Börse Frankfurt
Draghi lässt die Dax-Anleger kalt

Trotz starker Konjunkturdaten und einem weiterhin historisch niedrigen Leitzins rutscht der Dax am Donnerstag in die Verlustzone. Vor allem Analystenkommentare bewegten die Einzelwerte, darunter Dauerverlierer Lanxess.
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FrankfurtDer Dax ist am Donnerstag im Sog einer schwächelnden Wall Street deutlich ins Minus abgerutscht. Zum Börsenschluss notierte der deutsche Leitindex 0,80 Prozent schwächer bei 9421 Punkten. Der MDax verlor 0,49 Prozent auf 16.543 Zähler – im Tagesverlauf hatte er bei 16.691 Punkten noch einen Rekordstand markiert. Lediglich der TecDax behauptete zum Handelsende ein Plus von 0,43 Prozent auf 1199 Stellen.

Händler Jordan Hiscott vom Broker Gekko Markets verwies auf eine vorsichtige Haltung der Anleger vor dem morgigen US-Arbeitsmarktbericht. Die dünnen Handelsvolumina hätten die negative Kursentwicklung verstärkt, die übertrieben erscheine.

Für Diskussionsstoff auf dem Börsenparkett sorgte unter anderem die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Währungshüter beließen trotz des erneuten Rückgangs der Inflation den Leitzins bei rekordniedrigen 0,25 Prozent, hielten sich aber die Tür für eine mögliche weitere Lockerung der Geldpolitik offen. Draghi sagte auf einer Pressekonferenz voraus, dass die Inflation der Euro-Zone auf absehbare Zeit niedrig bleiben werde. Der Euro verbilligte sich daraufhin auf 1,3572 Dollar, nachdem er zuvor auf bis zu 1,3633 Dollar geklettert war.

2014 sei der Kampf gegen die Deflation – eine Spirale fallender Preise – ein großes Thema für die EZB, sagte Philippe Gijsels, Chef-Analyst von BNP Paribas Fortis Global Markets. „Längerfristig rechnen wir mit weiteren expansiven geldpolitischen Maßnahmen. Das wird eine Triebfeder für die überdurchschnittliche Kursentwicklung des europäischen Aktienmarktes sein.“

Gewinner im Dax waren am Abend die Aktien der Deutschen Börse. Sie verteuerten sich nach einem positiven Analystenkommentar um 2,7 Prozent auf 61,62 Euro. Damit markierten die Aktien des Frankfurter Börsenbetreibers auf Schlusskurs-Basis den höchsten Stand seit Februar 2011.

Ebenfalls zulegen konnten die beiden Freseniuskonzerne mit jeweils einem Plus von knapp über einem Prozent. Auf der Verliererseite setzten Lanxess ihre Talfahrt aus dem vergangenen Jahr fort und gaben 2,39 Prozent ab. 2013 büßten sie fast 27 Prozent an Wert ein und stehen am Dax-Ende. Auch Adidas musste Federn lassen. Die Papiere des Sportartikelherstellers verbilligten sich um 2,19 Pozent.

Die Papiere der Autobauer gehörten nach guten Verkaufszahlen aus China ebenfalls zu den besseren Werten. Wie der Branchenverband CAAM mitteilte, war der Absatz von Personenkraftwagen 2013 in dem Land zum Vorjahr um 16 Prozent gestiegen. Für dieses Jahr werden neun bis elf Prozent Wachstum vorausgesagt. Daimler verloren 0,10 Prozent, während die Vorzugsaktien von VW um 0,35 Prozent nachgaben. BMW hielten sich mit minus 0,70 Prozent immer noch knapp besser als der Dax.

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  • Byron Wien ist ja bekannt für seine Jahresprognosen. Auch wenn diese natürlich nicht immer eintreffen, finde ich diese hier recht realistisch als Szenario dieses Jahr:

    We experience a Dickensian market with the best of times and the worst of times. The worst comes first as geopolitical problems coupled with euphoric extremes lead to a sharp correction of more than 10 percent. The best then follows with a move to new highs as the Standard & Poor's 500 approaches a 20 percent total return by year end.

    Also, buy the dip.

  • Schade, dass das Forum nur noch voll von nichtssagenden und/oder selbstherrlichen Kommentaren ist. Ich hatte vor einigen Monaten aufgehört hier zu lesen. Zufällig habe ich heute wieder einmal vorbeigeschaut. Wirklich erstaunlich, dass es sogar noch dummer werden konnte... Bin gespannt, wie lange sich das HB dafür noch als Plattform zur Verfügung stellt. Sehr schade, aber bei diesem Niveau würde ich keine Forumfunktionalität mehr anbieten.

  • Die Inflation und damit den Leitzins im Euroraum an alle Euroländer anzupassen,ist genauso verwegen, wie als ob ein Lehrer alle Schüler einer Klasse(nur weil sie zufällig zusammensitzen) über einen Kamm zu schert.
    Es ist undifferenziert und falsch.Das zeigte sich zu Beginn der Eurozone,als die zu niedrigen Zinsen in Spanien den Bauboom auslösten,dass zeigt sich jetzt,mit der Realnegativrendite bei dt.Staatsanleihen-siehe jetzige Diskussion um die weitere Absenkung Garantiezinses der deutschen Versicherer.

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