Börse Frankfurt
Die Schaukelbörse hält an - Dax rettet Plus

Fallende Renditen auf italienische Bonds und die Hoffnung auf eine neue Regierung hatten den Dax zunächst ins Plus gehievt. Doch der Index musste einen Großteil seiner Gewinne wieder abgeben - Schuld war ein Gerücht.
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DüsseldorfHoffnung auf eine Beruhigung der politischen Lage in den europäischen Krisenländern Griechenland und Italien und ein Gerücht haben dem Dax am Donnerstag ein stetes Auf und Ab beschert: Nach schwachem Start drehte der Leitindex im Tagesverlauf ins Plus, am Mittag lag er 1,6 Prozent über Vortagesniveau. Doch am Nachmittag ging es prompt wieder bergab. Gerüchte um ein mögliches Sondertreffen der Europäischen Zentralbank hatten sich nicht bestätigt. Am Markt war spekuliert worden, dass die EZB ein groß angelegtes Programm zum Ankauf von Staatsanleihen auf den Weg bringen könnte. Nachdem der Dax kurzfristig sogar ins Minus rutschte, rettete er mit 5.867 Punkten ein kleines Plus von 0,6 Prozent in den Handelsschluss.

Hiobsbotschaften aus Griechenland sind die Anleger mittlerweile gewöhnt. So konnte eine am Morgen verkündete trübe Prognose aus Brüssel den Leitindex nicht nachhaltig schocken: Die Schulden Griechenlands dürften in den nächsten Jahren völlig aus dem Ruder laufen. Die gesamtstaatliche Verschuldung werde 2012 und 2013 jeweils knapp 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen, teilte die EU-Kommission mit.

Auch die Nachricht, dass Ex-EZB-Vize Lukas Papademos Chef der griechischen Übergangsregierung wird, ließ die Märkte weitestgehend kalt. Die Regierung der nationalen Einheit soll Schritte zur Konsolidierung der Staatsfinanzen umsetzen und Neuwahlen vorbereiten. Impulse für eine schnelle und nachhaltige Besserung der wirtschaftlichen Lage trauen Anleger der Übergangsregierung jedoch nicht zu.

Mit Italien haben die Märkte ein neues europäisches Sorgenkind auserkoren. Eben diese Sorge hatte den deutschen Leitindex am Mittwoch um 2,2 Prozent gedrückt. Dabei hatte der Tag mit hohen Gewinnen gestartet. Anleger zeigten sich zunächst erleichtert über die Rücktrittsankündigung von Silvio Berlusconi. Doch die Stimmung kippte schnell, als vom Anleihemarkt neue Krisensignale kamen und die Renditen für italienische Staatsanleihen in die Höhe schossen. In der Spitze warfen zehnjährige Anleihen mehr als 7,4 Prozent ab. Auf diesem Niveau ist eine Refinanzierung der hohen Staatsschulden auf Dauer unmöglich.

Doch Italien hat das Vertrauen der Anleger noch nicht komplett verspielt: Am Donnerstag brachte das Land Anleihen mit einer Laufzeit von einem Jahr in Höhe von fünf Milliarden Euro am Markt unter. Spekulationen, das Land werde bis zu 7,5 Prozent Zinsen zahlen müssen, erwiesen sich als haltlos. Italien muss den Investoren "lediglich" einen Zins von 6,1 Prozent zahlen. Auch die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen sanken - auf sieben Prozent. Die Situation in Italien dürfte den Märkten jedoch weiter Sorge bereiten: Wie am Morgen bekannt wurde, rechnet die EU-Kommission für das Krisenland im kommenden Jahr lediglich mit einem Wirtschaftswachstum von 0,1 Prozent. Im Herbst hatte die Prognose noch bei 1,3 Prozent gelegen. Auch der Gesamtschuldenstand bleibt hoch. Mit 120,5 Prozent wird er auf dem selben Niveau wie in diesem Jahr erwartet.

Zudem brach die Industrieproduktion des hoch verschuldeten Landes im September so stark ein wie seit Dezember 2008 nicht mehr. Dies teilte das nationale Statistikinstitut (Istat) am Donnerstag mit. Die Unternehmen
drosselten ihren Ausstoß im Vergleich zum Vormonat um satte 4,8 Prozent. Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang um drei Prozent gerechnet. Noch im August konnte Italien ein Produktionsplus von 3,9 Prozent verzeichnen.

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  • BN8303 - BNP Derivateseite :)

  • Hm... klar ist aber auch, daß die SNB lt. Artikel nicht viel Lust auf Kapitaleinsatz hat. D.h. wenns im Markt mal wieder richtig raucht und einige Leute Lust auf CHF haben, die SNB dann mglweise - temporär! - nicht die 1.2300 mit Mann und Maus verteidigt. Einstiegszeitpunkt.

    Der Artikel bestärkt mich eigentlich in meiner Vorgehensweise. Vor allem wird das alles nicht gleich morgen passieren und schon gar nicht, während es in Euroland an allen Ecken und Enden zischt und knallt. Ich glaube, im EUR/CHF ist Geduld eine Tugend :)

  • hast ne ISIN für den CallSpread? Irgendwie find ich die Teile nie ;-)

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