigen Ankündigung des Referendums in Griechenland. Der Dax stürzte am Dienstag im Anschluss an diese Nachricht über fünf Prozent ins Minus. Viele Anleger waren deswegen auch heute noch verunsichert und wollten kein Risiko eingehen. Zwischenzeitlich fiel der Dax sogar ins Minus. Am Nachmittag fassten die Börsianer dann, ermuntert von der freundlichen Eröffnung der US-Börsen, doch noch Mut und leiteten einen Kursanstieg ein. Sein Tageshoch markierte der Dax bei einer Marke von 5.991 Punkte.

Trotz des starken Kursanstiegs hielt sich die Euphorie aber in Grenzen. Experten wiesen darauf hin, dass der Anstieg des Dax nicht durch elementare Nachrichten unterstützt werde. „Dies ist nur eine überfällige technische Gegenreaktion und kein Auftakt einer größeren Erholung“, betonte ein Börsianer. „Wir bewegen uns immer noch am Abgrund einer Rezession.“ Der Volksentscheid in Griechenland, über den noch kaum Details bekannt sind, wird demnach die Anleger noch lange in Atem halten und die Volatilität der Märkte vergrößern.

Spannend wird es nach Börsenschluss. Dann findet im Vorfeld auf den G20-Gipfel in Cannes eine Krisensitzung zwischen Bundeskanzlerin Merkel, Frankreichs Staatspräsident Sarkozy und Griechenlands Ministerpräsident Papandreou sowie den Spitzen der EU und des IWF statt. In der Konferenz werden sich die internationalen Geldgeber über das weitere Vorgehen im Falle Griechenland beraten und das griechische Staatsoberhaupt wird sich erklären müssen.

Vom G20-Gipfel in Cannes erwarten die Börsianer indes substanzielle Neuigkeiten. „Egal was sie entscheiden, Hauptsache sie entscheiden und es gibt ein Ergebnis, das nicht gleich wieder obsolet ist“, sagte ein Börsianer. „Jeder Investor, der auf eine kurzfristige Beilegung der Euro-Krise gewettet hatte, hat an den vergangenen Tagen ein schlechtes Geschäft gemacht.“

Neben der Krisensitzung zur Rettung Griechenlands stehen heute Spekulationen um weitere Stützungsmaßnahmen für die labile US-Wirtschaft durch die amerikanische Notenbank Fed im Fokus. Zwar rechnen nur wenige Börsianer mit konkreten Ankündigungen, doch Fed-Chef Bernanke dürfte sich die Tür für derartige Schritte offen halten.

Positiv fielen die Prognosen der US-Beschäftigungszahlen aus. Einer am Mittwoch veröffentlichten Erhebung der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge stieg die Zahl der Jobs um 110.000. Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 101.000 gerechnet.

Die US-Börsen konnten von den erfreulichen Zahlen profitieren und halten sich durchgehend im positiven Bereich auf. Der Dow Jones notierte nach Frankfurter Börsenschluss 1,4 Prozent fester auf 11.819 Punkte, der breiter gefasste S&P-500 lag 1,4 Prozent im Plus auf 1.235 Zähler und der Nasdaq-100 stieg um 0,7 Prozent auf 2.313 Punkte.

Auf dem deutschen Aktiemarkt traf die Nachricht des Referendums in Griechenland die Bankwerte am härtesten. Ein Nein der Griechen zu den Sparmaßnahmen würde wohl zu einer vollständigen Insolvenz des Hellenstaates führen und damit würde der sicher geglaubte 50-prozentige Schuldenschnitt auf der Kippe stehen. Vor diesem Hintergrund mieden gestern viele Anleger die Bankaktien. Heute zeigte sich eine Gegenreaktion und im Zuge der am Nachmittag anziehenden Marktdynamik konnten die Finanztitel deutlich zulegen. Die Deutsche Bank notierte 2,6 Prozent höher auf 28,66 Euro und die Commerzbank verzeichnete einen Zuschlag von 2,9 Prozent auf 1,66 Euro.

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  • http://www.reuters.com/article/2011/11/02/us-usa-fed-idUSTRE7A057A20111102

  • Tja, den Hüpfer hab ich dann wohl verpasst. Dürfte aufgrund der Nachrichten FED/Krisengipfel ein kurzweiliger Abend werden.

  • Unsicherheit ist die Mutter der Hausse.

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